Alleinerziehend, mehrere kleine Kinder oder Mehrlingsgeburten. Da ist schnell mal die Belastungsgrenze erreicht und nicht immer ist die Familie vor Ort, die helfend zur Seite stehen kann. Für solche Fälle hat der Deutsche Kinderschutzbund bereits 2008 das Projekt „Familienpaten“ eingerichtet. Familien mit Kindern unter drei Jahren, haben die Möglichkeit, sich einen Familienpaten nach Hause zu holen, der unterstützend zur Seite steht. Das kann ein Termin beim Arzt oder bei der Behörde sein, den ein Elternteil wahrnehmen muss und niemanden hat, der auf die Kinder zu Hause aufpasst. Oder dem Elternteil und den Kindern einfach ein wenig Zeit schenkt, in dem sich die Mutter oder der Vater etwas ausruhen kann und sich der Familienpate mit den Kindern beschäftigt. Dazu geht der Familienpate insgesamt drei Stunden pro Woche in die Familie.

„Wie sich die drei Stunden verteilen, ist eine Absprache zwischen dem Familienpaten und der Familie“, erklärt Anja Sethmann-Laudert, die Projektleiterin für Familienpaten beim Schopfheimer Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes. „Die Familienpaten sind aber kein Babysitterdienst, wenn die Eltern mal ins Kino wollen und auch keine Aufsicht, damit die Mutter wieder arbeiten kann“, schränkt sie ein. Wie der Familienpate die Zeit in der Familie verbringt, ist ihm ebenfalls selbst überlassen. „Das kann ein Spielenachmittag sein oder man geht mit den Kinder nach draußen“, so Sethmann-Laudert weiter.

Jetzt ist der Schopfheimer Ortsverband wieder auf der Suche nach Verstärkung für die Familienpaten. „Wer Lust hat, in einem überschaubaren Zeitrahmen im Landkreis Lörrach ehrenamtlich arbeiten zu wollen, ist bei uns herzlich willkommen“, so Anja Sethmann-Laudert. Das können sowohl Männer als auch Frauen sein und auch das Alter spielt keine Rolle. Wichtiger sind der Projektleiterin, dass die künftigen Familienpaten ein offenes Ohr für die betreuende Familie haben und über Lebenserfahrung verfügen. Der Dienst findet ausschließlich tagsüber statt. Der Dienst der Familienpaten soll in der Familie auch keine Dauereinrichtung sind. „Der Familienpate ist längstens bis zu zwölf Monate in einer Familie“, erklärt die Projektleiterin. Denn der Dienst soll als Hilfe zur Selbsthilfe gesehen werden, der die schwersten Zeiten in der Familie überbrückt.

Aber auch die Familienpaten erhalten die Möglichkeit, sich mit anderen ehrenamtlichen Familienpaten auszutauschen. „Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen“, erklärt Anja Sethmann-Laudert. Um sich optimal auf den ehrenamtlichen Dienst vorzubereiten, werden die neuen Familienpaten geschult. Bei der Schulung behandelt werden Themen wie zum Beispiel „Förderung von Kindern“ oder es werden Beispiele aus der Praxis vermittelt. Der nächste Kurs startet bereits am kommenden Montag, 25. Oktober in Schopfheim. Informationen und Anmeldungen direkt beim Kinderschutzbund Schopfheim, Telefon 07622/63929 und unter http://www.kinderschutzbund-schopfheim.de