Die Stadt Wehr ist nun offiziell eine „Stadt des fairen Handels“. Der Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz vom Kölner Verein TransFair übergab die Urkunde und das Siegel an Bürgermeister Michael Thater und die Mitglieder der Steuerungsgruppe. Er sagte, dass es noch viel zu tun gebe, um die Bevölkerung für den gerechten Handel zu begeistern. Im August 2020 hatte Wehr alle Voraussetzungen erfüllt, um das Siegel zu bekommen.

Wehr ist die 754. Fairtrade-Kommune

Thater dankte den Mitgliedern der Steuerungsgruppe und allen Akteuren, die sich für den gerechten Welthandel und die Solidarität mit den Menschen in weniger wohlhabenden Ländern einsetzen.

Wehr ist nun die 754. Fairtrade-Kommune in Deutschland und die 139. in Baden-Württemberg. Das Siegel wird für zwei Jahre verliehen, danach erfolgt eine Neubewertung. Um zur „Stadt des fairen Handels“ ernannt zu werden, müssen fünf Kriterien erfüllt sein: Es muss einen Ratsbeschluss geben, eine Steuerungsgruppe muss gegründet werden, Geschäfte, Restaurants und öffentliche Verwaltungen müssen fair gehandelte Produkte anbieten. Die Zivilgesellschaft muss eingebunden sein, und es muss Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden.

Im November 2017 hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, danach gründete sich die Steuerungsgruppe, der der FC Wehr, die Arbeiterwohlfahrt, die katholische und evangelische Gemeinde, die Schmidts Märkte, der Lidl-Supermarkt und der Weltladen sowie die Stadt angehören. Viele Geschäfte führen Fairtrade-Produkte, so etwa Blumen Maier, der Dorfladen, Rewe und Aldi und die Mitglieder der Steuerungsgruppe. Holz sagte: „Das Siegel ist keine Beruhigungspille für das schlechte Gewissen, und die Auszeichnung ist kein Ziel, sondern der Ansporn zu einem Langstreckenlauf.“

Nachhaltiger Beitrag für Natur und Mensch

Der Marktanteil fairer Produkte liegt in Deutschland bei fünf Prozent, auch wenn 90 Prozent der Bürger das Siegel kennen und für vertrauenswürdig halten. „Der Kauf von Fair-Trade-Produkten ist kein Almosen, sondern ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und zur Bekämpfung der Fluchtursachen“, sagte der Ehrenbotschafter.

Florian Eckert, Vorsitzender des Vereins Aktion Partnerschaft Eine Welt Wehr, freut sich, dass mit Wehr, Bad Säckingen, Murg, Albbruck und Herrischried fünf Kommunen in der Umgebung die Auszeichnung tragen. Er hofft auf Multiplikatoren-Effekte. Am besten wäre es, so Florian Eckert, wenn alle Gaststätten und Geschäfte es zukünftig als selbstverständlich betrachten würden, ihren Kunden Produkte aus gerechtem Handel anzubieten.