Die Klöster rund um den internationalen Bodensee waren schon immer einflussreiche Trendsetter. Von den UNESCO-Welterbe-Klöster Reichenau und St. Gallen gingen im frühen Mittelalter bedeutende Impulse für die europäische Kunst und Kultur aus. Die drei Reichenauer Klosterkirchen lassen heute noch die klare Schönheit der Romanik erstrahlen, während in der St. Galler Kathedrale das Zeitalter des Barock in aller Opulenz auflebt.

Ein fliegender Pater

Wie baute man früher eigentlich ein Kloster? Das Campus Galli, Freilichtmuseum und Klosterbaustelle in Meßkirch, gibt Antworten: Hier entsteht mit Werkzeugen und Techniken aus dem Mittelalter ein Kloster nach dem berühmten „St. Galler Klosterplan“. Nicht weit entfernt erkunden Besucher mit „Bruder Johannes“ die Stadt Mengen mit ihren malerischen Fachwerkhäusern und zahlreichen Kirchen und Kapellen.

In luftigen Höhen ist Pater Mohr unterwegs: Er wollte vor 400 Jahren den Menschen das Fliegen beibringen. Ob er ein verkanntes Genie oder doch eher ein Hans-Guck-in-die-Luft war, das erfahren Besucher bei einem amüsanten Rundgang durch das ehemalige Kloster Bad Schussenried.

Im Kloster Schussenried erinnert eine Führung an den Chorherrn Caspar Mohr, der vor 400 Jahren den festen Plan hatte, dem Menschen das Fliegen beizubringen.
Im Kloster Schussenried erinnert eine Führung an den Chorherrn Caspar Mohr, der vor 400 Jahren den festen Plan hatte, dem Menschen das Fliegen beizubringen. Bild: Christiane Wartenberger

Die weitläufige Anlage der Zisterzienserabtei Salem verwandelt sich am 10. Oktober in einen Erlebnisparcours. In Konstanz erinnert der Verein Petershauser Orgelkultur an das ehemalige Kloster Petershausen, das heute das Archäologische Landesmuseum und die Musikschule beherbergt.

Kloster ganz kulinarisch

Mit einem ausgiebigen Klosterfrühstück beginnt der Erlebnistag in der Komturei Tobel am schweizerischen Jakobsweg. Zu Kultur und Kulinarik lädt Kloster Fischingen im Thurgau ein: Die Küche des Klosters Fischingen überrascht ihre Gäste mit einem 3-Gang-Menü. Die Kultur wird am folgenden Tag serviert: Wer im Kloster übernachtet, nimmt exklusiv an einer Führung zur Barockorgel oder den kostbaren Klostergewändern teil.

Köstlich geht es auch im oberschwäbischen Weingarten zu: Die Klosterbäckerin kennt viele Geschichten aus Dorf und Kloster und berichtet von teuflischen Orgelbauern sowie baulustigen Kirchenfürsten. Im Kloster Reute bei Bad Waldsee führt die kräuterkundige Schwester Birgit durch den klostereigenen Kräutergarten und informiert über Kräuter, ihre Verwendung und ihre heilende Wirkung.

Tag der Stille in Hegne

Einige aktive Klöster machen bei den Klostererlebnistagen mit und zeigen, wie ihr Leben heutzutage funktioniert. Im Kloster Roggenburg sind Besucher bei den Prämonstratensern zu Gast. Einige Klöster, wie Roggenburg oder Hegne am westlichen Bodensee, bieten außerdem die Möglichkeit, im klostereigenen Hotel zu nächtigen.

Einfach mal abschalten heißt es im Kloster Hegne: Am „Tag der Stille“ eröffnen Meditationen, spirituelle Impulse und kreatives Gestalten in völliger Ruhe ein überraschend inspirierendes Erlebnis.

Atmosphärisch und besinnlich wird es auf der Insel Reichenau. In Niederzell können Besucher in der Eginokapelle am Stundengebet der beiden Benediktinermönche teilnehmen, die mit der kleinen Cella St. Benedikt das mönchische Erbe der Insel wiederbelebt haben.

Führung in Konstanz

Ein grenzenloses Klostererlebnis bietet Konstanz: Von hier aus erkunden Besucher bei einer Tagestour unter dem Motto „Kirchen, Klöster & Konzil“ prunkvolle Kirchenschätze der deutsch-schweizerischen Region und kommen dabei bis nach Stein am Rhein, Führungen inklusive.