Mal ehrlich – eigentlich haben wir uns im letzten Jahr ganz fest vorgenommen, es an der Fasnet 2022 wieder so richtig krachen zu lassen – und das durch die Pandemie Entgangene nachzuholen. Leider lässt Corona auch in diesem Jahr nicht locker und hält die Narren erneut im Zaum. Nachdem unsere Landesregierung auf Grund der rasant steigenden Inzidenzen zunächst sämtliche Aktivitäten untersagt hatte, ging ein Aufschrei durch das närrische Volk und die Politiker ruderten zumindest ein stückweit zurück.

Umzüge müssen ausfallen

Umzüge bleiben wegen der Gefahr der „Durchmischung“ zwar weiterhin untersagt, aber zumindest können Fastnachtsveranstaltungen unter Einhaltung bestimmter Vorschriften stattfinden. So gelten in Innenräumen als auch im Freien eine FFP2-Maskenpflicht, auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz mit Ausnahme beim Essen. Das Hygienekonzept und die Zugangsbeschränkungen müssen vom Veranstalter streng kontrolliert werden.

Schweren Herzens haben die Zünfte und Vereine die ganz großen Sachen wie Umzüge, Bälle und Jubiläen absagen müssen. Der Aufwand für die Hygienekonzepte, die allgemeinen Kontrollen und dazu das Haftungsrisiko ist ihnen einfach zu groß. So bleibt abzuwarten, wie viele Narren in diesem Jahr letztendlich durch die Straßen der Städte und Gemeinden ziehen werden. Geöffnet haben auf jeden Fall die Gaststätten und auch einige Zünfte werden wohl ihre närrischen Stuben öffnen.

„Wir planen auf jeden Fall etwas für unsere Hästräger und Mitglieder“, sagt der Zunftmeister der Bonndorfer Pflumeschlucker, Clemens Podeswa. Allerdings möchten er und seine Narrenräte das erst gar nicht an die große Glocke hängen – um zu vermeiden, dass es zu einem Massenauflauf kommt und sie die Narren von auswärts unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken müssen. „Die Zunftmeister der Landschaft Baar treffen sich noch in dieser Woche, um auszuloten, was letztendlich machbar ist“, erklärt Podeswa.

Dabei hatten sich die Pflumeschlucker für die Fasnet 2022 einiges und auch neues vorgenommen – vor allem in Bezug auf den Umzug am Fasnetmendig. Künftig wird es eine geordnete Umzugsreihenfolge geben und die Aufstellung erfolgt in der Brunnen-, Spiegel- und Lindenstraße. Um das närrische Treiben in der Innenstadt zu halten, bleibt die Stadthalle geschlossen und auf dem Sparkassen-Platz wird eine Bühne aufgebaut. Die Bewirtung übernehmen dann die Vereine in diversen Garagen. „2024 feiern wir unser 100-jähriges Jubiläum und hoffen natürlich, das bis dahin der ganze Corona-Spuk zu Ende ist“, betont der Narrenvater.

Feldberger Gluggerewiieber

Absagen mussten auch die Feldberger Gluggerewiieber ihren legendären „Gluggerobend“. Gemeinsam mit der Feldberger Bärenzunft wollen sie zur Aufmunterung der Narren dazu aufrufen, „unser Dorf fastnächtlich zu schmücken und zu dekorieren“. Unter dem Motto: „Der Weihnachtsbaum wird zum Narrenbaum“, sollen ganz viele Feldberger den noch vorhandenen Christbaum mit bunten Teilen schmücken. „Vielleicht finden auch ein Huhn oder ein Bär den Weg in einen bunten Baum“, so die Gluggerewiiber. Und sollte der Weihnachtsbaum schon entsorgt sein, kann natürlich die bunte Deko auch auf andere Weise am oder ums Haus angebracht werden – es darf grenzenlos drauf los geschmückt werden. Die drei schönsten Narrenbäume werden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Die Feldberger Gluggerewiieber und die Feldberger Bärenzunft freuen sich auf ganz viele kreative Ideen.

Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, soll ein Foto an die E-Mail-Adresse der Gluggere Wieber schicken: gluggere.feldberg@gmail.com Einsendeschluss ist Dienstag, der 22. Februar.

Das soll Hoffnung machen

22.02.2022, ein besseres Datum gäbe es kaum,
aber auch dieses Jahr: aus der Traum.
In den Startlöchern hatten wir verharrt,
aber das Virus wieder „NEUES“ angekarrt.
Omikron saust nun umher
und die Fasnachtssäle wieder leer.
Mimik und Gestik – unsere Joker schlechthin,
mit Masken gäbe das gar keinen Sinn.
So werden wir auf 2023 bauen
und hoffnungsvoll nach vorne schauen.
Der 14.02.2023 ist gesetzt,
notiert den Termin schon jetzt.
Und so hoffen wir, mein lieber Schieber –
auf ein dreifach kräftiges:
Gluggere – Wiieber!