Georg Thoma gilt als eines der Urgesteine des deutschen Sports. Am Samstag feierte der Olympiasieger von Squaw Valley in der Nordischen Kombination von 1960 seinen 85. Geburtstag. Gleichzeitig gab es im Hugenhof für die geladenen Gäste und Besucher an historischer Stätte mit dem 25-jährigen Bestehen des Schwarzwälder Skimuseums einen weiteren Grund zur Freude. Die Windeck-Maidle und Bueben umrahmten die Feierlichkeiten musikalisch.

Mit über 150 000 Besuchern und 55 Ausstellungen avancierte die Einrichtung im vergangenen Vierteljahrhundert seit der Eröffnung zu einer Erfolgsgeschichte. Hinterzartens Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch erinnerte bei der Begrüßung an den Beginn: „Ohne Georg Thoma würde es das vielleicht schönste Skimuseum Deutschlands nicht geben“. Die Schar der Gratulanten zu diesem Doppel-Geburtstag war groß und reichte von SVS-Präsident Manfred Kuner über BSB-Präsident Gundolf Fleischer, bis hin zu zahlreichen Freunden und Bekannten aus vergangenen Tagen, die nicht nur gratulierten, sondern sich im Verlauf des Tages an so manche Anekdote erinnern und austauschen konnten.

Der Leiter des Skimuseums, Alfred Faller bei der Laudatio zum Jubilläum „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“Der Leiter des Skimuseums, Alfred Faller bei der Laudatio zum Jubilläum „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“
Der Leiter des Skimuseums, Alfred Faller bei der Laudatio zum Jubilläum „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“Der Leiter des Skimuseums, Alfred Faller bei der Laudatio zum Jubilläum „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“ Bild: Hahne, Joachim

Der damalige Bürgermeister Hansjörg Eckert ließ in einem launigen Rückblick die von Georg Thoma aus Oslo mitgebrachte gute Idee und den schwierigen Beginn nochmals Revue passieren. Der „Gold-Jörgle“ feierte 1987 seinen 50. Geburtstag. „Wir waren uns einig, es muss `Schwarzwälder Skimuseum´ heißen, einzig der gemeindeeigene Hugenhof kam dafür in Frage und wir hatten kein Geld“, ergänzte Eckert. Dafür aber viele weitere gute Ideen. Sportreporter Werner Kirchhofer veröffentlichte diese in den Medien. Es wurde zu Spenden aufgerufen und es kam einiges an Geld zusammen. Handwerker packten größtenteils ehrenamtlich beim Umbau und der Einrichtung des Hugenhofs mit an. Dankesworte richtete Eckert auch an die Vielzahl von Schwarzwälder Skiclubs, die alte Exponate dem Skimuseum zur Verfügung gestellt haben.

Zehn Jahre später zum 60. Geburtstag erfolgte die Eröffnung. „Schorsch, alles Guete, du bist der beste Botschafter für den Ort“. Und ja, Pläne für den 90. Geburtstag der Hinterzartener Skilegende gibt es auch schon. Bis dahin soll das Skimuseum mit dem Ausbau der Scheune nochmals erweitert werden. „Und den 100. Geburtstag von Georg Thoma feiern wir dann wieder hier gemeinsam“, Details wollte Eckert aber noch nicht verraten.

Auch dieses alte Rennrad wurde aus der Schatzkiste von Georg Thoma anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“ herausgekramt.
Auch dieses alte Rennrad wurde aus der Schatzkiste von Georg Thoma anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Schwarzwälder Ski-Museum Hinterzarten“ herausgekramt. Bild: Hahne, Joachim

Mit Witz und Charme informierte Alfred Faller die Gäste zur anstehenden Eröffnung, „dass du die Idee hattest, ist unbezahlbar, die 56. Ausstellung ist dir gewidmet lieber Georg, sagte ein zu Tränen gerührter Museumsleiter. 100 Fotos wurden aus der Schatzkiste gekramt, Startnummern, Urkunden und ein altes Rennrad, mit dem der „Gold-Jörgle“ nicht nur zum 2757 Meter hoch gelegenen Stilfser Joch gestrampelt war, sind vor Ort noch bis zum 8. Januar 2023 zu sehen. Fehlen in der Sammlung der Relikte darf natürlich auch nicht die Speisekarte vom Lufthansa-Flug aus dem Jahr 1960 zu den für Thoma so erfolgreichen Olympischen Winterspielen nach Squaw Valley. „Ohne dich gäbe es diese Ausstellung nicht, ergänzte Faller, den in seiner nun schon 10-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit auch eine persönliche Freundschaft mit Thoma verbindet.

„Vielen Dank, dass so viele Leute gekommen sind. Gefreut habe ich mich immer über die Wertschätzung, aber etwas Besonderes wollte ich nie sein“, sagte der wie immer bescheidene Altersjubilar.

Weitere aktuelle Informationen zum Schwarzwälder Skimuseum unter:

www.schwarzwaelder-skimuseum.de