Yekaterina Brodskaya ist eine Tierschützerin, die ihr Haus in Odessa in ein Katzenheim verwandelt hat. Mehr als 80 Katzen leben dort und wurden nun ebenfalls zu Geiseln der Situation, in der sich die Ukraine nach dem russischen Angriff befindet.

Seit 15 Jahren im Einsatz

„Meine Mission als Tierschützerin begann vor etwa 15 Jahren“, erklärt Yekaterina Brodskaya. „Damals adoptierte ich meine ersten streunenden Kätzchen.“ Mittlerweile ist die Zahl deutlich angestiegen. Alle leben mit ihr in ihrem Haus. „Viele von ihnen sind behinderte, bewegungsunfähige, blinde, einäugige, zahnlose, chronisch kranke und alte Katzen“, so die Tierschützerin. Es sei schwierig, aber machbar, auch körperlich mit der Pflege fertig zu werden. Natürlich macht die Versorgung der Tiere jeden Tag sehr viel Arbeit – und das ohne freien Tag in der Woche, Urlaub und die Möglichkeit, auch nur für einen Tag irgendwohin zu gehen. „Aber es ist meine bewusste Entscheidung“, so Yekaterina Brodskaya. „Und es lohnt sich.“

Yekaterina Brodskaya versucht die Katzen weiter zu pflegen..
Yekaterina Brodskaya versucht die Katzen weiter zu pflegen.. Bild: Sergey Panashchuk

Krieg erschwert Arbeit immens

Durch den Krieg hat sich ihre Arbeit ebenfalls dramatisch verändert. Eine der Folgen ist, dass sie für die Katzen kaum noch Futter und Medikamente bekommt. Es gibt eine anständige Menge an menschlicher Nahrung in den Läden, da es strategische Mengen davon gibt; aber kaum jemand denkt an die Tiere und sammelt Nahrung und Medikamente unter anderem für Katzen.

„Es gibt bereits Unterbrechungen in der Versorgung mit Futter, insbesondere bei medizinischen Dingen“, erklärt Yekaterina Brodskaya. „Früher gab es in Supermärkten ständig Sonderangebote und Rabatte; jetzt gibt es überhaupt keinen Preisnachlass mehr und Mahlzeiten für zahnlose Katzen sind viel teurer.“ Eine weitere Schwierigkeit bestehe darin, dass wegen der Ausgangssperre überall die Arbeitszeiten reduziert werden, was sich auf die Öffnungszeiten auswirke.

Ein ganz junges Kätzchen benötigt viel Zuneigung und Pflege.
Ein ganz junges Kätzchen benötigt viel Zuneigung und Pflege. Bild: Sergey Panashchuk

Am schlimmsten sei es, wenn eine der Katzen nachts krank wird. Dies komme momentan ziemlich häufig vor. „Früher konnte ich rund um die Uhr ein Taxi rufen, das mich in eine ebenfalls rund um die Uhr geöffnete Klinik brachte“, erzählt sie. „Jetzt arbeiten sie wegen der Ausgangssperre leider nicht mehr so lang.“

Viele engagieren sich für Katzen

Yekaterina Brodskaya ist nicht die einzige Person in Odessa, die ihr Herz und ihr Haus für streunende Katzen öffnet. Es gibt Dutzende privater Katzenhäuser in der ganzen Stadt. „Wie viele Katzenhäuser es genau gibt, kann keiner sagen“, erklärt sie. „Es gibt einige Leute, die früher als Geschäftsleute gutes Geld verdient haben und 20 bis 30 Tiere haben“, erklärt sie. „Früher kamen diese Leute alleine zurecht und machten nirgendwo Werbung für die Anzahl der Tiere. Jetzt haben sie ihr Einkommen verloren und brauchen auch Hilfe.“ Und zum Schluss verschickt Yekaterina Brodskaya noch einen Hilferuf: „Wir alle brauchen Katzenfutter, Füllstoffe und Medikamente für die Katzen.“

Übrigens: Viele Sammelstellen in Deutschland nehmen inzwischen auch Tierfutter an.

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