Seit meiner Weltreise im Jahr 2016/2017 war der Wunsch, noch einmal die Welt zu entdecken tief in mir verankert. Ich wusste immer, dass es eines Tages wieder so weit sein würde. Obwohl die Sehnsucht nach der Welt für mich so groß war, war da aber auch immer wieder die Angst und ja, man könnte vielleicht sogar sagen eine gewisse Portion Bequemlichkeit, meine aktuelle Lebenssituation zu verlassen.

Wir Menschen bewegen uns sehr gerne in unserer eigenen Komfortzone und obwohl ich selbst diese schon oft verlassen habe, fällt auch mir dieser Schritt jedes Mal wieder aufs Neue schwer. Am Anfang waren da nur diese unkonkreten Gedanken, sogar fast ein Jahr lang. Aber irgendwann im Spätsommer 2021 wusste ich dann, dass es in diesem Jahr noch passieren würde. Es war einfach so ein innerer Ruf nach Freiheit. Und obwohl da nach wie vor auch Ängste eine Rolle spielten, wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war. Die Vorbereitungszeit auf die Reise war eine sehr herausfordernde Zeit, auch emotional. Wohnung aufgeben, Abschied von Freunden nehmen, nebenher an meinem eigenen Onlinebusiness arbeiten, Reisevorbereitungen… Ende November, kurz vor dem Start meiner Reise, war ich wirklich urlaubsreif.

Aussicht vom Leuchtturm auf der Insel Cozumel.
Aussicht vom Leuchtturm auf der Insel Cozumel. Bild: Daniela Seiberle

Mittlerweile bin ich seit sechs Wochen in Mexiko. Und in dieser Zeit habe ich schon so unglaublich viel erlebt, gelernt, gesehen und erkundet, dass es sich für mich so anfühlt, als wäre ich schon viel länger hier. Das war aber nicht immer so. Am Anfang hatte ich wirklich Schwierigkeiten mich einzuleben. Ich lebe in sogenannten Co-Workings, das sind Hostels mit integrierten Büroräumen, in denen man arbeiten kann. Aber es ist eben auch ein ganz normales Hostel, mit Reisenden, die nicht arbeiten.

Es war eine große Herausforderung für mich, meine Arbeit konzentriert zu machen und gleichzeitig aber auch die Gegend zu erkunden, Kontakte zu knüpfen und mir auch Zeit für mich zu nehmen. Mittlerweile bin ich aber in meinem neuen Leben angekommen und jeden Tag einfach nur dankbar und glücklich die nächsten Monate auf Reisen verbringen zu dürfen.

Fremde werden zu Freunden

Die ersten zwei Wochen habe ich in Playa del Carmen verbracht. Ein sehr touristischer Ort, sehr auf Party ausgelegt. Definitiv keine Schönheit, aber hier habe ich Menschen kennengelernt, die mittlerweile zu so etwas wie Freunden geworden sind. Dass ist genau das, wonach ich suche. Einen Ort zu haben, an dem ich mich auch in der Ferne zuhause fühle. Sightseeing durfte in der Zeit in Playa del Carmen natürlich auch nicht fehlen. Mit der Fähre ging es für einen Tagesausflug auf die Insel Cozumel, wo ich Bekanntschaft mit einem Krokodil aber vor allem mit der unfassbar schönen Natur der Insel machen durfte. Auch eine Radtour durch die touristische Zone von Tulum gehörte zu den Highlights der ersten Wochen, wenn auch das Fahren auf Straßen mit großen Schlaglöchern ein echtes Abenteuer war.

Daniela Seiberle bei ihrem Tagesausflug nach Tulum.
Daniela Seiberle bei ihrem Tagesausflug nach Tulum. Bild: Daniela Seiberle

Anschließend war ich auf der Insel Holbox. Eine kleine Insel zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik. Mein Highlight hier war eine einstündige Wanderung im Meer! Denn Holbox hat eine Sandbank im Meer die zu einer Lagune führt, bei der man mit etwas Glück sogar Flamingos sehen kann. Leider war zu diesem Zeitpunkt nicht die perfekte Jahreszeit für die Sichtung, trotzdem war dieser Ausflug einfach beeindruckend.

Sonnenuntergang auf der Insel Holbox.
Sonnenuntergang auf der Insel Holbox. Bild: Daniela Seiberle

Wahrscheinlich werde ich insgesamt bis Mai 2021 unterwegs sein und dann wieder zurück nach Deutschland kommen. Wohin es genau für mich in dieser Zeit geht – ich weiß es nicht. Erstmal stehen noch weitere Regionen in Mexiko an, zum Beispiel die Region um Oaxaca. Mit etwas Glück darf ich dort Zeuge werden, wie kleine Babyschildkröten das Licht der Welt entdecken. Damit würde ein weiterer großer Wunsch in Erfüllung gehen.