Im Rahmen des Naturpark-Projekts „Kultur online: Museum öffne dich!“ entstanden im letzten Jahr acht kurzweilige Clips zu Museen aus der Region. Die Kurzfilme werden ab sofort auf der Webseite und dem Youtube-Kanal des Naturparks Südschwarzwald nach und nach veröffentlicht. Die acht kleinen Filme greifen kulturhistorische und traditionelle Besonderheiten im Südschwarzwald auf. Thematisch befassen sie sich mit Fastnacht, Glasbläser- und Glasträgerei, Mundart, Textilverarbeitung, Wasserkraft und Wintersport. Ein Besuch auf Youtube lohnt sich bei dieser inhaltlichen Vielfalt auf jeden Fall. Wer in einem der Museen vor Ort zu Gast ist, findet dort außerdem
einen QR-Code, der zum jeweiligen Filmchen führt.

Sabine Dietzig-Schicht, Regionalmanagerin Tradition und Kultur beim Naturpark Südschwarzwald und Ideengeberin des Projekts, war mit Filmemacher Dirk Adam in ganz unterschiedlichen Häusern zu Besuch: „Ziel des Projekts ist die Dokumentation kulturhistorischer Themen, unterstrichen von Zeitzeugen- und Expertenaussagen sowie der Anregung zu einem Museumsbesuch vor Ort.“

Zuerst ging es für das Filmteam zur Rankmühle in St. Märgen, die vom örtlichen Förderverein zu einem lebendigen Museum mit restauriertem Wasserrad und traditionellem Speckvesper umgestaltet wurde. In der historischen Ölmühle in Simonswald dreht sich ebenfalls alles um die
Wasserkraft: Das Pressen von Walnussöl mit uralter Technik funktioniert noch heute und wird erlebbar gemacht. Das Literaturmuseum Hebelhaus in Hausen im Wiesental widmet sich dem bekanntesten alemannischen Mundartdichter, Johann Peter Hebel, und lässt die Besucher – quasi in „Mutters Stübele“ – in den alemannischen Dialekt eintauchen. Weiter gingen die Dreharbeiten im Heimethus Todtmoos, welches sich intensiv mit dem Thema Glasbläser- und Glasträgerei im Südschwarzwald auseinandersetzt: „Wir klären hier Fragen zur Glasherstellung in einer Glashütte und zur weltweiten Verbreitung von Glasprodukten.“

Ein weiterer wichtiger Erwerbszweig im Südschwarzwald war die Textilverarbeitung. Das Textilmuseum der Brennet AG in Wehr veranschaulicht die Entwicklung der Fabrikarbeit anhand der Firmengründer-Familie Denk. Im Wiesentäler Textilmuseum in Zell im Wiesental bringt ein Webmeister eigens für den Film einige alte und neuere Webstühle und Webmaschinen zum Laufen. Die letzten beiden Drehtage verbrachte das Team im Heimatmuseum Elzach, um sich über die heimische Fasnet und den Elzacher Schuttig zu informieren, sowie im Schwarzwälder Skimuseum Hinterzarten, wo Weltmeister Georg Thoma im Beitrag über sein Leben und seine Erfolge sowie die Anfänge des Wintersports im Schwarzwald erzählt.

In 2022/23 soll das Projekt weitergeführt werden. „Das Interesse bei weiteren regionalen Museen und Kultureinrichtungen an einem eigenen Film zur Darstellung der vielfältigen Kulturlandschaft ist sehr groß. Wir werden thematisch in die Breite gehen und so in den kommenden Jahren eine virtuelle Kulturroute im Naturpark Südschwarzwald aufbauen“, kündigt Sabine Dietzig-Schicht an. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Landes Baden-Württembergs und der Lotterie Glücksspirale.