Viele kennen den sympathischen Franzosen, der vor 30 Jahren aus Liebe den Weg von seiner Heimatstadt Paris nach Lenzkirch fand, als gewissenhaften, ideenreichen, zum Perfektionismus neigenden Handwerker. Und die meisten von ihnen wissen um sein künstlerisches, kreatives Schaffenswerk, das nach anstrengender Arbeit oft nach Feierabend und an freien Tagen in seinem Atelier entsteht. „An den Galeriewänden präsentiert Arnaud einen britzelnden Cocktail von sich widerstreitenden Gefühlen“, erklärt sein Freund Peter Bub, der seine künstlerische Entwicklung schon lange beobachtet und begleitet. „Arnaud arbeitet mit großer Intensität und ist nicht nur Maler, sondern er experimentiert auch mit verschiedenen Farbmitteln und Farbträgern, die sich eigentlich nur schwer kombinieren lassen“, verrät sein kunstversierter Freund über die Technik von Golignon.

Ein Forschender

Bub sieht Arnaud als Forschender. Als ein Forschender, der sich dem Wesen des Materials zuwendet und neue Verbindungen schafft. „Mich interessiert und reizt das Gegensätzliche und die Frage, wie etwas Gegensätzliches gleichzeitig ebenbürtig, ohne Herabsetzung sein kann“, erklärt Colignon. Für ihn, wie er selbst sagt, ist das Malen ein tief emotionaler Prozess. Schaut man die teils großflächigen Bilder genauer an, ist darin eine gefühlvolle Reise in tiefe Seelengründe zu erkennen, die den Künstler bei der Entstehung seiner Werke bewegt hat. Golignon ist ein feinfühlender Mensch, der die Natur und alles was um ihn geschieht, genau beobachtet und wahrnimmt.

Liebe zu Holz

Am liebsten malt er auf Holz, meistens ist es altes Holz, auf dem sich seine teilweise vielschichtigen, in verschiedenen farbstarken Techniken ausgestatteten Kunstwerke präsentieren. „Ich liebe altes Holz und habe ein richtiges Faible dafür“, verrät er. „Wenn ich mit dem Malen beginne, weiß ich noch nicht, was daraus entsteht. Es entwickelt sich sozusagen sukzessiv“, informiert der sensible Künstler, der sich selbst als reiner Autodidakt bezeichnet. Seine Vorliebe für altes Holz zeigt sich auch an den ausgestellten Türen, denen er mit moderner Kunst einen neuen Touch verleiht.

Die Bilder des Künstlers sind facettenreich und farbenfroh.
Die Bilder des Künstlers sind facettenreich und farbenfroh. Bild: HTG

Gerne gemalt und seine Umwelt beobachtet, hat der Franzose aus Paris schon als kleiner Junge. „Aber so richtig mit dem Malen angefangen habe ich erst in meinem Saiger Atelier“, erinnert er sich.

Feinsinniger Koch und Gourmet

Sein facettenreiches Leben – mit Ingenieurstudium, Arbeit als Page, Spielzeugverkäufer, Dreharbeiten beim Film und Restaurantbesitzer – gestattete ihm Einblick in viele Bereiche, was ihm heute als eine unerschöpfliche Basis und Quelle für seine Kreativität dient.

Als feinsinniger Koch und Feinschmecker, schätzen seine Familie und Freunde auch seine kulinarische Kreativität. Außerdem könnte man Colignon als einen Vielleser bezeichnen, der einen großen Kenntnisreichtum der Literatur besitzt. Als großzügig denkender Franzose setzt er sich, wenn auch manchmal knirschend, mit der Weltliteratur auseinander. Französisch ist auch seine Aussage, dass er sich nicht gerne in eine Schublade stecken lassen mag und Grenzen nicht so sein Ding sind.

Materialisierte Emotion

„Ich male einfach instinktiv und möchte Emotionen verstehbar machen, indem ich diese in Farbe übersetze“, erklärt er. „Meine Bilder sind im Entstehungsprozess materialisierte Emotionen, die ich besonders über die Farbe ausdrücke“, unterstreicht der Franzose seine künstlerische Vision. Nachdem die letzte Ausstellung des Künstlers vor sieben Jahren erfolgreich war, ist eine nächste Ausstellung im Parkhotel Adler in Hinterzarten geplant, worauf sich Arnaud Colignon schon jetzt freut.

Die Galerie in Lenzkirch ist immer samstags, von 8 bis 18 Uhr, geöffnet. Anmeldungen unter der Telefonnummer 07653-962134 oder 0173-6613704.