Der Bodensee ohne Weinprinzessin – eigentlich ist dieser Zustand kaum vorstellbar. Durch die Corona-Pandemie ist aber genau dies eingetroffen. 2019 wurde Lea Saible aus Hagnau zur bislang letzten Bodensee-Weinprinzessin gekürt. Und dann wurde es kurios: Zunächst wurde die Amtszeit der Weinhoheit erstmals über ein Jahr hinaus verlängert. Dennoch waren öffentliche Termine der Pandemie wegen Mangelware.

Stephanie Megerle mit gleich zwei Krönchen: Hier war sie für kurze Zeit sowohl Badische Weinprinzessin als auch Bodensee Weinprinzessin.
Stephanie Megerle mit gleich zwei Krönchen: Hier war sie für kurze Zeit sowohl Badische Weinprinzessin als auch Bodensee Weinprinzessin. Bild: Manuela Klaas

Für den 19. März in diesem Jahr wurde dann die Wahl der Nachfolgerin von Lea Saible anberaumt. Dass ihre Amtszeit zu diesem Zeitpunkt endet, stand fest. Was allerdings bei der Festlegung des Termins keiner ahnte war, dass es wegen der anhaltenden Pandemie keine Wahl geben wird. So passierte genau das, was kaum vorstellbar war: Die Bodenseeregion hat seitdem keine offizielle Weinhoheit mehr.

Wahl zur Bodensee Weinprinzessin am 5. September

Genau das soll sich am 5. September wieder ändern, denn da steht die nächste Wahl zur Bodensee Weinprinzessin an. Der Badische Weinbauverband hat den Termin erst vor wenigen Tagen bestätigt. Die nicht öffentliche Wahl findet am Nachmittag statt, die Krönung wird dann anschließend im Neuen Schloss Meersburg durch die Badische Weinkönigin Jessica Himmelsbach stattfinden, die seit Juni im Amt ist. Das Wahlgremium setzt sich zusammen aus Vertretern der Weinwirtschaft, der Kommunen sowie Vertretern von Presse und Rundfunk.

Die glückliche Siegerin darf dann ein Jahr lang das exzellente Weinbaugebiet rund um den Bodensee repräsentieren. Und der erste offizielle Termin steht auch schon fest: Die neue Bodensee-Weinprinzessin wird am Freitag, 9. September, das Bodenseeweinfest auf dem Meersburger Schlossplatz eröffnen und wird in diesem Zuge der Öffentlichkeit vorgestellt.

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„Es ist wirklich eine tolle Aufgabe, bei der man sehr viele Leute kennenlernt“, sagt Stephanie Megerle, die 2017/2018 selbst Bodensee Weinprinzessin war. Direkt am Anschluss wurde sie sogar noch zur Badischen Weinprinzessin gewählt. „Man repräsentiert den Weinbau am kompletten Bodensee von Konstanz über den Hochrhein und den Klettgau bis nach Lindau.“ Einsätze hat man als Weinhoheit einige, denn zum einen eröffnet man zahlreiche Weinfeste, ist bei Weinverkostungen und Führungen dabei und vertritt die Region auch auf Messen. „Ich kann diese Aufgabe nur wärmstens empfehlen“, sagt die mittlerweile 26-Jährige, die beim Winzerverein Hagnau arbeitet. „Natürlich sollte man keine Angst vor einer Bühne haben und gerne mit Menschen zu tun haben.“

Pia Dreher (Mitte) aus Meersburg war die Vorgängerin von Lea Saible. Sie hatte Auftritte unter anderem in Konstanz. Der Wirkungskreis der Bodensee Weinprinzessin ist von Konstanz über den Hegau bis nach Lindau.
Pia Dreher (Mitte) aus Meersburg war die Vorgängerin von Lea Saible. Sie hatte Auftritte unter anderem in Konstanz. Der Wirkungskreis der Bodensee Weinprinzessin ist von Konstanz über den Hegau bis nach Lindau. Bild: Nikolaj Schutzbach

Bewerbungen für die Bodensee Weinprinzessin

Kandidatinnen, die sich zur Wahl stellen wollen, sollten aus der Weinbauregion Bodensee stammen und eine Verbundenheit mit dem Weinbau mitbringen, es ist aber keine Voraussetzung zur Bewerbung. Das geforderte Fachwissen über den Wein, den Weinanbau und die Kellerwirtschaft wird in Schulungen vermittelt. Wer Interesse hat, ein Jahr lang den Bodenseewein als Bodensee-Weinprinzessin zu repräsentieren und dabei vielseitige Aufgaben und Auftritte zu absolvieren, kann sich bis zum 19. August direkt bei Dr. Jürgen Dietrich vom Staatsweingut Meersburg bewerben oder dort weitere Informationen erhalten – entweder telefonisch unter 07532/446 70 oder per E-Mail unter: jd@staatsweingut-meersburg.de.