Bad Säckingen – Bereits der 75. Zyklus der Säckinger Kammermusikabende steht bevor. 1945 fanden die ersten Kammermusikabende statt, damals noch im Vereinshaus. „So eine Kontinuität spricht für sich“, zeigt sich Bürgermeister Alexander Guhl beeindruckt. Auch in diesem Jahr dürfen sich die Freunde der Kammermusik auf fünf Konzerte freuen.

Opern-Bonbon zum Abschluss

Und das letzte Konzert des aktuellen Zyklus wird auch ein Besonderes sein: Die Oper „Der Trompeter von Säkkingen“. Insgesamt drei Opern sind in den Jahren 1876, 1882 und 1884 komponiert und aufgeführt worden. Am bekanntesten ist die dritte Ausgabe mit der Musik von Viktor Ernst Nessler mit seinem „Behüt‘ dich Gott“. Am Sonntag, 8. Mai, soll allerdings die erste Oper von 1876 zu Gehör gebracht werden, von der lediglich ein Klavierauszug existiert.

„Dieser wird in der Staatsbibliothek Berlin aufbewahrt“, so Stanzel weiter. Bernd Croessmann, der Vorsitzende der Scheffelfreunde, ließ ihn digitalisieren und bildet die Grundlage des aktuellen Konzertes. „Wir wollen deutlich machen, dass der Trompeter von Säckingen weiterlebt“, so die Kulturreferentin Christine Stanzel.

Die Oper in drei Aufzügen mit freier Benutzung von Scheffels Dichtung von Theobald Rehbaum ist bearbeitet für einen Sprecher, zwei Gesangssolisten und einen Pianisten. Als Moderator und Texter wird Juri Tetzlaff auf der Bühne des Kursaals stehen und die Zuhörer durch die Handlung führen. „In dem Stück werden die musikalischen Highlights verarbeitet“, verspricht die Kulturreferentin. Einzig: „Zum heutigen Stand werden nur die Inhaber eines Abos in den Genuss des Konzertes kommen“, erklärt Christine Stanzel. „Momentan haben wir keine Kapazitäten, einzelne Karten zu verkaufen.“

Dass die Oper realisiert werden konnte, ist einer großzügigen Spende von Annemarie von Ehr zu verdanken, die die Säckinger Kammermusikabende als Ladislaus und Annemarie von Ehr-Stiftung bereits seit vielen Jahren gemeinsam mit der Volksbank Rhein Wehra unterstützt. „Kultur kostet Geld“, so der Bürgermeister. „Mir ist es eine Ehre“, freut sich Annemarie von Ehr auf die Veranstaltung. „Wir müssen abwarten, wie die Situation bis Mai ist“, erkärt Thomas Ays, Leiter des Tourismus- und Kulturamtes. Das Amt möchte keine Tickets im Vorfeld verkaufen, „die vielleicht nicht eingelöst werden können“, sagt er. Eröffnet wird die Jubiläumssaison der Säckinger Kammermusikabende mit dem Ensemble 4.1. „Das Ensemble ist das wohl einzige fest besetzte Piano Windtet seiner Art“, so Christine Stanzel. Das Ensemble 4.1 ist am Sonntag, 24. Oktober zu hören.

Schuberts sinfonisch gedachte Kammermusik ist das Thema des zweiten Konzertes am 22. November. Zu hören ist ein Klavierrezital mit Sergey Tanin. Aus Mitgliedern der Berliner Philharmonikern besteht das Varian Fry Quartett, am 23. Januar. Sergey Malov mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn widmet sich am 14. April ebenfalls Schubert und seinem 225. Geburtstag.