Kindergeburtstage mit bis zu fünf Kindern, die Kletterhalle und das Jugendcafé. „Wir wollen uns auf den Kern unserer Arbeit beschränken“, erklärt Kinder- und Jugendreferent Peter Knorre. Die Rede ist vom Kinder- und Jugendhaus „Altes Gefängnis“. Seit seinem 40-jährigen Bestehen, hat die Einrichtung wohl selten so schwierige Zeiten erlebt. „Aber wir fahren“, fügt Knorre an. „Wenn auch mit angezogener Handbremse.“

Jugendliche waren oft frustriert

Ansonsten stets eine offene Tür und ein offenes Ohr für die Kinder und Jugendlichen in Bad Säckingen, musste sich auch die städtische Einrichtung in dem früheren Amtsgefängnis, in den ersten Monaten des Jahres dem Coronavirus beugen. Erst nach und nach fand das Haus wieder zu seiner gewohnten Stärke zurück und hat das Programm hochgefahren. Zuletzt auch das Kindertheater im Haus, dass das Team aus dem Kinder- und Jugendhaus, gemeinsam mit der Stadtbücherei Bad Säckingen, organisiert.

Doch auch als das Haus geschlossen war, waren Peter Knorre und seine Mitarbeiterin Katja Glaus gefordert. „Wir waren in dieser Zeit in der Stadt unterwegs und haben die Treffpunkte der Jugendlichen angesteuert“, so der Kinder- und Jugendreferent. Bewusst haben sie das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht, die sich über Monate weder mit den Schulkameraden oder den Freunden in der Freizeit treffen konnten. „Viele Jugendliche waren mutlos und hatten sehr an der Isolierung zu knabbern, weil die Bindungen auf der Strecke geblieben sind“, erklärt Peter Knorre. Gleichzeitig machten er und Katja Glaus aber auch immer wieder darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Corona-Regeln einzuhalten. „Wir haben den Jugendlichen klargemacht, dass auch wir Erwachsenen zum ersten Mal eine Pandemie erleben und auch für uns vieles nicht immer nachvollziehbar ist“, so Knorre. In den vergangenen Wochen war das Kinder- und Jugendhaus wieder die Anlaufstelle im Jugendcafé und auch die Fahrradwerkstatt oder die Kletterhalle hatten geöffnet. Gleichzeitig hat das Team festgestellt, dass das Interesse der Schulen an der Arbeit im Kinder- und Jugendhaus gewachsen ist. „Wir hatten so viele Klassen aus allen Bad Säckinger Schulen bei uns, wie noch nie“, sagt Katja Glaus.

Die Klassen werden nicht nur durch das Haus geführt, sondern es gibt auch ein Programm wie Klettern oder eine Rallye durch das Haus. „Alles in Absprache mit den Lehrern“, erklärt Knorre. Auch wenn die Corona-Zahlen wieder in die Höhe schnellen, soll das Jugendhaus nach Möglichkeit geöffnet bleiben. Das Jugendcafé ist weiterhin dreimal in der Woche geöffnet und vorerst spielt auch das Kindertheater. Allerdings gilt auch im „Alten Gefängnis“ die 3G-Regel. Für die Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren ist der Nachweis aus der Schule gültig. Das gilt auch für die Jugendlichen über 18 Jahren, die noch eine Schule besuchen. Ansonsten muss ein Nachweis vorgelegt werden oder ein negativer PCR-Test.