Bewegende Ereignisse merkt man sich. Umso mehr, wenn sie eine ganze Stadt und sogar das Umland bewegen. In dieser Mehrdeutigkeit ist das Riesen-Ereignis, das der Motorenhersteller Dunker in Bonndorf schon vor zwölf Jahren erstmals veranstaltet hat, auch gemeint. Die Antriebe der Firma bewegen. Mit Bewegung, nämlich Sport, ist die ganze Bevölkerung aufgerufen, etwas für die Gesundheit zu tun. Dafür trifft man sich an einem Wochenende, 25. und 26. Juni, an verschiedenen Schauplätzen, um nach der Bewegung die Begegnung zu feiern – und schon das ist wieder bewegend.

Alle, die mitmachen, unterstützen mit ihrem Tun einen guten Zweck, nämlich Menschen deren Schicksal bewegt, denen man gerne hilft. Damit gemeint sind nicht nur die Sportler, sondern auch diejenigen, die lediglich zuschauen und anfeuern können oder wollen und dabei die vielen Versorgungsstationen nutzen. „Nach zwei Jahren Abstinenz durch Corona, die einen tiefen Einschnitt in die Dunkertradition hinterlassen hat, freuen wir auf die neue Normalität“, so Geschäftsführer Uwe Lorenz.

Wie immer werden die verschiedenen sportlichen Aktivitäten bewertet (siehe Infokasten) und tragen zum guten Zweck bei, der dieses Mal bei Dunker-bewegt im Mittelpunkt steht: Tatsächlich gibt es durch Mitarbeiter des Bonndorfer Motorenherstellers Verbindungen ins Ahrtal – wo bis heute, ein knappes Jahr nach der Flutkatastrophe, noch viele Menschen in Provisorien leben. „In unserer Familie betrifft das gleich vier Häuser, das meiner Eltern, die von meinen Brüdern und das meiner Oma, in dem ich mit meinem Sohn lebe“, erzählt Sandra Wollersheim, deren Familie mit den Bonndorfer Sportaktivitäten unterstützt werden soll.

Dankbar ist sie schon heute. Denn ihr inzwischen achtjähriger Sohn habe die Katastrophe gut überstanden – trotz des Bangens, 15 Stunden über Nacht, bei vollkommener Dunkelheit ohne Strom und Empfang für das Mobiltelefon, im Speicher des Hauses. Das bisherige Daheim war bis zum Obergeschoss voll Wasser, Schlamm und Schlick. Nur ein Kuscheltier und ein Schlafsack konnten gerettet werden. Ab und zu kämen die Erinnerungen zwar hoch. „Aber ich habe ihn von Anfang an immer einbezogen und mit ihm geredet über das Erlebte. Das zahlt sich nun aus“, so die alleinerziehende Mutter. Von heute an sei es aber noch mindestens ein Jahr, bis das Haus wieder bewohnbar sei.

„Unsere Aktion geht ja schon lange über die Firma hinaus, die ganze Stadt ist im Boot“, betont Personalleiterin Renate Heizmann, bei der abermals alle Fäden zusammenlaufen. Es ginge darum, dass alle aufstehen und mithelfen. „Damit wird nicht zuletzt auch der Teamgeist aller gestärkt, ob der von Mitarbeitern oder von Mitbürgern“, so Heizmann. Erstmals dabei ist Bürgermeister Marlon Jost, der im vergangenen Jahr gewählt worden war. „Dunker bewegt hält die Stadt Bonndorf in Schwung. Sport, Spiel und Spaß stehen im Vordergrund und das wichtigste ist das Gemeinschaftsgefühl. Ich selbst bin beim Start mit dem Durchschneiden des Bandes dabei, dann pfeife ich das Fußballspiel an oder bin bei der Siegerehrung mit eingebunden“, freut sich Jost.

Und auch bei den Vereinen freut man sich auf das Event. Christian Kirchsteiger, als Dunkermitarbeiter und TuS-Vorstandsmitglied in Doppelrolle unterwegs, freut sich auf das Fußball-Gaudi-Turnier am Samstagmittag. „Es stehen schon ein paar Spiele fest. Gegen Ende der Anmeldefrist werden es sicher wieder sehr viele sein“, so der Organisator der Fußballaktivitäten auf dem Sportplatz. Luzia Sigwart, die Vorsitzende des Skiclub, der gemeinsam mit der örtlichen DLRG für die Durchführung des Megathlon am Sonntag steht, freut sich über neue technische Möglichkeiten. Die Strecke könne vorher schon abgefahren und geübt werden, denn sie sei auf den Flyern und im Netz leicht per QR-Code hochzuladen. Auch könnten die Teams wieder entsprechend ihren sportlichen Möglichkeiten aufgestellt werden. „Es soll ja niemand scheitern, sondern allen gemeinsam Spaß machen“, so Sigwart.