Die Fußball-Bundesliga hat Sommerpause. Nach einer aus Sicht des SC Freiburg besonders spannenden und erfolgreichen Saison: Mit Rang sechs für die Europa-League qualifiziert. Dazu gegen RB Leipzig erstmals im Finale um den DFB-Vereinspokal. Unzählige Fans waren bei den Heimspielen im Europapark-Stadion und beim Endspiel in Berlin. Mittendrin, statt nur dabei, Stefan Mayer. Der waschechte Hochschwarzwälder ist seit dem Beginn der Saison 2021/22 bei den Heimspielen neuer Stadion-Moderator beim Sportclub Freiburg. Unser Mitarbeiter Joachim Hahne hat sich mit ihm unterhalten.

Stefan, eine aus Freiburger Sicht spannende und äußerst erfolgreiche Saison ist gerade zu Ende gegangen. Es war die erste Spielzeit für dich als Stadion-Moderator?

Es war natürlich eine verrückte Saison. Wenn mir vorher jemand erzählt hätte, dass ich im Mai im Olympiastadion von Berlin stehe und der SC im Finale steht, den hätte ich für verrückt erklärt. Das erste Spiel gegen Borussia Dortmund, der Umzug ins Europaparkstadion, die erfolgreiche Saison. Da war ganz viel Spektakel drin, mit tollen Erlebnissen.

Was waren die Highlights aus deiner Sicht?

Der tolle Auftakt gegen Dortmund, das letzte Spiel im Dreisamstadion gegen Augsburg, ebenfalls mit einem Sieg. Dann natürlich das Eröffnungsspiel im Europapark-Stadion gegen St. Pauli. Das größte war natürlich das DFB-Pokalfinale in Berlin.

Du arbeitest als Moderator beim Radio und als Sprecher/Stadionsprecher. Fernsehzuschauer und Besucher der TV-Sendung „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross kennen dich auch als „Einpeitscher vom Warm-up“. Wie kam es zu dem Arrangement beim SC Freiburg?

Ich habe mich einfach beworben. Ich habe mich vorgestellt, dann gab es erste Gespräche. Es hat sich dann alles über ein Jahr hingezogen. Nach weiteren Gesprächen mit Marketing-Chef Hanno Franke und Vorstand Oliver Leki hieß es: Wir trauen es dir zu. Ich war natürlich überglücklich.

Beruflich liegen deine Wurzeln eigentlich wo anders. Wie kam es zu dem Wechsel in das andere Metier?

Ich habe irgendwann gemerkt, ich will meiner Leidenschaft nachgehen, auf der Bühne stehen, Menschen unterhalten und diesen eine schöne Zeit zu bescheren. Ich habe eine Ausbildung auf der Moderatorenschule Baden-Württemberg gemacht und erste kleine Events moderiert. Dann war irgendwann klar, ich wage den Schritt in die Selbstständigkeit. Bislang hat es sich ausgezahlt.

Bist du beruflich angekommen, in deinem Traumjob?

Schwierige Frage (lacht). Angekommen schon, ich weiß aber gar nicht, ob man da überhaupt ankommen kann? Weil das eine führt wieder zum nächsten. Man muss auch schauen, dass man wieder Engagements bekommt. Es ist eigentlich das ständige „kämpfen“ um neue Jobs, den nächsten Schritt. Ich habe jedenfalls eine Basis geschaffen, von der es sich leichter anfühlt, als vor anderthalb Jahren.

Du selbst bist ein waschechter Hochschwarzwälder, bist in Titisee aufgewachsen, lebst aber schon eine Weile in Freiburg. Gibt es noch Verbindungen in deine alte Heimat?

Auf jeden Fall. Meine Eltern und zwei meiner Brüder wohnen in Titisee, dort steht mein Elternhaus. Mein bester Freund lebt ebenfalls in Titisee-Neustadt. Wir sind etwa alle 14 Tage bei der Familie in Titisee.

Nun weiß ich ja auch um dein eigenes Talent als Amateurfußballer, hast die fußballerischen Wurzeln beim SV Titisee, diesen zuletzt auch trainiert?

Ich habe als Fußballer in Titisee angefangen, dann in Neustadt gespielt, beim Freiburger FC und dann in Löffingen. Meine „Karriere“ habe ich beim SV Hölzlebruck beendet. Ich bin dann als Trainer zum SV Titisee zurück und es hatte viel Spaß. Ich konnte das Ganze aber zeitlich mit meinen beruflichen Terminen nicht vereinbaren und leisten, bin dem SV Titisee aber weiter eng verbunden.

Durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche Events ausgefallen – wie hast du diese schwierige Zeit als junger Freiberufler selbst durchlebt?

Mein großer Vorteil war, dass ich breit aufgestellt bin, ich kann sowohl Radio, als auch Live-Veranstaltungen moderieren und auch vor der Fernsehkamera stehen. Ich gebe auch Seminare für Unternehmen – aber anfangs war der Schock schon groß.

Zurück zum SC Freiburg. In der Europa-League stehen mit AS und Lazio Rom, Arsenal London, Manchester United und Feyenoord Rotterdam klangvolle Namen zur Verlosung an. Was traust du dem Team von Christian Streich zu?

Die Mannschaft hat in der abgelaufenen Saison auch in schwierigen Situationen Lösungen gefunden. Deshalb traue ich dem SC Freiburg zu, dass er in der Gruppen-Phase richtig gute Spiele abliefert, ja sogar die Gruppen-Phase überstehen kann.

Platz sechs in der abgelaufenen Spielzeit in der Bundesliga, die Champions-League nur denkbar knapp verpasst. Kann der SC wieder eine ähnlich gute Runde spielen?

Ich glaube schon, weil die Mannschaft zum Großteil zusammen bleibt. Das war in der Vergangenheit ja nicht so. Der Abgang von Nico Schlotterbeck wurde durch Matthias „Matze“ Ginter super kompensiert. Ich glaube wir können uns freuen, ich traue der Mannschaft auch in der Bundesliga wieder eine erfolgreiche Saison zu.

Du hast eine junge Familie, am 12. Juni startet schon die TV-Sendung „immer wieder sonntags“. Bleibt trotzdem noch Zeit für Urlaub, um mit Frau und Kindern etwas abspannen zu können?

Ja. Wir waren und sind über Pfingsten im Urlaub, ich muss allerdings für die erste Sendung einmal zurückfliegen. Ich muss jetzt halt auch meinen Urlaub auf den Bundesliga-Spielplan abstimmen, aber das ist ja auch was Schönes.

Zum Abschluss hast du drei Wünsche frei?

Drei Wünsche (lacht)? Ich wünsche mir eine erfolgreiche Saison für den SC Freiburg. Ich wünsche mir ein pandemiefreies Jahr. Und ich wünsche mir wieder mehr Frieden.

Fragen: Joachim Hahne