Mit einer neuen Sonderausstellung meldet sich das Hans-Thoma-Kunstmuseum nach der Herbstpause zurück: „Zurück ins Rampenlicht – Gemälde aus einer süddeutschen Privatsammlung“ ist die Schau überschrieben, die ab Sonntag, 19. Dezember, gezeigt wird, sagt Museumsleiterin Margret Köpfer. Das Museum selbst mit seinen verschiedenen Dauerausstellungen öffnet bereits am Samstag, 18. Dezember, die Pforten wieder. Das Heimatmuseum Resenhof ist ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) wieder für das Publikum zugänglich. Es gilt die 2G-Plus-Regel.

Die neue Sonderausstellung, die man getrost als „das“ Kunstereignis der Hochschwarzwälder Wintersaison ansprechen kann, macht Kunst sichtbar, rückt solche Kunstwerke ins Rampenlicht, die die Öffentlichkeit sonst nicht zu Gesicht bekommt, weil sie normalerweise in den Privaträumen eines Sammlerehepaars hängen. Die Bernauer Präsentation hat aber noch mehr zu bieten. Sie erläutert beiläufig eine schöne Passion, eine Leidenschaft.

Das Sammeln von Kunst kann in gewisser Weise „Leid“ hervorrufen, Leiden schaffen, vor allem dann, wenn es einmal nicht gelingt, ein Objekt der Begierde zu erreichen. Das wichtigste Werk ist, wie jeder echte Sammler nur zu gut weiß, stets jenes, das man noch nicht besitzt.

Sammeln vermag freilich auch die Ursache für größte Freude zu sein, wenn beispielsweise der Bestand an Bildern nach und nach erweitert und abgerundet werden kann. Oder wenn ein Teil des eigenen Sammlungsbestandes für einen begrenzten Zeitraum in einem öffentlichen Museum zu sehen ist und so, neu gehängt in neutralen Räumen, in einem gänzlich anderen Licht erscheint.

Mindestens ebenso groß ist die Freude in einem solchen Fall allerdings auch für alle Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, die in den Genuss von Werken kommen, die normalerweise nicht betrachtet werden können. Die Sammlung Beringer/Hoffmann, die nun in Teilen im Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau ausgestellt wird, besitzt zudem große Qualität und ein klares Profil. Außerdem ist sie erstklassig gepflegt und befindet sich in einem konservatorischen Zustand, wie er selbst in staatlichen und kommunalen Häusern nur selten anzutreffen ist.

Sie widmet sich der sogenannten „anderen Moderne“, wendet sich also südwestdeutschen und schweizerischen Künstlern zu, die weder zur Avantgarde gehörten noch der Abstraktion den Weg bereiteten. Unter anderem konzentriert sich die große Bernauer Ausstellung auf Werke von Karl Bartels, Hans Brasch, Julius Heffner, Adolf Hildenbrand, Hans Lembke, Emil Lugo und Hans Sturzenegger.

Erst mit diesen und manchen anderen Künstlerinnen und Künstlern gewinnt man einen unverfälschten Blick auf die „Moderne“ mit all ihrer Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Die Präsentation gibt Einblick in die Kunst des Produzierens, des Sammelns und Bewahrens.