Nachdem er bereits seit längerem erfolglos ein passendes Stück für die nächste Freilichtaufführung suchte, kam Florian Klausmann während einer Wanderung der Gedanke, die Pandemiezeit zu nutzen, um ein eigenes Stück für die Theatergruppe zu schreiben. Noch auf dem Heimweg erzählte er seinem Schauspielkollegen Armin Dorer von der Idee und hat ihm bald danach auch den Text zur ersten Szene mit der Bitte um eine Rückmeldung geschickt. Stattdessen schrieb Dorer kurzerhand selbst die zweite Szene – von da an haben sich beide per Videokonferenz immer wieder abgestimmt und so von September bis November 2020 ihr erstes eigenes Theaterstück zu Papier gebracht.

Beruflich ist Florian Klausmann stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar. Mittlerweile wohnt er in Villingen. Armin Dorer ist von Beruf Techniker und arbeitet als Entwickler bei der Firma Sick in Waldkirch. Ohne die Pandemie und damit auch den Wegfall vieler Verpflichtungen am Abend, sagen beide, wäre das Theaterstück wohl nicht entstanden. Seit fast 20 Jahren sind sie aktive Theaterspieler in der Laienspielgruppe Linach und Florian Klausmann führt dort seit 15 Jahren auch Regie. Armin Dorer hat das Schreiben von Theaterstücken sozusagen vererbt bekommen: Sein Vater Bernhard hat für 2008 und 2011 das Freilichttheaterstück „De Linacher Stausee“ geschrieben.

Das jetzige Freilichttheaterstück „Des hets früher it gäi“ ist ein bisschen Heimat und ein bisschen sozialkritisch, aber auch mit viel Schwarzwälder Humor. Es handelt auf dem Linacher Gfellhof. Diesen Hof gab es einst in der Nähe der Staumauer tatsächlich, die Geschichte ist jedoch rein fiktiv. Auf dem Hof im Theater leben Altbauer Franz mit seinem Schwager Sepp und seinem Sohn Hans sowie dessen Freundin Hannah. Diese will mit Feriengästen neuen Schwung reinbekommen. Aber Veränderungen sind bei Franz überhaupt nicht willkommen. Hans scheut die Konfrontation mit seinem Vater und macht damit alles schlimmer. Als die Feriengäste anreisen, nehmen die Turbulenzen ihren Lauf. Warum sträubt sich Franz so sehr gegen die Idee seiner Schwiegertochter in spe? Eine Reise in die Vergangenheit des Gfellhofs bringt Klärung.

Es ist ein recht aufwendiges Theaterstück. Allein 31 Rollen müssen einstudiert werden. Die Altersspanne reicht von zwölf bis 72 Jahren. So spielen Oma Roswitha Straub und ihr Enkel Fabian gemeinsam auf der Bühne. Aber auch neue Spieler konnten für das Theater begeistert werden. Im Mai begannen die Arbeiten für die Freilichtbühne. Die engagierten Helfer bauen wieder eine aufwendige Bühne.