Es gibt kein Bier auf Hawaii“ schallt es durch den kleinen Saal im Hotel Haus St. Elisabeth in Hegne. Viele Anwesende singen mit dem Liederbuch in der Hand aus vollem Herzen mit, manche klatschen nur oder wiegen sich im Takt. Jeder, wie er kann. Nichts muss. Die muntere Runde der Fröhlichen Singgruppe der Caritas Konstanz, die hier ihr zehnjähriges Bestehen feiert, setzt sich aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.

Hervorgegangen ist die Singgruppe aus dem Caritas-Projekt Altissimo unter der Leitung von Helga Noe, das Menschen ab 50 mit und ohne Behinderungen neue Berufs- und Lebensperspektiven eröffnete. Helga Noe holte sich von Beginn an auch Ehrenamtliche mit und ohne Behinderungen ins Team. Daraus entstand die Gruppe „Wir-na-und“ mit dem Ziel, ein ungezwungenes Miteinander zu fördern. Ganz leicht geht das über Musik und so entstand im Oktober 2011 die Fröhliche Singgruppe, die heute rund 40 Sängerinnen und Sänger zählt.

Dank an Helga Noe

Ohne den Einsatz von Helga Noe wäre dies nicht möglich gewesen. „Sie sind die wichtigste Person heute. Ihnen lag es immer am Herzen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen“, betont Matthias Ehret, Vorstand der Caritas in seiner Festrede und erzählt von der Erfolgsgeschichte der Fröhlichen Singgruppe, die 2017 sogar den Inklusionspreis des Landkreis Konstanz erhalten hat. Wie sehr Helga Noe geschätzt wird, zeigen auch die Beiträge der Ehrenamtlichen von „Wir-na-und“. Rosmarie Lindner hat ein Gedicht geschrieben, Christa Brunner überreicht eine Foto-Collage mit Höhepunkten aus den vergangenen Jahren und Karin Dorfmüller erheitert die Anwesenden mit einer Comedy-Einlage. Und natürlich wird kräftig gesungen. Die Finger des musikalischen Leiters Winni Huber tanzen dazu über das Akkordeon. Rudi Kaufmann zupft die Gitarre und Sängerin Ursel Markgraf gibt stimmlichen Halt. Pascal Schmidt und Felix Fischer vervollkommnen die Band mit Gesang und Luftgitarre. „Für mich ist es die größte Freude zu sehen, dass aus Fremden Freunde geworden sind, dass Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung entstanden sind“, erklärt Helga Noe. Das Engagement der 14 Ehrenamtlichen, die Unterstützung der Caritas und von treuen Spendern sowie die Offenheit der Menschen mit Behinderung machen für Noe „gelebte Inklusion“ aus. „Nirgends geht es so fröhlich zu wie hier“, sagt Rosmarie Lindner. „Ich freue mich vor allem über die Freude der Menschen mit Behinderung. Das gibt mir auch viel“, erklärt Walter Fehrenbach.

Ein Gefühl, das auch die körperlich oder kognitiv eingeschränkten Sänger und Sängerinnen teilen. So sagt Bettina, die mit ihrer Mutter seit einem Jahr dabei ist, dass man hier „sehr lustig“ ist. Vor allem das „Fliegerlied“ begeistert sie. Robert schätzt die „guten Lieder, und dass es immer schön bei Helga ist“. Für Karin Dorfmüller von „Wir-na-und“ erklärt sich die gute Gemeinschaft auch durch den geschützten Rahmen, in dem die Treffen der Fröhlichen Singgruppe stattfinden. „Wir brauchen so niederschwellige Angebote, in denen jeder sein kann, wie er ist. Man öffnet sich hier, die Talente und Gefühle fließen, das hat etwas sehr Befreiendes.“