Eine Bootstour mit Folgen: Eine Kontrolle der Wasserschutzpolizei endet für einen Bootsführer und seine Begleiterin mit Ermittlungen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Was ist passiert?

Laut Polizeibericht war der Wasserschutzpolizei Überlingen bei einer Sportbootkontrolle am Sonntag, 28. August 2022, auf dem Bodensee aufgefallen, dass ein Bootsführer beim Sprechen lallte, stark wankte und nach Alkohol roch. Doch anstatt bei der Kontrolle mitzuwirken, wollten der Bootsführer und seine Begleiterin ihre Fahrt fortsetzen. Sie zeigten sich der Polizeistreife gegenüber aggressiv und aufgebracht. Das Unverständnis über die Kontrolle und die Beleidigungen seien demnach so heftig gewesen, dass sich die Streife gezwungen gefühlt habe, Verstärkung von der Wasserschutzpolizei Konstanz anzufordern.

Beamtin angegriffen

Während der Kontrolle griff dann die Begleiterin des Bootsführers unvermittelt eine Beamtin an, verletzte sie dabei an der Hand und trat sie gegen das Schienbein. Die beiden Bootsinsassen wurden daraufhin in den Hafen Staad gebracht, um die Kontrolle abzuschließen. Im Hafen waren Bekannte der beiden, vor denen sie lautstark behaupteten, dass die Beamten ohne Grund eingeschritten und gewalttätig gegen sie vorgegangen seien. Dies führte zu Solidarisierungseffekten bei den Bekannten, die sich verbal einmischten, ohne den genauen Sachverhalt zu kennen, schreibt die Polizei weiter.

Durch die Staatsanwaltschaft Konstanz wurde schließlich die Blutentnahme bei dem betrunkenen Bootsführer angeordnet. Hierfür sollte er in einen Streifenwagen einsteigen und zu einem Arzt gefahren werden. Dagegen wehrte er sich körperlich massiv und beleidigte die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten erneut.

Gegen beide Bootsinsassen wird nun wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ermittelt. Der Bootsführer wird überdies wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr angezeigt, weil er deutlich über 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte.

Boot fahren unter Alkoholeinfluss

Die Wasserschutzpolizei weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass das Führen von Schiffen und Booten mit und ohne Patent unter Alkoholeinfluss erhebliche Konsequenzen mit sich bringen kann. Die Polizei führt auch regelmäßig Kontrollen auf dem Wasser durch. Denn ein alkoholisierter Bootsführer stellt die gleiche Gefahr dar, wie ein betrunkener Autofahrer.

Für sogenannte Rudergänger (ohne Patent) und Schiffsführer (mit Patent) gelten auf dem Bodensee folgende Promillegrenzen: Wer sein Boot mit 0,8 Promille und mehr führt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach der Bodenseeschifffahrtsordnung. Wer einen Promillewert von 1,1 überschreitet, muss gar mit einer Strafanzeige gem. dem Strafgesetzbuch rechnen.

Sowohl das zuständige Schifffahrtsamt, als auch die Führerscheinstelle werden über solche Sachverhalte informiert und prüfen daraufhin die Geeignetheit als Boots- und Kraftfahrzeugführer. Es ist also bei derartigen Sachverhalten durchaus möglich, auch den Pkw-Führerschein aufgrund von Ungeeignetheit zu verlieren. (pol)