Aufgerufen zur Kundgebung hatten die Jusos, die Junge Union, die Grüne Jugend, die Jungen Liberalen, Amnesty International sowie die Jungen Europäischen Föderalisten in Konstanz. Eine zweite Kundgebung werde momentan geplant, sagte Ioannis Tagos vom Veranstalterteam am Montag.

Rund 2.000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf dem Münsterplatz, um sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen.
Rund 2.000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf dem Münsterplatz, um sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen. Bild: Sarah Steen

Nach Schätzungen des Anzeigers folgten am Samstagabend rund 2000 Menschen dem Aufruf. Mehrere junge Ukrainerinnen und Ukrainer schilderten in berührenden Ansprachen die dramatische Lage in ihrem Heimatland nach dem Einmarsch russischer Truppen am Donnerstag. Sie riefen zur Unterstützung und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine auf. Und zum Kampf gegen Putins Aggression. „Wir sind richtig sauer“, sagte Anastasia Azarenko aus der Ukraine. Andrei Gorchkov sagte in seiner Rede, er werde in sein Heimatland zurückkehren, um es zu verteidigen.

Demonstration für Frieden in der Ukraine am Samstagabend auf dem Konstanzer Münsterplatz.
Demonstration für Frieden in der Ukraine am Samstagabend auf dem Konstanzer Münsterplatz. Bild: Baumann Ralf

Jubel löste die während der Kundgebung eintreffende Nachricht aus, dass Deutschland nun doch die Swift-Sanktionen gegen Russland befürwortet. Viele Teilnehmer schwenkten blau-gelbe ukrainische Fahnen und machten auf Plakaten den russischen Präsidenten Putin für den Krieg verantwortlich. Der Konstanzer Politik- und Verwaltungswissenschaftler Professor Wolfgang Seibel (68) kritisierte in seiner Rede die „Naivität“ und „Sorglosigkeit“ seiner Generation und der deutschen Politik in den vergangenen Jahrzehnten gegenüber Wladimir Putins Regime. Die Kundgebung endete nach rund einer Stunde mit einer Schweigeminute. Einige Teilnehmer sangen anschließend die ukrainische Nationalhymne.