Indigo will in dem von der Gemeinde Reichenau gewünschten Projekt Produkte von der Insel Reichenau sowie aus der Region verkaufen, ein kleines Bistro betreiben sowie – ab einem späteren Zeitpunkt – einen Fahrradverleih. Außerdem soll es Infos zur Insel geben.

Indigo-Geschäftsführer Ralf Rosbach erklärt: „Der Kern dieses Projekts ist eine Schnippelküche.“ Wobei auf dem Verkauf eigentlich der Schwerpunkt liegen solle, betonen Rosbach und der andere Geschäftsführer Andreas Effinger. Der Verkaufsbereich macht mit rund 200 Quadratmetern den Großteil der Fläche aus. Das Selbstbedienungs-Bistro biete innen 24 Sitzplätze, auf der Terrasse zum Nabu-Bodenseezentrum hin 30 Plätze. „Es soll ein bisschen Quartierscharakter haben“, so Rosbach.

Die Reichenauer Markthalle steht direkt neben dem Nabu.
Die Reichenauer Markthalle steht direkt neben dem Nabu. Bild: Zoch, Thomas

Produkte aus der Region

Wichtige Kooperationspartner seien dabei die Gemüse- und die Raiffeisen-Lagerhaus-Genossenschaften von der Insel, so Rosbach und Effinger. Geschäftsleiter Stefan Zimmermann erklärt, von der Reichenau werde es neben Gemüse und Salate auch zum Beispiel Räucherfisch, Wein, Honig, Zigarren, Inselbier oder Suppen und Gewürze von Pfiffikus geben. Zudem im Angebot seien Bio-Backwaren, Gewürzöle und Kaffee aus Konstanz, Bioeis, Eier und Teigwaren von der Höri, Biotees, Brotaufstriche und Pestos aus dem Hegau und anderes mehr. Sowohl im Verkauf wie im Bistro gebe es viele vegetarischen oder sogar veganen Produkte, und vieles sei in Bioqualität.

Durch die hohe Decke hat das Gebäude den Charakter einer Halle. Durch die Holzwände bekommt es eine warme Atmosphäre
Durch die hohe Decke hat das Gebäude den Charakter einer Halle. Durch die Holzwände bekommt es eine warme Atmosphäre Bild: Zoch, Thomas

Amerikanisches Frühstück

Rosbach fügt an, im Bistro mit seiner rund acht Meter langen Theke werde auch Frühstück angeboten – nach der amerikanischen Art, bei der man frei auswählen könne, was man wolle. Auf der Speisekarte seien eine größere Auswahl an belegten Brötchen und Salaten sowie richtige Tellergerichte und ein täglich wechselnder Mittagstisch, so Rosbach. Und das Meiste gebe es auch zum Mitnehmen. Mit Thomas Rotzler habe man einen erfahrenen und kreativen Koch angestellt.

Die Tische und Hocker innen seien aus Wildeiche und von einem Inklusionsbetrieb bei Sigmaringen hergestellt. Außen gebe es Metalltische und -stühle Modell Estoril, einem Design-Klassiker aus Südeuropa. Und Rosbach betont, dass der Betrieb möglichst ökologisch sein solle. „Das Ziel ist wenig Müll.“ So verwende man Recup-Mietbecher und wolle nach Möglichkeit nur Verpackungen, die biologisch abbaubar seien.

Im Außenbereich gibt es Metalltische und -stühle Modell Estoril, einem Design-Klassiker aus Südeuropa.
Im Außenbereich gibt es Metalltische und -stühle Modell Estoril, einem Design-Klassiker aus Südeuropa. Bild: Zoch, Thomas

Nachhaltige Bauweise

Der ökologische Aspekt sei auch beim Bauwerk selbst von Bedeutung, so Rosbach. „Es wurde großen Wert auf eine nachhaltige Bauweise gelegt. Der Großteil des Gebäudes besteht aus nachwachsenden Rohstoffen: Holz und Holzwerkstoffen. Auf diese Weise wurde eine große Menge CO2 für die Nutzungsdauer des Gebäudes gebunden.“ Lediglich die Bodenplatte sei aus Beton. Zudem gehe die Dämmung des Gebäudes über die Anforderungen hinaus. Zudem sei auf der ganzen Dachfläche eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen.

Die unkonventionelle Architektur von Christian Müller mit leicht geneigtem Flachdach und Holzverkleidung folge den Bauten des Nabu-Bodenseezentrums, so Rosbach. „Es wird in allen drei Dimensionen vielfach vom rechten Winkel abgewichen, was zu spannungsreichen Innen- und Außenräumen führt.“ Innen hat das Gebäude durch die hohe Decke wirklich Hallencharakter. Durch Holz an den Wänden, für Regale und Möbel hat Innenarchitekt Andreas Hegenbart zugleich ein angenehmes, warmes Ambiente geschaffen. Knapp 300 Quadratmeter Grundfläche hat das bis zu acht Meter hohe Gebäude.

Knapp 300 Quadratmeter Grundfläche hat das bis zu acht Meter hohe Gebäude.
Knapp 300 Quadratmeter Grundfläche hat das bis zu acht Meter hohe Gebäude. Bild: Zoch, Thomas

Gemeinde stellt Grundstück

Das Grundstück hat die Gemeinde Reichenau zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Wolfgang Zoll erklärt, die Markthalle sei ein wichtiges zusätzliches Angebot sowohl für Einheimische wie Gäste. Nach gut einem Jahr Bauzeit habe der Termin wegen Corona und Lieferengpässen schon zwei Mal verschoben werden müssen, erklärt Rosbach. „Es wird gearbeitet bis zum Schluss.“

Im Innenbereich wird das Bistro mit Tischen und Hockern aus Wildeiche möbliert. Sie stammen aus einem Inklusionsbetrieb bei Sigmaringen.
Im Innenbereich wird das Bistro mit Tischen und Hockern aus Wildeiche möbliert. Sie stammen aus einem Inklusionsbetrieb bei Sigmaringen. Bild: Zoch, Thomas

Zuschuss von Aktion Mensch

Die Indigo gGmbH hatte für das Projekt vorab eine längere Phase der Planung und betriebswirtschaftlicher Vorarbeiten. Es habe gut durchgerechnet und dargelegt sein müssen, dass sich das Projekt wirtschaftlich trage. Dies sei wiederum Voraussetzung, um einen Zuschuss der Aktion Mensch zu bekommen. Hier bekomme Indigo 550.000 Euro, so Rosbach, zum Teil für den Bau, aber auch als Personalkostenzuschuss zur Anschubfinanzierung. Zudem erhalte Indigo vom Kommunalverband Jugend und Soziales 270.000 Euro, weil man Arbeitsplätze für Menschen mit Handycap schaffe. Dies gelte für die Hälfte der zwölf Beschäftigen, wobei der Schwerpunkt auf psychisch Kranken liege, so Rosbach und Zimmermann. toz

Die vorläufigen Öffnungszeiten

Sommer:
Mo-Fr 8-19 Uhr
Sa 8-17 Uhr
So 8-13 Uhr (sonn- und feiertags nur während der Saison bis 31. Oktober)