Der deutschlandweite Kindermalwettbewerb wurde 2008 durch das Unternehmen Staedtler im Zusammenhang mit dem „Weltkindermaltag“ ins Leben gerufen. Es ist eine Kooperation zwischen dem Farbstiftproduzenten und der Kinderhilfsorganisation „Plan International Deutschland“ (PID). Akteure dieses Projekts sind Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren, die alleine oder in Gruppen arbeiten. Für jedes eingereichte Bild bezahlt Staedtler einen Euro an ein Projekt von PID. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 000 Bilder eingereicht. Die Auszählung der gerade ausgelaufenen Aktion dauert noch an.

Erstmals dabei waren der Kindergarten Reiselfingen und die Grundschule Göschweiler. Das Thema „Entdecke die Natur in der Luft“ behandelten die Vier- bis Sechsjährigen in Reiselfingen gemeinsam, während die Schülerinnen und Schüler in Göschweiler in Kleingruppen gleich mehrere Bilder fertigten. Insgesamt knapp 30 Kinder ließen es sich nicht nehmen, für Kinder in Peru zu malen – nicht zuletzt damit diese langfristig nahrhaftes Essen bekommen. PID möchte vor allem die Mütter der Familien entsprechend schulen, damit diese aus den vorhandenen Möglichkeiten gesundes Essen auf den Tisch bringen können. Zusätzlich werden sie auch in Hygienemaßnahmen und Finanzen unterwiesen.

Kinder sind begeistert

Mit viel Begeisterung und Kreativität machten sich die kleinen Künstlerinnen und Künstler an die Arbeit. Im Kindergarten nahmen sieben der insgesamt 21 Kinder der Gruppe „Pusteblume“ freiwillig an der Gestaltung eines Bildes zum Thema: „So lang wie der Spieleteppich in der Gruppe“, teil. Begleitet wurde die Malaktion von Regina Klappan, die als Zusatzkraft im Kindergartenteam mitarbeitet und nebenher „Kindheitspädagogik“ studiert. Ihr thematischer Einstieg gelang über eine „Mini-Meditation“, die einem „Brainstorming“ gleichzusetzen ist. Unter der Devise: „Was sieht unser Gehirn, ohne dass die Augen gucken?“, so Klappan, sprudelten die kindlichen Ideen und Vorstellungen nur so heraus.

Der Himmel als Hintergrund wurde zunächst in verschiedenen Farben eingefärbt, denn der ist ja nicht immer nur blau, wie die Kinder feststellten. Jedes Kind brachte seine eigenen Ideen zu den „Fliegsachen“, wie die kleine Luisa Willburger es definierte. Sie selbst kreierte eine Eule und Schmetterlinge in den Himmel. Die fünfjährige Klara Kringe zauberte Sterne und machte beim Segelflieger mit, wie auch Marco Thuet, der an eine Sternschnuppe als Himmelsobjekt dachte. Jeanne Rosenkranz ergänzte Sternschnuppe mit Wolken. Eine Fledermaus und einen ganzen Regenbogen, den Marco am liebsten „runterdüsen“ wollte, malte Milo Bausch. Mara Langenbacher gelang ein Heißluftballon und Lewin Frei dachte an eine Sonne und ließ eine dicke Hummel samt Stachel am Himmel fliegen. Insgesamt wurde an vier Tagen für das Charity Bild gewerkelt und gemalt. Das Ausschneiden mancher Komponenten war dabei die größte Herausforderung, erklärt Klappan.

Die Grundschulkindern im Alter zwischen sechs und acht Jahren gingen systematisch vor. Letztlich entstanden die fünf Themenbereiche der Wolken, der Tiere, der Pflanzen, der Menschen in der Luft und windbewegte Luft. „Menschen in der Luft“ wurde unter dem Begriff der „Bionik“ gestaltet. „Das ist, wenn der Mensch sich etwas von der Natur abschaut“, wie Lily Furtwängler genau weiß. Etwa das Prinzip der Ahornsamen, welches sich in den Rotoren von Hubschaubern wiederfindet. Neben Löschflugzeug, Rakete und anderen Errungenschaften, die die Leidenschaft des Menschen, fliegen zu wollen erlauben, düst sogar eine „Conquest“ über das Bild der Menschen in der Luft.

Grundschullehrerin Renate Maier, die mit ihren Schützlingen das Thema von allen Seiten beleuchtete, hielt die Kinder an, ihre eigenen Beobachtungen und Erfahrungen mit zu berücksichtigen. So wurde festgestellt, dass Vögel, die weiter weg sind, kleiner gemalt werden mussten, als der Spatz direkt vor der Nase. Fachbücher aus der schuleigenen Bücherei und der Computer wurden zu Rate gezogen oder auch eine Vorlage draußen rund um das Schulhaus gesucht, wie Blätter, die detailgetreu abgezeichnet wurden. „Wenn es mal so richtig stürmt“, war die Grundlage für beispielsweise Windrad, Windhose und sogar ein Hurrikan auf dem Bild der windbewegten Luft.

Verschiedenste Materialien und Techniken kamen zum Einsatz und die Kinder bewiesen sich als glänzende Beobachter und begeisterte Künstler. Renate Meier freut sich über das gelungene Projekt und ist sich sicher: „Daran werden sich die Kinder noch lange erinnern.“

Was wäre ein Wettbewerb ohne Ranking? Neben Geldpreisen gibt es für die 80 fantasievollsten Einsendungen kreative Warenpakete zu gewinnen. Und tatsächlich trudelte gerade ein kleines Gewinnerpaket im Kindergarten Reiselfingen ein. Erreicht wurde ein Platz irgendwo zwischen dem vierten und dem zwanzigsten. Wir erinnern uns: Im letzten Jahr waren es mehr als 30 000 Bilder. „Die Kinder haben sich gefreut wie Bolle!“, so Regina Klappan. In diesem Sinne drücken wir auch den anderen kleinen engagierten Künstlerinnen und Künstlern die Daumen.