Baden-Württemberg feiert 70. Geburtstag und der Literatursommer Baden-Württemberg „Literatur made im Ländle“. Einer, der sich einen Großteil dieser Zeit bereits mit Literatur befasst, ist Arnold Stadler. Der Sauldorfer, der auch in Meßkirch Ehrenbürger ist, arbeitet als Schriftsteller und Essayist und hat neben dem Bodensee-Literaturpreis (2014) mit dem Georg-Büchner-Preis (1999) einen der bedeutendsten deutschen Literaturpreise erhalten. Nun ist er Teil einer literarischen Reise, die die Besucher an mehrere besondere Orte in Oberschwaben führt.

Außergewöhnliche Lesereise

Die außergewöhnliche Lesereise begann bereits am vergangenen Sonntag mit einer gemeinsamen Fahrt mit der Biberbahn von Sauldorf nach Menningen zum Wasserschloss. „Es wäre für mich ein Traum, gäbe es die alte Strecke wieder. Dann könnte ich vom Sauldorfer Bahnhof aus wie mein Großonkel nach Bremerhaven und Amerika fahren. Wie das vor 100 und 150 Jahren noch möglich war“, schrieb Arnold Stadler 2018. Damals wusste er nicht, dass die Strecke tatsächlich reaktiviert werden würde.

Die Termine

Der nächste Termin der Lesereise ist am Montag, 18. Juli, Dann trifft Arnold Stadler mit Walle Sayer einen Lyriker aus Horb am Neckar, der wie ein Uhrmachermeister im Gehäuse der Zeit forscht und das Wesentliche in Gedichte und Miniaturen fasst. Das Gespräch im Kloster Beuron moderiert die Journalistin Annette Maria Rieger.

Am Dienstag, 19. Juli, tauscht sich Arnold Stadler an seinem Heimatort Rast im Gasthof Löwen mit dem vielfach ausgezeichneten Fotografen Florian Schwarz aus. Der 1979 in Konstanz geborene Fotograf studierte an der Königlichen Kunstakademie Antwerpen. In seiner gegenwärtigen Ausstellung „Imagine“ widmet er sich in Bild und Wort der Staatenlosigkeit. Der Verlust von Heimat und wie Kommunikation neue Beziehungen ermöglicht, sind Themen des Austauschs über Kunst und Menschen, den die Kuratorin dieses künstlerischen Projektes, Helena Vayhinger aus Singen, und die SWR-Journalistin Thea Thomiczek im Gespräch begleiten.

Kunst & Literatur

Mit der Künstlerin Regina Frank trifft sich Arnold Stadler am Mittwoch, 20. Juli, in der Meßkircher Kreisgalerie, wo die Ausstellung „Der Kunsterzieher und seine Schülerinnen und Schüler“ zum 70. Geburtstag von Eddy Michelberger zu sehen ist. Seine Gesprächspartnerin Regina Frank, 1965 in Meßkirch geboren, gilt als eine Pionierin von Performance, die auch das weltweite Internet in ihre Arbeiten integriert. Das Gespräch führt Luzia Braun, bekannt aus der Kultursendung „aspekte“.

In Bad Schussenried teilt Arnold Stadler am Donnerstag, 21. Juli, mit Reinhold Aßfalg und Hannelore Nussbaum oberschwäbische Erinnerungen aus, die auch die Kehrseite des Idylls ausleuchten. Reinhold Aßfalg, Jahrgang 1940, präsentiert dabei sein Buch „Das alte Dorf“, das dieser Tage erscheint. Die Schriftstellerin Hannelore Nussbaum aus Bad Schussenried, der modernen Designerwelt ebenso verbunden wie der oberschwäbischen Dichterin Maria Menz, kann auf Begegnungen mit Persönlichkeiten in Oberschwaben zurückblicken, die bis heute nachwirken. Die Moderation übernimmt Oswald Burger.

Abschluss in der Heuneburg

Bei der Abschlussveranstaltung am Samstag, 23. Juli, ist die Schriftstellerin und Malerin Alissa Walser die Gesprächspartnerin von Arnold Stadler. Die beiden sprechen über Herkunfts- und Sehnsuchtslandschaften und gehen der Frage nach, wie sich die Orte, von denen man kommt, auf das spätere Arbeiten in der Welt auswirken. Alissa Walser ist am Bodensee aufgewachsen und lebt heute in Frankfurt. Das Gespräch in der Heuneburg moderiert Siegmund Kopitzki.