Das ehrgeizige sieben Millionen Euro Projekt am sogenannten Bärental-Kreisel soll künftig sowohl die Einheimischen als auch Touristen anziehen. „Wir sind als Flussschiff gestartet und jetzt ist es ein Traumschiff geworden“, freut sich Bauherr und Inhaber Johannes Pokrzywa über die gelungene Verwirklichung seiner Vision von „Schwarzwald“.

Das Angebot von „Wälder Genuss“ ist beeindruckend: An die 200 regionale Produzenten aus dem gesamten Schwarzwald, vom Kaiserstuhl und Hochrhein, aus dem Markgräflerland und der Ortenau, bieten mit rund 3000 Artikeln so ziemlich alles was Herz, Seele und Magen begeistert. Vom knackfrischen Obst, Gemüse über Speck, Leberwurst, frisches Bauernbrot, Milchprodukte, Käse, beste Weine, Schnäpse und Biere aus zwölf verschiedenen Brauereien, bis zu Holzwaren verschiedenster Art stehen für die Kunden in den Regalen. Dazu gehören auch Spielzeug, Filzwaren und Souvenirs, Kunstartikel, Bücher über den Schwarzwald und Kosmetik bereichern das vielfältige Angebot.

„Viele Menschen, die den Schwarzwald besuchen, erwarten bei uns im Wald eine Hänsel- und Gretl Welt, was aber nicht so ist“, betont Pokrzywa, der das Hotelfach gelernt hat, aber schnell begriff, dass damit kein Vermögen zu erschaffen ist. Der jetzt 62-jährige erfolgreiche Geschäftsmann stieg zuerst ins Versicherungsgeschäft und dann in den Immobilienmarkt ein. Seit vierzig Jahren verdient er sich sein Geld als Selbständiger. „Meine leider vor ein paar Jahren verstorbene Ehefrau träumte immer von einem kleinen Café und jetzt habe ich es hiermit verwirklicht, nur etwas größer“ erzählt er.

Mit seinem Projekt, will der bodenständige und überzeugter Wälder auch zeigen, dass der Schwarzwald nicht nur Bollenhut und Trallala verkörpert, sondern dass seine Bewohner sehr kreativ und äußerst einfallsreich sind. Trallala ist ein Genießer und man sieht es ihm an, dass Essen seine große Leidenschaft ist. „Ich habe wirklich alles was wir hier anbieten selbst probiert, bevor es in den Marktregalen aufgenommen wurde“, verrät er und schwärmt von der besten Leberwurst der Welt. Dabei unterstreicht der Vater von zwei Kindern und zwei Enkel, dass es bei „Wälder: Genuss“ darum geht, zu zeigen, was der Schwarzwald alles Gutes bei hoher Qualität hergibt.

Die siebenjährige Vorbereitungszeit ließ ihm genug Spielraum zur Entwicklung seines Traumprojektes. Allerdings musste er auch durch Corona und den Krieg etwas umdenken und manche Pläne ändern. Außerdem wurde der Markt um zwei Millionen teurer. Heute ist der gestandene Hotzenwälder, dessen Vater, den es aus dem Vogtland in den Schwarzwald verschlug, sich auch bald in eine schöne Schwarzwälderin aus Dachsberg verliebte und mit ihr fünf Kinder zeugte, mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Liebe zum heimischen Wald und zum gebürsteten Fichtenholz aus dem Schwarzwald, spiegelt sich auch in den sich im zweiten Stock befindlichen gemütlichen Gasträumen wider. Viel Holz und Glas, wurde darin verbaut. Der alte Holz-Stammtisch ist über 300 Jahre alt und 4,50 Meter lang. Beleuchtete Kettenvorhänge an den Decken simulieren einen Blick in den Wald. 140 Gäste finden auf 400 Quadratmetern dort ein typisch schwarzwälderisches Angebot.

Auf der Speisenkarte zu finden sind unter anderem: „Badisches Dreierlei“, das ist Wurstsalat, Bibelekäse und Brägele (Bratkartoffeln), Buurebratwurst vom Naturparkschwein und husgmachte Herdöpfelsalat, Dazu gibt‘s Schwarzwälder Burebrot, verschiedene Suppen und Schnittlauchbrot. Für Burgerfreunde hat der Küchenchef unter anderem einen „Feldbörger“ kreiert. Auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz und für die „Süßen“ ist die Kuchenauswahl riesig.

Damit sich der Gast wohl fühlt hat Pokrzywa nicht an qualifiziertem Personal gespart. Wir haben 50 bis 70 Leute beschäftigt. „Es war nicht schwer gutes qualifiziertes Personal zu finden und ich habe keinen abgeworben“, versichert er. „Die Leute wollen etwas Neues, zentral gelegen, wo sie gut hinkommen, was auch mit der Bahn gut zu erreichen ist und sie wollen gutes Geld verdienen“, sagt er weiter.

Wer im Freien die gute Schwarzwaldluft atmen möchte, findet auf einer großzügigen Terrasse 140 Außensitzplätze. Ein Konferenzraum mit 40 Plätzen steht ebenfalls zur Verfügung. Pokrzywa sieht sein Markt nicht als Konkurrenz zu seinen Nachbarn auf der anderen Straßenseite. Er strebt an mit den Hotels im Schwarzwald zusammenzuarbeiten. Außerdem denkt er daran, in den Gasträumen Veranstaltungen mit Schwarzwälder Brauchtum anzubieten. Auch an die Elektroautos hat Pokrzywa gedacht und eine Ladestation gebaut. Außerdem sollen auch E-Bike-Fahrer ihr Rad künftig aufladen können. An Ideen fehlt es dem innovativen Schwarzwälder jedenfalls nicht.

Für den Feldberger Bürgermeister Johannes Albrecht ist die neue Attraktion mit dem riesigen regionalen Produktangebot ein großer Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. „Mit Messer und Gabel können sozusagen die Kurgäste zur Landschaftserhaltung beitragen“, verdeutlichte er. Pfarrer Herman-Josef Zoche übernahm die Segnung des neuen Marktes.