Uns macht es großen Spaß und der Verkaufserlös wird immer für einen guten Zweck verwendet“, betont Susi Winter. Die ehemalige langjährige Gemeinderätin ist eine der Frauen, die samstags ehrenamtlich hinter dem gut sortierten Flohmarktstand stehen und die von wohlgesinnten Bürgern gespendeten Raritäten an den Mann oder die Frau bringen. Eigentlich finden die Flohmarktbesucher immer etwas, was ihnen Freude bereitet. Manchmal sind es wertvolle Kleinigkeiten, die sich unter den angelieferten Flohmarktartikel verstecken.

Immer dabei ist die 90-jährige Elisabeth Grüninger. Sie war langjährige Leiterin der Katholischen Frauengemeinschaft und versteht es gut mit den Kunden. „Es ist immer schön, wenn die Leute vorbeikommen und auch nur guten Tag sagen. Meistens nehmen sie dann doch etwas mit. Schließlich zählt bei uns jeder Cent und es läppert sich zusammen“, so Grüninger. Sie leitet auch die Strickstunde, zu der sich montags die fleißigen Strickerinnen treffen.

Neben Pullovern, Mützen und Schals werden bei den Stricktreffen meistens warme, bunte Socken angefertigt. „Und die gehen weg wie warme Semmeln“, freut sich die agile Strickchefin. Wenn dann mal eine der Damen krankheitshalber ausfällt, gibt es eine kleine Lücke im Angebot. „Wer möchte, kann auch gerne in die Strickstunde kommen und mitmachen“, unterstreicht die emsige Rentnerin. Dann fügt sie hinzu, dass es auch Hilfestellung gibt, bei dem nicht immer leicht zu strickende Käppchen. So nennt man in Strickkreisen die Sockenferse.

Für den, der gerne Bücher liest, ist der Flohmarktstand der katholischen Frauengemeinschaft die richtige Adresse. Von Belletristik, über Sach- und Kochbücher, bis hin zu Krimis und anspruchsvoller Literatur und Bildbände, die es schon ab einem Euro gibt, ist alles zu finden, um sich eine gemütliche Lesestunde zu gönnen. Gerne dabei ist auch Gretel Gnann, sie weiß genau welche Bücher interessant sind und kennt sich in den gut gefüllten Bücherkisten genauestens aus.

Um 7.30 Uhr beginnt der Flohmarkt

Bereits um 7.30 Uhr räumen die fleißigen Bienen ihre Kostbarkeiten aus den bereitgestellten Kisten. Und manchmal warten schon die ersten Kunden, um das Beste zu ergattern. „Diesen Samstag ist noch nicht so viel los aber es wird sich schon noch ändern, wenn die ersten auf dem gegenüberliegenden Samstagmarkt einkaufen gehen“, meint Susi Wiemer. Wie allen anderen Damen der katholischen Frauengemeinschaft, ist es ihr das wichtigste, helfen zu können. Erst vor kurzem war es ihnen möglich an die Flutopfer im Ahrtal zu spenden. „Wir spenden spontan dorthin wo es akute Notfälle gibt und das kann auch schon mal eine private Person sein, die unbedingt Hilfe benötigt“, informiert sie. Zu den Spendenempfängern gehört auch das Kinderhospiz oder der Kindergarten.

So langsam kommen die Kunden und ihr Einsatz ist gefordert. Für einen Euro ersteht eine junge Frau ein feines Gold-Ledertäschchen und ist glücklich. Das dazu gehörige, ebenfalls in einem Ledergoldmäppchen eingepackte Maniküre-Set, möchte die Dame aber nicht. „Auch hier wird sich ein Käufer finden“, sind sich die Damen am Stand sicher. Genauso wie für die selbstgestrickten Socken, die angesichts des zu erwartenden Gasmangels noch zur Mangelware entwickeln könnten.