Rheinfelden nimmt hierfür als eine von zehn Kommunen in Baden-Württemberg an dem Pilotprojekt „Koordinierungsstelle Ganztagsschule und Betreuung“ teil.

Von der Koordinierungstelle versprechen sich Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und sein Team viel: „Ein wesentliches Thema ist die Chancengleichheit,“ so Eberhardt. Das beste Interesse und Wohl des Kindes stehe im Vordergrund. „Es gibt viele Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, die auf unsere Einrichtungen zukommen“, so Eberhardt weiter.

Fähigkeiten entdecken

Hier gelte es, Vorsprünge etwa durch Sprachkenntnisse oder ein geringe Förderung im Elternhaus auszugleichen und neue Fähigkeiten zu entdecken. In vielen Rheinfelder Familien wären zudem beide Elternteile berufstätig. Als familienfreundliche Stadt wolle man hier Unterstützung bieten. Dazu setze der Oberbürgermeister noch die Frauenförderung auf die Liste – deren Arbeitskraft sei ein hohes Gut und die Unterstützung von Müttern auf dem Weg zurück in den Beruf darum sehr wichtig. Auch hätten die Ansprüche an die Schulen zugenommen, immer mehr Erziehungsarbeit werde auf die Lehrkräfte übertragen. Die Koordinierungstelle solle die Schulleiter entlasten und einen Ansprechpartner bieten, so Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler.

Ein wichtiger Faktor im Hintergrund ist zudem der für 2026/27 geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. „Das sind Herausforderung, denen wir uns stellen wollen“, so Schuler.

Ganztagsschulen und Betreuung umsetzen

Hauptaufgabe des neuen Koordinators Andreas Kramer werde es nun sein, den Handlungsleitfaden der Koordinierungstelle Ganztagsschule und Betreuung umzusetzen. „Es geht aber nicht darum, alles bisherige über den Haufen zu werfen“, betont Kramer. Vielmehr wolle man verlässliche Standards entwickeln und dafür alle Akteure an den Tisch holen – Schulleiter und Träger genauso wie Eltern und Schüler sowie Mitarbeiter, Verwaltung und Kooperationspartner. „Wir haben vom Land den Rahmen bekommen“, so die Teamleiterin Schulen und Sport im Hauptamt Vanessa Hörnli.

Bestehendes Angebot ausbauen

Mit einer Verbesserung der Ausbildung und der Betreuungsstandards wolle man auch die Personalsuche erleichtern, so Hörnli weiter.

Nach einem gemeinsamen Workshop mit allen Akteuren Anfang nächsten Jahres soll es bald konkreter werden: „Wir wollen die bestehenden Angebote ausbauen“, so Kramer.

Ganztagsschule solle nicht nur Aufsicht sondern auch Förderung sein. Dazu wolle man stärker mit externen Akteuren wie ehrenamtlichen Schulbegleitern und Vereinen zusammen arbeiten.

Im Rahmen der Entwicklungspläne an den Schulen könnten so etwa für eine befristete Zeit Bastelwerkstätten, IT-Projekte oder Sportkurse angeboten werden.

Der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass diese Art der Zusammenarbeit auch für die Vereine eine gute Möglichkeit seien, Nachwuchs zu finden.

Die Schulen in Rheinfelden

Von den acht Grundschulen in Rheinfelden bietet aktuell die Hans-Thoma-Schule und die Eichendorffschule als gebundene Ganztagsschulen verpflichtenden Nachmittagsbetreuung an. An der Goehteschule und der Scheffelschule wird diese als Wohlform angeboten.

Bis auf die Fridolinschule gibt es auch an den anderen Grundschulen verschiedene zusätzliche Betreuungsangebote.

Auch die Gemeinschaftsschule ist eine gebundene Ganztagsschule, die Gertrud-Luckner-Realschule bietet die Wahlform an.