Fußball-Fans haben es schwer in diesen Tagen. Da ist zum einen die große Leidenschaft für eine faszinierende Sportart auf der einen Seite. Aber ist auch die Abscheu über die Vergabe der WM durch den Weltfußball-Verband (FIFA) nach Katar. Korruption, überzogen teurere neue Sportstätten und unzählige Tote Arbeiter während der Bauphase sowie die Verletzung der Menschenrechte. Es ist das zweifelsohne das umstrittenste WM-Turnier der Fußball-Geschichte. Auch wenn die weit über Deutschland hinaus reichenden Proteste der Fußballfans mit „Boycott Qatar /Boykott Katar“ für einen (zu späten) Aufschrei sorgen. Das WM-Turnier wird in Katar stattfinden, wie es das Exekutiv-Komitee der FIFA bereits an jenem skandalträchtigen 19. Dezember 2008 in Tokio mit 24:14 Stimmen im 4. Wahlgang entschieden hatte.

Auch bekennende Fußball-Liebhaber wie Christian Streich wollen es sich offen lassen, ob und wie viel Fußball-WM sie in den nächsten Wochen konsumieren wollen. Der Freiburger Fußball-Lehrer lebt und leidet aber auch mit den Spielern, „die sich auf den möglichen Höhepunkt ihrer Fußball-Karriere freuen und bei der Weltmeisterschaft dabei sind“.

Matthias Ginter im Dress des SC Freiburg.
Matthias Ginter im Dress des SC Freiburg. Bild: Hahne, Joachim

Fünf Spieler des SC Freiburg bei der WM in Katar dabei

Denn außer den von Bundestrainer Hansi Flick nominierten deutschen Spielern Matthias Ginter und Christian Günter sind mit Daniel Kofi Kyereh (Ghana), Ritsu Doan (Japan) und Woo-Yeong Jeong (Süd-Korea) drei weitere Akteure des SC Freiburg beim WM-Turnier im Einsatz. „Ein Traum wird wahr“, zeigte sich Christian Günter überglücklich nachdem ihm der Sprung in den WM-Flieger gelungen ist. Es ist dies die erste WM-Teilnahme für den SC-Kapitän, der aus der Jugend des Schwarzwälder Bezirksligisten FV Tennenbronn hervorgegangen ist. Auch wenn Günter beim SC Freiburg auf der linken Außenbahn als „Mister Zuverlässig“ gilt, bleibt abzuwarten wieviel Einsatzzeit das SC-Eigengewächs in Katar erhält.

Dagegen ist es keine große Überraschung, dass Matthias Ginter zum WM-Aufgebot gehört. Der 28-jährige Defensivspieler, der beim SV March im Breisgau einst das kicken lernte, kehrte zur Saisonbeginn von Borussia Mönchengladbach zu seinem Ausbildungsclub in den Schwarzwald zurück. „Matze“, wie er von seinen Freunden, Mitspielern und auch Trainer Christian Streich genannt wird, konnte nach seiner Rückkehr nicht nur die durch den Wechsel von Nils Schlotterbeck zu Borussia Dortmund entstandene Lücke beim Sportclub schließen, sondern er hat mit seiner Spielweise auch einen Löwenanteil am aktuell großen Teamerfolg des Sportclub bis zur Winterpause. Und: Matthias Ginter weiß, wie es sich anfühlt, Fußball-Weltmeister zu sein, auch wenn er 2014 in Brasilien selbst ohne Einsatz blieb.

Wer sind die deutschen Gegner in der Gruppenphase?

Deutschland spielt in der Gruppe E. Dabei trifft das Team von Hansi Flick zunächst auf Japan (Mittwoch, 23.11.22/14 Uhr). Im zweiten Gruppenspiel könnte beim Aufeinandertreffen mit dem Weltmeister von 2014, Spanien (Sonntag, 27.11.22/20 Uhr) bereits eine Vorentscheidung über das Weiterkommen fallen. Letzter Gegner der DFB-Elf ist dann Costa Rica (Donnerstag, 1.12.22/20 Uhr)

Wer ist der Titelfavorit und wie stehen die Chancen der DFB-Elf?

Brasilien wird nicht nur bei den Buchmachern als erster Titelfavorit genannt und könnte seinen 6. Titel gewinnen. Schwer einzuschätzen ist die Verfassung des amtierenden Weltmeisters von 2018, Frankreich. In Experten-Runden fällt auch immer wieder der Name Argentinien. Und die deutsche Mannschaft? Ihr werden Außenseiter-Chancen eingeräumt – aber vielleicht wird auch ein Land Weltmeister welches bislang noch niemand auf der Rechnung hat.

Wer überträgt die Spiele der DFB-Elf im TV?

ARD und ZDF übertragen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die deutschen Spiele jeweils live. Außerdem sind die Begegnungen der Fußball-Weltmeisterschaft beim Bezahlsender Magenta TV zu sehen.

Gibt es Public Viewing von der Fußball-WM in Katar?

Angesichts der Tatsache, dass die Weltmeisterschaft als Winter-WM in die Annalen der Fußball-Geschichte eingehen wird, ist es schon fast selbstredend, dass die große Stimmung bei den Fans schon wegen der fehlenden lauen Sommerabende zurückhaltend sein wird. Darüber hinaus wollen zahlreiche Anhänger aus Protest gegen Katar bis zum 18. Dezember gänzlich auf einen Fußball-Konsum verzichten. Public Viewing wird in einigen Städten, Kommunen und Gaststätten angeboten, aber nicht annähernd so groß wie in früheren Jahren.