Einen Tag vor dem meteorlogischen Sommeranfang ist auch im Hochschwarzwald der Bergsommer angekommen. Während sich die Wiesen am Seebuck in saftigem grün präsentierten, zieht nur einen Steinwurf nebenan im „Haus der Natur“ der Liftverbund Feldberg Bilanz, für die am 4. April abgeschlossene Saison 2021/22. Und diese konnte mit einem Rekordumsatz von über neun Millionen Euro abgeschlossen werden. Dies entspricht einer Steigerung von 99,7 Prozent gegenüber der Saison 2019/20, die mit einem Umsatz von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen wurde, nachdem es in der Vorsaison wegen der Corona Pandemie keinen Skibetrieb gab. Mit dem diesjährigen Rekordumsatz konnte auch die alte Bestmarke aus dem Jahr 2017/18 um 14 Prozent übertroffen werden.

„Die Umsatzsteigerung hilft uns den Totalausfall der Vorsaison besser zu verkraften und optimistisch in die Zukunft zu blicken“ erklärte Julian Probst, seit dem 1. März neuer Geschäftsführer des Liftverbunds Feldberg. Johannes Albrecht, Bürgermeister der Gemeinde Feldberg und in Personalunion auch Vorsitzender des Liftverbund Feldberg, „ist glücklich, dass wir im zweiten Jahr der Pandemie wieder in den Winter starten konnten. Wir brauchen diese Umsätze, müssen die Verbindlichkeiten des Fahl-Alpin Center weiter abbauen“.

Nach der Zwangspause 20/21 zählte der Liftverbund Feldberg für die abgelaufene Saison 123 Betriebstage (19/20 waren es bis zum Lock down 103). Insgesamt 280 457 (257 669) Skifahrer frönten in dieser Zeit ihrem weißen Hobby, was einem Zuwachs von 8,8 Prozent entspricht. Der Liftverbund verzeichnete besonders an den Wochenenden und in den Weihnachtsferien eine hohe Auslastung. An Spitzentagen tummelten sich bis zu 7000 Wintersportler im größten Skigebiet Baden-Württembergs.

Die Umsatzsteigerungen sieht Johannes Albrecht in drei wesentlichen Faktoren begründet: Der Neuaufnahme der Verbundpartner Gemeinde Bernau & Bernau Hofeck, der Steigerung der Gästezahlen gegenüber der Saison 2019/2020 sowie der Neuausrichtung im Preismanagement. Hierzu zählten unter anderem unterschiedliche Preise in der Haupt-/Nebensaison, die Umstellung auf „online-Ticketing“, die Neugestaltung des Saisonkartenangebots sowie die Reduktion der Preise für Kinder/Jugendliche gegenüber der Saison 19/20.

Interessant ist auch ein anderer Blick in die Statistik. Die Altersgruppe der 18- bis 29-jährigen stellt mit 31,41 Prozent die größte Gruppe der Skifahrer. Knapp dahinter gefolgt von den 30- bis 49-jährigen (30,24). Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) stellen mit 21,14 Prozent das drittgrößte Kontingent.

Bei aller Freude über die abgelaufene Saison, steht der Liftverbund Feldberg auch für den Winter 2022/23 vor großen Herausforderungen. Dabei soll der Kunde im Fokus stehen. „Wir wollen Lenkungsprozesse anstoßen, Kunden-Manager einsetzen, Kunden mit E-Auto sollen während dem Skifahren vor Ort ihr Fahrzeug aufladen können, dann entspannt nach Hause fahren“, so Julian Probst weiter. Die Verbesserung des ÖPNV wird eine Aufgabe sein. Darüber hinaus stehen beim Blick in die Zukunft die Modernisierung der Seilbahnanlagen und eine neue Kühlturmanlage für die Beschneiung auf der Prioritätenliste.

Unabhängig davon müssen die Wintersportler im kommenden Winter mit einer Verteuerung ihres Hobbies rechnen. Nach Einschätzung der Verantwortlichen wird es eine große Herausforderung sein, die Kosten für Strom und Energie zumindest teilweise zu einzudämmen. „Skifahren wird teurer werden, wir werden alles einkalkulieren müssen, werden zudem unsere Prozesse optimieren und versuchen gegenzusteuern“, blickte Albrecht bereits nach vorne.

Immer wieder war der Seebuck in der jüngeren Vergangenheit Schauplatz von Weltcuprennen der Ski-Crosser und Snowboard-Crosser. Doch wie wird es hier am Feldberg weitergehen? Johannes Albrecht kann sich eine Fortsetzung sehr gut vorstellen, „aber nicht in der Hauptsaison, wenn durch den Weltcup die Piste am Seebuck mit diesem wichtigen Hang deshalb drei bis vier Wochen wegen der Präparation und Durchführung anderweitig belegt ist“. Er favorisiert deshalb die Monate Dezember und März für den Weltcup. „Bedingung darüber hinaus ist ein Finanzierungskonzept“, so der Liftverbundsvorsitzende weiter.

Aktuell sieht der Weltcup-Kalender des Internationalen Skiverbandes (FIS) für die Saison 2022/23 für Deutschland im Ski-Cross nur das Wochenende 3. bis 5. Februar 2023 als noch offen vor. Aus dieser Sachlage abgeleitet, ist es aber nur schwer vorstellbar, dass es im kommenden Winter einen Weltcup am Feldberg geben wird.