Der Karosserie- und Lackierfachbetrieb Knöpfle ist nicht nur langjährig erfolgreich am Markt, sondern engagiert sich auch vorbildlich für die Beschäftigten, bei der Nachwuchssuche, beim Thema Integration, im sozialen Bereich und beim Klimaschutz. Er ist einer von fünf Handwerksbetrieben, der im Kammerbezirk Freiburg das Siegel „Handwerksunternehmen des Jahres 2022“ verwenden darf und erhält neben der modernen Preisskulptur auch ein exklusiv für das Unternehmen produziertes Video, das für die Kunden- und Mitarbeiterbindung sowie -akquise eingesetzt werden kann.

„Wir zeichnen somit nicht nur unsere Vorzeigebetriebe aus, sondern zeigen der Landes- und Regionalpolitik auch auf, wie erfolgreiches Handwerk aussieht“, resümiert Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, die Betriebsbesuche. „Die Einblicke in erfolgreiches Unternehmertum zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Wege im Handwerk sein können – aber auch, dass die richtige Idee und großer Einsatz zum Erfolg führen.“

Der Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium Dr. Patrick Rapp konnte sich bei mehreren der ausgezeichneten Unternehmen ein Bild vom jeweiligen Erfolgsrezept machen. „Das Handwerk verdient für seinen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zum wirtschaftlichen Wohlergehen des Landes unseren höchsten Respekt. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen, wie Mut und innovative Ideen mit sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit vereinbart werden kann. Daher bin ich sicher: Das Handwerk hat in Baden-Württemberg eine gute Zukunft“, erklärte Rapp.

Der Auszubildende Bamba Yafa aus Ghana klebt das Auto vor dem Spritzen ab.
Der Auszubildende Bamba Yafa aus Ghana klebt das Auto vor dem Spritzen ab. Bild: Knöpfle Design

Das Unternehmen „Knöpfle-Design“ aus Titisee-Neustadt beweist, dass man auch mit kleiner Belegschaft Großes vollbringen kann. Inhaber Arno Knöpfle und Ehefrau Sylvia machen sich gemeinsam mit ihrem aus aktuell acht Beschäftigten bestehenden Team bereits seit 1993 einen Namen als Karosserie- und Lackierfachbetrieb mit hoher Qualität und umfassendem Kundenservice.

Unter dem Motto: Nit schwätze, mache, sind Innovation und Umweltschutz bereits von Anfang an Teil der Betriebsphilosophie. „Wir haben uns natürlich riesig über die Auszeichnung gefreut“, so Sylvia und Arno Knöpfle. „Wir sind ein relativ kleiner Betrieb und das krönt das Handwerk umso mehr. Es ist toll, dass wir für die Auszeichnung von einem Kunden vorgeschlagen wurden.“ Sylvia Knöpfle verrät auch, das mit dem erst elfjährigen Enkel Moritz bereits ein talentiertes Nachwuchstalent in die Fußstapfen seines Opas treten will – er beherrsche den Umgang mit der Spritzpistole perfekt. Die Inklusion liegt den Knöpfles besonders am Herzen, da die Tochter Monja selbst ein Handicap hat und nicht immer nur gute Erfahrungen damit gemacht hat.

Vorreiterrolle in allen Bereichen

Der Betrieb war einer der ersten Lackierfachbetriebe, die auf Wasserbasislacke umgestellt haben. In den 2002 erstellten Firmenneubau wurden hochwertige und effiziente Filteranlagen sowie eine Niedrigbrennwertheizung, die inzwischen durch ein hochmodernes Blockheizkraftwerk ausgetauscht wurde, eingebaut. Mit dem Blockheizkraftwerk und der Photovoltaikanlage produziert „Knöpfle-Design“ den eigenen Verbrauchsstrom und die notwendige Wärme selbst – das Unternehmen arbeitet so mittlerweile CO2-neutral. Als Kundenfahrzeuge stehen künftig drei Elektrofahrzeuge und ein E-Bike zur Verfügung.

Weitere wichtige Grundpfeiler des Unternehmenserfolgs sind die Integration und Inklusion von Beschäftigten mit Handicap und Migrationshintergrund. Die aktuell drei Auszubildenden – einer davon mit Handicap und ein anderer aus Gambia – erhalten für die einzelnen Ausbildungsabschnitte interne Patenschaften und haben so einen engen Bezug zu den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unter den Beschäftigten sind zudem drei weitere körperlich eingeschränkte Personen und zwei Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Zusätzlich bietet das Unternehmen auch Praktikumsplätze für die umliegenden Schulen und sozialen Einrichtungen an. Die Beschäftigten werden übertariflich bezahlt, erhalten regelmäßige Schulungen (zum Beispiel auch Spezialführerscheine) und können ihre Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten. Der Betrieb wurde bereits zweimal für die Inklusionsarbeit und einmal für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Viele Kunden schätzen das Betriebsklima und die „sichtbare“ Inklusionsarbeit des Betriebs.

Örtliche Vereine und Organisationen werden durch Geldspenden, aber auch durch kostenfreie Lackierleistungen unterstützt. Während der Coronapandemie engagierte sich der Betrieb zudem bei einer Sammlung für Laptops inklusive Schulung für das Homeschooling von Kindern aus sozial schwachen Familien. (HWK/jümü)