Grundlage des Films ist das gleichnamige Buch „Druck.Machen – Eine etwas andere Stadtgeschichte von Konstanz“, das an diesem Abend ebenfalls der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Buch und Film sind Teil eines Jubiläumsprojekts des ver.di-Ortsvereins Medien + Kunst, das im Frühjahr 2022 mit einer Ausstellung, mit Konzerten, Debatten und Vorträgen, Stadtführungen sowie einer Filmreihe fortgesetzt wird.

Und darum geht es in dem Film: Ein verstaubter Dachboden irgendwo in Konstanz. Links steht ein vollbeladener Karren, dahinter ein Schrank mit den Bänden der Marx-Engels-Werke und Bildern von Konstanzer Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Daneben befindet sich eine alte Reliefkarte des deutschsprachigen Europa. Über einer Stange geworfen das rote Banner des Konstanzer Ortsvereins der IG Druck und Papier. Der Fernschreiber, über den am Abend des 8. November 1939 die Nachricht von der Verhaftung des Hitler-Attentäters Georg Elser aus Konstanz nach Berlin getickert wurde, steht ebenfalls auf dem Dachboden.

Und sitzt die Volkstheaterfigur Hanswurst in ihrem Ohrensessel, daneben Kumpel Fred, die Ratte. Beide unterhalten sich über die Geschichte der lokalen Gewerkschaften und Arbeiterschaft von der Badischen Revolution 1848 bis heute. Wie war das damals, als sich die kleinen Leute zu wehren begannen, um mehr zu bekommen, als bloß die Krümel vom Tisch der Reichen? Wann und wo raufte man sich in den folgenden Jahrzehnten zusammen, um politische Freiheit, soziale Gleichheit und Geschwisterlichkeit durchzusetzen? Und was können wir daraus lernen?

Unterbrochen wird der Dialog von sechs Interviews mit Menschen, die von prekären Verhältnissen erzählen, von Arbeitskämpfen und von ihren Versuchen, Tag für Tag Solidarität zu leben.