Wieland Backes Leben und Werdegang ist am kommenden Mittwoch im Konzil Thema eines Gesprächs mit Martin Hoffmann. Unter dem Motto „Ich war ein schüchternes Kind vom Land“ entfaltet Backes die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines „Wunschkindes auf den zweiten Blick“. 1946 in Österreich als sechster Sohn einer Lehrerfamilie aus dem Banat geboren, erlebte er als Kind, was Armut, Hunger und Verlust der Heimat bedeuten. Im Raum Stuttgart hofft die Familie auf ein Ende des Elends. Doch nur der „Kleine“ profitiert schließlich von den Chancen im Wirtschaftswunderland. Eigentlich sollte das Kind vom Lande Lehrer werden, doch seine wahre Leidenschaft war nicht aufzuhalten. Als Außenseiter bahnte er sich seinen Weg durch das Haifischbecken Fernsehen und wurde zum Star des SWR.

Wieland Backes, Moderator und Begründer der SWR-Talkshow Nachtcafé kommt in Konzil.
Wieland Backes, Moderator und Begründer der SWR-Talkshow Nachtcafé kommt in Konzil. Bild: Kaufhold

Die Talkshow „Nachtcafé“ moderierte er fast 28 Jahre und schrieb damit Fernsehgeschichte, der beliebten Ratesendung „Ich trage einen großen Namen“ verlieh er 20 Jahre lang einen unverwechselbaren Flair. Den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, dem er 47 Jahre angehörte, hält er für eine der großen Errungenschaften unserer Demokratie, für die er auch heute noch auf die Straße gehen würde.

Kosslick liest im Zebra

Am kommenden Dienstag empfängt das Zebra Kino mit dem ehemaligen Berlinale-Chef einen der bekanntesten Film- und Kinoexperten Deutschlands. Dieter Kosslick, 1948 in Pforzheim geboren, studierte Kommunikationswissenschaft, Pädagogik und Politik an der Universität München.

Nach Stationen bei den Filmförderungen in Hamburg, Brüssel und Nord-Rhein-Westfalen, leitete er 18 Jahre lang die Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Er lehrte als Professor an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, erhielt neben dem Bundesverdienstkreuz 2019 viele nationale und internationale Auszeichnungen und berät heute Filmfestivals weltweit.

Kosslick stellt im Zebra sein Buch „Immer auf dem Teppich bleiben – Von magischen Momenten und der Zukunft des Kinos“ vor. Mit Corona ist auch das Kino in eine schwere Krise gestürzt, die mit dem Aufkommen der Streamingdienste existenziell geworden ist. Kosslick gibt in diesem persönlichen und anekdotenreichen Buch Auskunft, wie Kino in Zukunft funktionieren muss und warum gerade auch die Filmbranche dringend lernen muss, nachhaltiger zu produzieren. Kosslick ruft dazu auf, das Kino zu retten – und beschreibt, wie das gelingen kann. Er schildert seine Liebe zum Film, seine abenteuerlichen Erlebnisse als Chef der Berlinale und warum er überzeugt ist, dass Filme die Welt verändern können.