Weltuntergangsstimmung in Konstanz: Wer am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr in Wollmatingen auf die Straßen schaute, dem konnte schon ein wenig mulmig werden. Der Himmel verdunkelte sich, ein schweres Gewitter war im Anmarsch. Und unten: Nichts. Kein Lichtlein brannte – nichts ging mehr. In vielen Straßenzügen in den Stadtteilen Fürstenberg und Wollmatingen waren selbst die Straßenlaternen aus. Etwa eine Stunde dauerte das Spektakel, dann wurde wieder alles hell. Zumindest unten auf der Erde.

Stromausfall in Wollmatingen während Gewitter

Doch hat das Unwetter den Stromausfall verursacht? Nein, heißt es von der Stadtwerke Konstanz in einer Mitteilung vom Mittwochmorgen. Demnach bestehe kein Zusammenhang mit den schweren Gewittern, die gleichzeitig über die Region gefegt sind. Ursache für den Stromausfall in Teilen von Wollmatingen sei demnach ein technischer Defekt gewesen: eine defekte 20.000-Volt (20 kV)-Kabelstrecke im Bereich altes Rathaus Wollmatingen und Urisberg.

Der Strom fiel gegen 21.30 Uhr aus. Betroffen waren, laut Stadtwerke, die Bereiche Schwaketenstraße, Urisberg, Sonnentauweg und Bereiche zwischen Buhlenweg und Taborweg. Nachdem Techniker der Stadtwerke die fehlerhafte Strecke lokalisiert und abgeschaltet hatten, konnten die Kunden gegen 22.40 Uhr wieder versorgt werden. „Es tut uns leid, dass unsere Kunden vom Stromausfall betroffen waren, aber technische Defekte lassen sich leider nie ausschließen“, sagt Günter Bossart vom Geschäftsbereich Energienetze bei den Stadtwerken. Da die genaue Fehlerursache in der Nacht noch nicht klar war, ging die Suche am Mittwochmorgen weiter.

Gewitter wütete – Baum hielt nicht stand

Eine große Pappel am Campingplatz Sandseele auf der Insel Reichenau hielt dem Druck nicht stand. Der Wurzelballen löste sich aus dem Erdreich und der Baum stürzte mit lautem Getöse um. Dabei fiel das obere Drittel der Pappel auf einen Wohnwagen mit Vorzelt und einen angrenzenden PKW. Personen waren zum Glück zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe. Die Feuerwehr wurde um Hilfe gerufen.

Auf dem Campingplatz Sandseele wurde ein Wohnwagen von einer umstürzenden Pappel schwer beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Auf dem Campingplatz Sandseele wurde ein Wohnwagen von einer umstürzenden Pappel schwer beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Bild: Freiwillige Feuerwehr Reichenau

Um 22.12 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Konstanz die Freiwillige Feuerwehr Reichenau per Meldeempfänger zum technischen Hilfeleistungseinsatz. Beim Eintreffen der Feuerwehr lag die riesige Pappel vom See her neben dem Bewirtungsgebäude quer über der Terrasse. Das obere Drittel der Pappel lag über dem Fahrweg auf einem Wohnwagen. Der hintere Teil des Wohnwagens war schwer beschädigt. Es wurden jedoch keinerlei Personen verletzt.

Quer über die Außensitzplätze krachte die Pappel am Sandseele.
Quer über die Außensitzplätze krachte die Pappel am Sandseele. Bild: Freiwillige Feuerwehr Reichenau

Die Feuerwehr sicherte und sperrte die Unfallstelle mit Trassenband ab. Das obere Drittel des Baumes wurde von der Feuerwehr per Motorkettensäge abgesägt. Dabei wurde der Fahrweg frei gesägt und die Baumstümpfe beiseite geräumt, damit die Zufahrt für weitere Einsätze und auch zur Versorgung dieses Teils des Campingplatzes wieder zugänglich wurde. Um die eigentlichen Aufräumarbeiten samt Abräumen des Baumes wird sich der Gemeindebauhof am heutigen Mittwoch beschäftigen. Die Unfallstelle wurde an den Campingplatz-Betreiber übergeben.