Tatsächlich landen dennoch viel zu viele Verpackungen im Restmüll und gehen damit dem Recycling verloren, beobachtet die Initiative „Mülltrennung wirkt“. Sie will den Bürgern deren Schlüsselrolle für ein erfolgreiches Recycling aufzeigen, denn der Verbraucher ist der Startpunkt des gesamten Wertstoffkreislaufs. Auf ihn kommt es an: Wir werden große Ziele wie CO2-Reduzierung und Klimaschutz nur erreichen, wenn wir zuhause und im Alltag die ersten Schritte dieser Reise beginnen. Wir wissen ja längst, dass es funktioniert: Papier kann z.B. zehn- bis 25-mal wiederverwendet werden. Glas wiederum kann ohne Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen werden: Neue Glasflaschen bestehen zu 60 Prozent aus Altglas, Grünglas sogar aus bis zu 90 Prozent.

Es kommt auf jeden an

„Das funktioniert aber nur, wenn uns die Verbraucher im Rahmen der Mülltrennung unterstützen“, sagt Axel Subklew von „Mülltrennung wirkt“. Nur wenn sie richtig sortiert werden, können die einzelnen Komponenten z.B. eines Joghurtbechers zu nachhaltigen Recyclingrohstoffen für neue Verpackungen, Haushaltsartikel, Autoteile, Rohre oder auch Transportboxen verarbeitet werden.

Bild: Initiative "Mülltrennung wirkt"

Einfache Regeln

Allgemein gilt: Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff gehören in den Gelben Sack / Tonne (hier gibt es zum Teil regionale Ausnahmen wie Wertstofftonnen). Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton kommen in die Papiertonne. Glasverpackungen nach Farben sortiert in die jeweilige Glassammlung.

Wo muss man aufpassen? Viele der Dinge, die in unserem Müll landen, bestehen aus verschiedenen Materialien. So geht man mit ihnen um: Bei einem Joghurtbecher heißt es aufzupassen: Aluminiumdeckel und Kunststoffbecher gehören in den Gelben Sack / Tonne, die Papierummantelung in die Papiertonne.

Ähnliches gilt auch für andere Verpackungskombinationen wie etwa Käse- oder Wurstverpackungen: Deren Verschlussfolie besteht häufig aus einem anderen Kunststoff als die Schale. Da moderne Sortieranlagen mit modernster Technik nach Kunststoffart sortieren, ist es am besten, beide Komponenten voneinander getrennt in den Gelben Sack / Tonne zu geben.

Auch bei Kunststoffflaschen sollte die Ummantelung vor der Entsorgung entfernt werden. Das Ausspülen der Verpackungen ist allerdings nicht erforderlich, „löffelrein“ reicht aus.

Tipps vom WWF

Jeder von uns kann seinen Beitrag zu besserer Mülltrennung leisten. Auch der „World Wide Fund For Nature“ (WWF) macht sich dafür stark und gibt Tipps für den Alltag: die Biotonne für organische Abfälle nutzen oder diese kompostieren (Mülldeponien verursachen rund drei Prozent der Treibhausgasemissionen der EU); Metalle recyceln (das Recyceln einer Aluminiumdose spart 90 Prozent der Energie, die benötigt wird, um eine neue zu produzieren); Altglas zum Glascontainer bringen (bei 100 Kilogramm Altglas spart man einen Zentner CO2 ein); Papier in die Altpapiertonne geben (bei 100 Kilogramm Altpapier vermeidet man so 70 Kilogramm Kohlendioxid); Kunststoffe zum Wiederverwerten sammeln; ausgediente Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren in die Wiederverwertung geben.

„Die Gebühren senken“

Diese kleinen Alltagsschritte wirken sich nicht nur auf unsere Umwelt positiv aus, sondern auch auf unseren Geldbeutel: „Wenn Sie Ihren Abfall besser trennen und weniger Abfall in die Restmülltonne werfen, können Sie Ihre Müllgebühren durch den Umstieg auf kleinere oder weniger Restmülltonnen senken“, erklärt der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt München. Er regelt die Müllentsorgung und Wertstoffverwertung und ruft die Münchner zum Mitmachen auf: „Mit konsequenter Mülltrennung kann die Restmüllmenge ganz erheblich reduziert werden!“