Eine Stunde lang sollen die Insekten im Fokus stehen. Das jedenfalls ist die Aufgabe für alle, die sich am Insektensommer von Nabu, LBV und naturgucker.de beteiligen wollen. Dabei soll aber nicht nur beobachtet, sondern vor allem gezählt werden. Es ist eine bundesweite Aktion, bei der jeder die Natur vor der eigenen Haustüre einmal ganz anders kennenlernen kann. Noch bis zum Sonntag, 12. Juni, kann man mitmachen.

So geht es

Und das ist ganz einfach: Man sollte sich einen ruhigen, wenn möglich windstillen Platz raussuchen, der durchaus sonnig sein darf. Ob der Platz im eigenen Garten, auf dem Balkon, im Wald, auf der Wiese oder irgendwo am Wasser ist, bleibt jedem selbst überlassen. Für den Beobachter heißt es, das Umfeld, das etwa zehn Meter entfernt ist, im Blick zu behalten. Und dann sollte alles notiert werden, was einem vor die Augen kommt. Dazu gibt es im Internet eine praktische Liste zum Herunterladen (siehe Infokasten).

Hier ist eine Ackerhummel zu sehen.
Hier ist eine Ackerhummel zu sehen. Bild: Kathy Büscher

Lupe, Buch & Kamera

Wer sich wie ein Profi bewegen möchte, kann neben einer Lupe und einen Bestimmungsbuch auch eine Kamera zur Hand nehmen. Wichtig dabei ist, dass man eine ungefähre Zahl hat. Wenn mal ein Tier schneller ist als der eigene Zähler, dann ist das überhaupt kein Problem. Wichtig ist, dass das Insekt eindeutig zuzuordnen ist. Wenn man es nicht genau erkannt hat, dann wird es auch nicht gezählt. „Wichtig ist, dass man einen Modus findet, mit dem man Spaß und Freude an der Aktion hat“, betont der Nabu auf seiner Internetseite.

Nach einer Stunde sollten die Aufschriebe dann gemeldet werden. Dies sollte online über die Internetseite des Nabu geschehen. Wichtig dabei sind die Angaben, wo und an welchem Tag beobachtet wurde, und natürlich die Anzahl der jeweiligen Insekten. Jede einzelne Meldung sorgt dafür, dass sich der Nabu ein besseres Monitoring von Hummeln, Bienen, Schmetterlingen und Käfern in der Umgebung machen kann.

Das ist eine Steinhummel. Sie hat einen auffällig schwarzen Körper.
Das ist eine Steinhummel. Sie hat einen auffällig schwarzen Körper. Bild: Kathy Büscher

Es geht um Hummel-Arten

Dieses Jahr geht es ganz speziell um Hummeln. Auf der Internetseite des Nabu gibt es Tricks und Kniffe, wie man sie schnell bestimmen kann. In Mitteleuropa gibt es etwa 50 Arten, die häufigsten sind allerdings Ackerhummel, Erdhummel und Steinhummel. Jede Art hat individuelle Farben und Muster, so dass sie daran sehr gut auseinander zu halten sind. Die Ackerhummel gehört zu den Nestbauern und bildet Völker mit bis zu 150 Tieren. Ihr Markenzeichen: ihr gelblich bis rotbraunen Pelz, der am Hinterleib gräulich wird und ganz hinten dann wieder gelbrot. Dazu haben sie einen verhältnismäßig langen Saugrüssel, der bis zu 15 Millimeter lang sein kann.

Die Erdhummel gehört zu den auffälligsten, größten und häufigsten Hummeln hierzulande. Es gibt die Dunkle und die Helle Erdhummel. Beide Arten sind schwarz behaart und vor allem an ihren gelben Binden gut zu erkennen. Diese sind bei der Dunklen Erdhummel dunkelgelb und bei der selteneren Hellen Erdhummel zitronen- bis weißgelb gefärbt. Die letzten beiden Segmente ihres Hinterleibs sind weiß. Erdhummeln zählen zu den Kurzrüsslern.

Die Steinhummel erkennt man am samtschwarzen Körper mit einer rotbraunen Spitze am Hinterleib. Sie bildet ein kleines Volk aus einer Königin, bis zu 300 Arbeiterinnen sowie Drohnen. Auffällig sind die Männchen: Sie sind bunter, mit gelben Streifen und einem gelben Haarbüschel zwischen den Augen, und nur für jeweils eine kurze Zeit im Sommer zu entdecken.