Ein Besuch bei Familienangehörigen, eine Fahrt an einen Ort, mit dem besondere Erinnerungen verbunden sind oder den man gerne noch einmal besuchen möchte. „Es geht darum, sich an etwas Schönes zu erinnern, noch einmal etwas besonderes erleben“, erklärt Kreisgeschäftsführer Markus Lapp, vom Lörracher Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Um schwerst- oder sterbenskranken Menschen noch einmal einen letzten Wunsch zu erfüllen, hat der Lörracher Kreisverband jetzt ein Herzenswunsch-Mobil im Einsatz und damit einen Punkt in Südbaden gesetzt. Ab sofort dürfen die Erkrankten selbst oder deren Angehörigen einen Wunsch äußern, wen oder was man ein letztes Mal besuchen möchte. Der Kreisverband organisiert ein Krankenfahrzeug und gemeinsam mit einem Helferteam, soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Und zwar völlig kostenfrei.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um kein bestimmtes. „Das wird ein Rettungs- oder Krankenwagen sein“, erklärt Markus Lapp. Je nachdem, welches gerade zur Verfügung steht oder benötigt wird. Ist ein Wunsch geäußert, bespricht sich ein Organisationsteam, bestehend aus einer Palliativärztin und einem Anästhesisten. „Es benötigt natürlich Fachleute, die abstimmen können was möglich ist oder nicht“, erklärt Markus Lapp. Abgestimmt wird in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt des Patienten. Denn zur Erfüllung eines Wunsches muss nicht nur der geeignete Transport bestimmt werden, sondern es erfordert auch Kenntnisse im Umgang mit schwer kranken Menschen. Aus diesem Grund handelt es sich auch bei den begleitenden Fahrern des Herzenswunsch-Mobils um ausgebildete Rettungssanitäter, die diese Tätigkeit ehrenamtlich durchführen. „Nach einer Anfrage unter den Rettungssanitätern, hatte der Kreisverband schnell ein Team aus 15 Helfern mit an Bord“, freut sich der Kreisgeschäftsführer. Diese Helfer werden alle im Umgang mit schwerst- oder sterbenskranken Menschen geschult.

Begleitet werden sie im Hintergrund durch ein Kriseninterventionsteam. Steht der Fahrt nach eingehender Prüfung nichts im Weg, wird sie ganz nach den Wünschen des Wunschgebers durchgeführt. Wobei das DRK den Angehörigen telefonisch beratend zur Seite steht. „Wenn es die Situation erfordert, ist auch ein Arzt bei der Fahrt mit dabei“, erklärt Lapp. Grundsätzlich sollen die Ausflüge einen Tag dauern, wobei der Geschäftsführer auch mehrere Tage nicht ausschließt. „Das müsste allerdings noch genauer geprüft werden“, erklärt er. Eine Bezugsperson darf ebenfalls mitfahren. Weil dafür allerdings kein Platz im Krankenfahrzeug ist, fahren die Angehörigen im eigenen Auto hinterher. Der Kreisverband möchte pro Tag nur einen Herzenswunsch erfüllen. „Mehre Fahrten an einem Tag sind nicht machbar“, so Lapp.

Die ersten Wünsche an das Herzenswunsch-Mobil sind bereits eingegangen und erfüllt worden. Trotzdem ist der Kreisverband immer noch dabei, Erfahrungen zu sammeln. Aus welchen Gebieten oder ob die Wünsche auch außerhalb des Lörracher Landkreises kommen dürfen, darin möchte sich Markus Lapp noch nicht festlegen. Aber: „Wir werden alles tun, damit die Fahrten stattfinden“, sagt er.