Das nennt man eine Win-win-Situation: Der Konstanzer Verein „Save me“, der Flüchtlingen hilft, Fuß zu fassen, hat ein Handbike an den Verein „KoRolli“ (Konstanzer Rollstuhlsportinitiative) gespendet, der inklusiven Sport anbietet. Im Gegenzug „spenden wir Geld an Save me für deren klasse Arbeit“, so Jochen Link, 2. Vorsitzender der KoRollis. Gemeinsam mit Übungsleiterin Angelika Schneider und dem 1. Vorsitzenden, Roland Benker, nahm Jochen Link das Handbike an der Fahrradwerkstatt von Save me in der Hans-Thoma-Straße entgegen. Bürgerinnen und Bürger können hier gebrauchte Fahrräder abgeben, die Save me wieder fahrtüchtig macht und günstig an Flüchtlinge verkauft.

Aus einer solchen Spende stammte auch das Handbike, das Rollstuhlfahrer als Sportgerät nutzen können. „Es wurde von einer Frau mit Behinderung gefahren und nicht mehr benutzt. Wir haben dann recherchiert, wer so ein Handbike gebrauchen kann und sind auf die KoRollis gestoßen“, erzählte Horst Schabel von Save me. Über die Vermittlung von Stephan Grumbt, Behindertenbeauftragter der Stadt Konstanz, kam der Kontakt zustande: „Menschen mit Behinderung haben sehr viele unterschiedliche Bedürfnisse, nicht zuletzt den Wunsch, aktiv Sport zu machen. KoRolli bietet solchen inklusiven Sport für Fußgänger und Rollstuhlfahrer“, betonte Grumbt.

Inklusion leben in Konstanz

Gemeinsam Sport treiben, sich austauschen und Inklusion leben die KoRollis seit über 30 Jahren: Rollstuhlbasketball, Sit-up-Paddeln und Bogenschießen sind einige Beispiele ihrer vielfältigen Aktivitäten. Rolli-Fahrer Roland Benker, der bisher nur Erfahrung mit einem Vorspannbike hat, freut sich, das Liegebike bald ausprobieren zu können. „Die Tartanbahn auf dem Uni-Gelände eignet sich gut dafür, das schnelle Fahren zu üben.“

Marion Mallmann-Biehler, 1. Vorsitzende von Save me, und Helmut Luz, der die Fahrradwerkstatt betreut, können mittlerweile auf rund 1800 Fahrradverkäufe in den letzten acht Jahren zurückblicken. Ein zehnköpfiges Kernteam plus freiwillige Helfer und auch Flüchtlinge sorgen dafür, dass Drahtesel repariert werden, oder schlachten unbrauchbare Fahrräder als Ersatzteillager aus. „Flüchtlinge, die bei uns ein Rad gekauft haben, können hier auch kleine Reparaturen machen lassen“, erklärte Helmut Luz. Der Bedarf an Rädern ist groß, denn sie verschaffen kostenlose Mobilität. Deshalb hofft Save me auf weitere Fahrradspenden.