Der Arbeitsplatz ist nicht nur wichtig für den Broterwerb. Er bestimmt rein zeitlich auch einen großen Teil unseres Lebens. Umso wichtiger ist es, in einem passenden Umfeld beschäftigt zu sein. Die HeDu-Berufsinformationsbörse in der Bonndorfer Stadthalle hat genau das zum Thema. Für den 5. Mai wird derzeit der erste Präsenz „HeDu-Tag“ nach zwei Jahren Coronapause geplant. „He“ und „Du“ stehen für die beiden Technologiefirmen in der Bonndorfer Allmendstraße, Hectronic und Dunkermotoren. Letztere ist mit 1000 Mitarbeitern die größte Firma am Ort. Die beiden Betriebe sind direkte Nachbarn und die Gründerfirmen dieser Informationsbörse. Sie ist entstanden aus einer Ausbildungsinitiative von Dunker und Hectronic, die wiederum mit bundesweit bedeutsamen Preisen bedacht wurde.

Von anfänglichen Informationstagen, die ausschließlich in den beiden genannten Firmen stattgefunden haben, hat sich das Spektrum schon vor Jahren auf die ganze Stadt ausgeweitet. Inzwischen ist der Event eine buntgemischte Ausstellung in und um die Bonndorfer Stadthalle für alle Interessenten aus der Region. „Ich freue mich riesig, dass wir endlich wieder live informieren und damit auch soziales Leben wieder starten kann“, betont Dunker-Geschäftsführer Uwe Lorenz.

Die Berufsinformationsbörse HeDu hat noch 2019 in der Bonndorfer Stadthalle stattgefunden. Nun, nach Corona-bedingter Pause ist für den 5. Mai wieder ein solches Event geplant.
Die Berufsinformationsbörse HeDu hat noch 2019 in der Bonndorfer Stadthalle stattgefunden. Nun, nach Corona-bedingter Pause ist für den 5. Mai wieder ein solches Event geplant. Bild: Gudrun Deinzer

Rund 25 Ausbildungsbetriebe stellen sich den jungen Berufsanfängern und Studenten vor. Denn auch Hochschulen sind wieder mit von der Partie, die viele interessante Angebote in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben im Gepäck haben. Der Arbeitgeberverband Südwest-Metall ist mit einem riesigen Informationsbus vor Ort. Es wird Theater gespielt. „Szenisch dargestellt und auf die Bedürfnisse von jungen Leuten zugeschnitten, gibt es da eine große Extraportion Mut, die wir unseren jungen Leuten machen werden“, verrät Dunker-Personalleiterin Renate Heizmann.

Auszubildende überall gefragt

„Nachwuchs braucht man in allen Bereichen“, postulierte Bonndorfs Bürgermeister Marlon Jost beim Vorgespräch und lobte die Initiative, die für alle Arbeitgeber der Stadt eine wichtige Einrichtung sei – 600 Schüler aus der gesamten Region sind bereits angemeldet. Die Organisatoren bedauern allerdings, dass derzeit nur bestimmte Handwerksbetriebe ihre Teilnahme zugesagt haben. Friseure fehlen bisher gänzlich und auch Baufirmen, die Poliere ausbilden. Dafür könnten sich auch noch Firmen aus der Region melden.

„Zeitlich ist der Bewerberprozess atypisch geworden, bis September waren nicht alle Ausbildungsplätze belegt“, erläutert Eike Mazuga, Personalleiterin von Hectronic. Damit nimmt sie Bezug auf die auch in schulischer Hinsicht außergewöhnlichen Jahre, die sich unter anderem niedergeschlagen haben auf das bewährte Konzept des direkten Kontakts der Firmen mit Schülern vorab – bei Praktika-Einheiten oder auch in der Schule. Das war in dieser Zeit kaum möglich, worunter, für die Firmen spürbar, die Berufsinformation gelitten hat.

Insofern sind insgesamt die Chancen derjenigen, die sich nun für den Einstieg ins Berufsleben interessieren, höher und vielfältiger. Allerdings haben auch Ungelernte Chancen zur Qualifizierung. „Unsere Weiterbildungsoffensive Diamant im Unternehmen möchte Betriebe gezielt sensibilisieren, den Rohdiamanten in Form eines Beschäftigten ohne Berufsabschluss im eigenen Unternehmen zu finden und ihn – in Form einer Qualifizierung- zu einem glänzenden Diamanten zu verwandeln und somit sein ganzes Potenzial auszuschöpfen“, sagt Horst Eckert, Leiter der Agentur für Arbeit in Lörrach, der zudem betont, dass in der Zeit einer solchen Qualifizierung der Arbeitnehmer keine Gehaltseinbußen hat.