1999 wurde das Sea Life in Konstanz eröffnet. 23 Jahre sind seitdem vergangen und haben ihre Spuren hinterlassen. „Es gibt bestimmte Sachen, die saniert werden müssen“, sagt Marketing Manager Julius Schmidt. Etwa die Plexiglasscheiben am großen Becken, die die Schildkröten mit der Zeit unschön verkratzt haben – um nur ein Beispiel zu nennen. Warum dann gleich das ganze Sea Life geschlossen wird? Weil die Sanierung eines Großaquariums einiges an Komplexität mit sich bringt. Hier gibt es nicht nur mehr als 3.500 Tiere, sondern auch jede Menge Wasser.

Um bei dem Beispiel des großen Beckens zu bleiben: Die Plexiglasscheiben zu erneuern, ist natürlich komplizierter als ein Fenster auszutauschen, beschreibt Schmidt. „Dafür muss man das gesamte Becken ablassen.“ 320.000 Liter Wasser, um genau zu sein. Statt das Sea Life Konstanz Stück für Stück zu sanieren, hat sich die Konzernleitung dazu entschlossen, das Aquarium komplett zu schließen und die Renovierung in einem Rutsch durchzuziehen.

Und wie läuft das? Zunächst müssen alle Tiere aus dem Center ausziehen, erklärt Schmidt. Sie werden zu anderen Sea Lifes in Deutschland gebracht, die ihnen für die Dauer des Umbaus ein Zuhause bieten. Dann werden insgesamt über 600.000 Liter Süß- und Salzwasser abgelassen, bevor die eigentlichen Sanierungsmaßnahmen starten können. Die zehn Eselspinguine sind bereits ausgezogen und haben ihre Reise nach Frankreich angetreten. Ihr vorübergehendes Zuhause im Océanopolis in Brest kennen sie bereits, dort sind sie geschlüpft.

Gibt es was Neues im Sea Life Konstanz?

Den Rundumschlag nutzt das Sea Life natürlich auch für einige Veränderungen im Ausstellungsbereich. Was die Besucher ab dem kommenden Frühjahr Neues erwartet, dürfe Marketing Manager Schmidt im Detail aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir sind in Konstanz wahnsinnig froh, dass sich die Unternehmensleitung dazu entschlossen hat, hier zu investieren.“

Der genaue Wieder-Eröffnungstermin des Sea Life im Frühjahr steht noch aus. Grund dafür seien die allseits bekannten Umstände: Handwerker sind schwer zu finden, Materialien nicht immer zeitig verfügbar. Das macht eine termingenaue Planung derzeit schwierig.

Auch das Bodensee-Naturmuseum muss schließen

Von der vorübergehenden Schließung des Sea Life Konstanz ist auch „Untermieter“ Bodensee-Naturmuseum betroffen. „Am 8. September werden wir wegen der zu erwartenden Stäube unsere ganze Ausstellung von einer Malerfirma in Abdeckfolien einpacken lassen“, verrät Museumsleiterin Martina Kroth. Die Zwangspause trifft das Museum zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn nach zwei schwierigen Pandemiejahren kamen in den letzten Monaten Kindergärten und Schulklassen in Massen zurück ins Museum.

Für den Anzeiger packen Museumsleiterin Martina Kroth (links) und Museumspädagogin Irmhild Ditmer-Knappmann schon einmal Museums-Wildschwein Willi ein.
Für den Anzeiger packen Museumsleiterin Martina Kroth (links) und Museumspädagogin Irmhild Ditmer-Knappmann schon einmal Museums-Wildschwein Willi ein. Bild: Ralf Baumann

Kinderprogramm in der Stadtbibliothek

„Zwischen April und Juli 2022 nahmen über 3.100 Teilnehmer an museumspädagogischen Veranstaltungen teil. So viele Teilnehmer hatten wir in diesen vier Monaten bislang noch nie im Museum“, freut sich Museumspädagogin Irmhild Ditmer-Knappmann. „Es ist sehr schade, dass wir gerade jetzt wieder durch die erneute Schließung rausgerissen werden“, ergänzt Martina Kroth. „Mit unseren öffentlichen Kinderveranstaltungen gehen wir in die Stadtbibliothek. Wir haben eine Kooperation dafür und für weitere gemeinsame Veranstaltungen vereinbart“, verrät Kroth. „Für Kindergärten und Schulklassen werden wir unsere Veranstaltungen voraussichtlich im Bildungswerk anbieten.“

Schon jetzt ist eine Vitrine des Museums im Eingangsbereich der Kinder- und Jugendbibliothek zu sehen. Das Thema sind „Mäuse“. „Die Vitrine wurde von zwei Schülerpraktikanten des Museums entworfen und ist sehr kindgerecht und anschaulich geworden“, so Kroth. Doch jetzt werden erst einmal die Ausstellungsstücke im Bodensee-Naturmuseum mit Folie eingepackt, damit Wildschwein Willi und die zahlreichen anderen Ausstellungstiere staubfrei durch den Winter kommen.

Mehr zum Sea Life gibt es hier. Mehr zum Bodensee-Naturmuseum gibt es hier.