Beispielhaft zeigt der Caritasverband Konstanz eine große Bereitschaft mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) und Digitalisierung den Weg in die Zukunft zu gehen. Daher stieß Stefanie Ebner, Gesundheitsinformatikerin und Projektleiterin bei der Caritas, auf offene Ohren mit ihrem Vorschlag, den Truck der Digitalisierung, kurz TruDi, einzuladen, der noch bis zum Jahresende durch Baden-Württemberg und weitere Bundesländer unterwegs ist.

Der Truck enthält ein komplett gestaltetes Klientenzimmer mit zahlreichen Beispielen rund um die digitale Pflege.Andreas Hoffmann, Vorstand des Caritasverbandes Konstanz, betonte beim Besuch des Trucks am Haus Don Bosco das Interesse des Verbandes an digitalen Projekten. „Wir wollen beim Thema Digitalisierung auch im Landkreis ganz vorne dabei sein.“

Zuletzt hatte der Roboter LIO für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt, der im Altenpflegeheim St. Marienhaus während eines länderübergreifenden Modellprojektes getestet wurde und dort auch weiterhin im Einsatz ist. „Mit technischen Hilfen spart man finanziell nichts“, gab Hoffmann zu bedenken. „Aber es geht um die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pflegekräfte müssen und sollen Erleichterung bei ihrer Arbeit bekommen. Und wir wollen, dass mehr Zeit für echte Pflege bleibt.“ Nicht nur das verspricht man sich von verschiedenen Neuheiten. Vielleicht auch eine Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe. „Die jungen Menschen gehen viel selbstverständlicher mit technischen Arbeitshilfen um, als das wir schon lange in dem Beruf Tätigen können“, bestätigt Marina Pfemfert, Wohnbereichsleiterin des Konstanzer Marienhauses. Und das mache Berufe in der Pflege für sie nach ihrer Erfahrung deutlich interessanter.

Das bekräftigt auch das Team des Trucks, Nadine Reussel-Distler und Jörg Reitermayer. Es gehe darum, dass Pflegekräfte lang und gut arbeiten könnten. Technische Angebote für Pflegende sind daher an Bord des Trucks, wie etwa Roboter, Gesundheits-Apps, sogenannte Pflege-Brillen, Assistenzsysteme, eine KI-gestützte Dienstplanungssoftware.

Die anwesenden Führungskräfte aus Pflegebereichen der Caritas zeigten sich aufgeschlossen den Optimierungsunterstützungen gegenüber. Haben sie doch alle bereits Erfahrung mit technischer Unterstützung in ihrer täglichen Arbeit. „Es führt auch gar kein Weg daran vorbei, auf die technischen Möglichkeiten zurückzugreifen“, sagt Carina Schlenker, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Marienhaus.

Sinnvolle Ergänzung

Alle Unterstützungen sollten immer als Ergänzung betrachtet werden und niemanden ersetzen. „Schon gar nicht den Menschen oder den Betreuer“, sagt Nadine Reussel-Distler. „Unser Truck soll Inspiration für Einrichtungen sein, die sich technische Unterstützung holen können, die für Mitarbeitende und für die Pflegebedürftigen sinnvoll erscheint.“