Wie der Anzeiger aus gewöhnlich frischen und sauberen Quellen erfahren hat, ist man bei der Bädergesellschaft Konstanz nun auf der Suche nach einem Sponsor. Gerade am heutigen Eröffnungstag, dem 1. April, laufen am Benediktinerplatz noch die Drähte heiß.

Verteuerung macht OB sauer

Statt der veranschlagten gut 28 Millionen sind nun Baukosten von rund 41 Millionen entstanden. Und dabei hat man sich von den privaten Schließfächern für Gemeinderäte schon früh verabschiedet. Sogar OB Uli Burchardt musste seinen Schrank mit der Nummer 1 bereits räumen. „Mennoooo. Das finde ich doof“, soll er gebrummelt haben, als er die Speedo aus dem Spind nahm. „Aber als Stadtoberhaupt“, so Burchardt, „muss auch ich mit gutem Beispiel voran gehen.“

„Die Lage ist ernst!“, wird Robert Grammelspacher, Sprecher der BGK-Geschäftsführung, aus einer internen Krisensitzung zitiert. „Wir haben so wenig Kohle im Kässle, dass wir uns vom Namen „Schwaketenbad“ über der Türe ohnehin verabschieden können“, so Grammelspacher. Es reiche höchstens noch für „s‘Bädle“.

Wer hilft bei der Finanzierung?

Im Gespräch sind die üblichen Verdächtigen: Wie etwa Randegger Mineralwasser, die ja bekanntlich eine natürliche Nähe zu Whirlpools und Wasser im Allgemeinen haben. Mit in der Verlosung sind jedoch auch die Brauereien Ruppaner und Rothaus, oder auch Tankstellenbetreiber Ley. Hier, behaupten Konstanzer Autofahrer, wurde zuletzt auch gut Umsatz gemacht.

Wanzen sich Schweizer ins Bad?

Aber auch der Schweizerischen Migros werden Außenseiterchancen nachgesagt. Robert Grammelspacher bestehe jedoch hier auf eine Zahlung in Franken, heißt es aus Bäderkreisen. Die Schweizer Einkaufsgenossenschaft wäre wohl grundsätzlich bereit, bestünde ihrerseits aber wohl auf der obligatorischen Olma-Bratwurst im Bad-Restaurant und – jetzt kommt‘s – den Aushang der Baderegeln in deutsch, französisch, italienisch und sogar rätoromanisch. Dies soll jedoch für den anderen der beiden Bäderchefs Dr. Norbert Reuter zu viel sein. Reuter ist dem Vernehmen nach des Rätoromanischen nicht mächtig, weshalb er wutentbrannt den Verhandlungstisch verlassen habe.

Frauen-Power könnte das Bad retten

Deshalb könnte nun die Stunde zweier erfolgreicher Konstanzer Geschäftsfrauen geschlagen haben. Metzgereichefin Katharina Müller und Simone Brunner, Chefin des gleichnamigen Labors und neuen Konstanzer Wirtschaftswunderle, haben einen Plan geschmiedet. Und der sieht so aus: Bis Ende 2022 sollen nur noch getestete Personen das Bad betreten dürfen. Dafür will das Labor Brunner eigens ein Testmobil auf der Auffahrt zur Verfügung stellen. Zur Belohnung bekommt dann jeder Besucher, der das Bad verlässt, zur Stärkung eine Bratwurst der Metzgerei Otto Müller in die Hand gedrückt. Diese Form der Zusammenarbeit habe sich bereits bei so mancher Impfaktion bewährt. Und so bekäme nicht nur der OB seine „Extra-Wurst“.

Wie man hört sei man mit der Höhe des Zuschusses bei der BGK durchaus zufrieden. Allein das „Wurstwasser“ im neuen Namen habe man noch nicht geschluckt. Es heißt man gurgle es noch.

Update 2. April

Liebe Leserinnen und Leser, wie Sie sicherlich alle gemerkt haben, handelte es sich bei dieser Geschichte um einen Aprilscherz. Das Bad wurde am 1. April wie geplant unter dem Namen Schwaketenbad eröffnet. Und am heutigen 2. April bereits von vielen Badegästen in Beschlag genommen.