Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist zwar schon etwas her, aber die Nachwirkungen sind nach wie vor immens. Vor allem für diejenigen, die einen Menschen verloren haben. Unter den mehr als 180 Opfern der Flutkatastrophe waren auch sechs Feuerwehrleute. Und für diese Familien gab es im thüringischen Sömmerda einen 30 Kilometer langen Benefizmarsch – organsiert von Kameraden der dortigen Freiwilligen Feuerwehr.

Vier Feuerleute von der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen auf dem 30-Kilometer-Spendenmarsch im thüringischen Sömmerda. Insgesamt waren neun Kameraden vom Bodensee mit dabei.
Vier Feuerleute von der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen auf dem 30-Kilometer-Spendenmarsch im thüringischen Sömmerda. Insgesamt waren neun Kameraden vom Bodensee mit dabei. Bild: Freiwillige Feuerwehr Überlingen

Unter den 154 Teilnehmern waren auch neun Überlinger aus der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich habe beim Stöbern im Internet von der Aktion gelesen“, berichtet Thomas Schindele, der die Sportgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen leitet. „Da aktuell sehr wenig stattfindet habe ich sofort die Organisatoren kontaktiert und bei uns nachgefragt, ob jemand mitgeht.“ Der Zuspruch war sofort da. Damit stand der Anmeldung nichts mehr im Wege.

Die längste Anfahrt

Durch die lange Anfahrt wurde aus der Teilnahme ein Wochenende in Thüringen. „Wir sind am Freitagabend dort angekommen, haben am Samstag den Marsch absolviert und sind am Sonntag wieder zurückgefahren“, erklärt Thomas Schindele. „Es war eine tolle Stimmung vor Ort und mit 154 Teilnehmern auch jede Menge los.“ Um 9 Uhr morgens ging es los auf die Runde um die Stadt Sömmerda. Dabei gab es verschiedene Stempelstationen, die angelaufen werden mussten. An diesen Stationen wurden die Teilnehmer auch verpflegt.

Auf der Strecke gab es immer wieder Schilder mit Sprüchen drauf, die zur Motivation dienten. So stand beispielsweise bei Kilometer 25: „Wenn Du aufgeben willst, denk dran, warum du angefangen hast.“ Bei Kilometer 20 war zu lesen: „Lass die Angst vor dem Scheitern nicht größer sein als die Lust auf das Gelingen.“

Diese Medaille bekam jeder, der den 30-Kilometer-Marsch erfolgreich absolviert hat.
Diese Medaille bekam jeder, der den 30-Kilometer-Marsch erfolgreich absolviert hat. Bild: Freiwillige Feuerwehr Überlingen

Die 30 Kilometer wurden in kompletter Feuerwehr-Montur absolviert. Lediglich das Schuhwerk durfte selbst gewählt werden. Die Jacke, die Hose und der Helm waren aber Pflicht. Die Überlinger waren die Gruppe mit der längsten Anfahrt. „Es war für uns aber eine Herzensangelegenheit“, betont der Leiter der Sportgruppe. Etwa fünfeinhalb Stunden waren die neun Feuerwehrleute vom Bodensee unterwegs. „Es war schon hart, aber wir haben alle gemeinsam durchgehalten“, so Thomas Schindele und lobt die Teilnehmer: „Ich bin echt stolz auf die Truppe, die sich glänzend präsentiert und eine wahnsinnige Leistung abgerufen hat.“ Als Belohnung hat jeder Teilnehmer eine Medaille mit der Aufschrift „Memory to our heroes“ erhalten. „Diese bekommt bei jedem einzelnen einen Ehrenplatz“, so der Sportgruppen-Leiter.

6000 Euro kamen zusammen

Alle Teilnahmegebühren und Aufwendungen kamen schließlich in einen Topf. Bei der Aktion, die zudem von zahlreichen Sponsoren unterstützt wurde, kamen schließlich 6000 Euro zusammen. Mit großer Freude verkündete der Vorstandsvorsitzende des Feuerwehrvereins Sömmerda, Daniel Voigt, diesen Betrag und sagte: „Damit können wir nun jeder Familie der ums Leben gekommenen Feuerwehrleute jeweils 1000 Euro übergeben.“