Es ist morgens um sechs Uhr. Kaum ist es hell, werden die ersten Folien auf den Spargelfeldern aufgedeckt und nachgeschaut, ob Spitzen zu sehen sind. Wenn ja, dann ist das das Zeichen, dass die beliebten weißen Stängel gestochen werden sollten. „Wir haben am Karfreitag den ersten eigenen Spargel verkauft“, berichtet Wilfried Möking vom gleichnamigen Hofgut. „Die ersten Anfragen kamen bereits vorher.“ Pünktlich zu Ostern hat also die diesjährige Spargelsaison am Bodensee begonnen.

Mitarbeiterin Viola packt im Hofladen eine Tüte Spargel. Bild: Reiner Jäckle
Mitarbeiterin Viola packt im Hofladen eine Tüte Spargel. Bild: Reiner Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

Große Nachfrage

Auf den etwa 20 Hektar haben die zwölf Erntehelfer aktuell den ganzen Tag zu tun. „Wir stechen auf jedem Feld nur jeden zweiten Tag“, erklärt Wilfried Möking. „Das hat auch logistische Gründe, da die Felder von Seefelden über Grasbeuren bis Altheim-Gailhöfe liegen.“ Die Nachfrage nach Spargel sei aktuell groß. Etwa die Hälfte der Ernte wird im eigenen Hofladen vertrieben. Ab 1. Mai kommt dann auch noch die Besenwirtschaft dazu. Der Rest geht in die Gastronomie und in den Lebensmittel-Einzelhandel.

Der weiße Spargel sprießt durch die Erdwälle. Seit Karfreitag gibt es das Gemüse auch am Mökinghof in Seefelden am Bodensee. Bilder: Reiner Jäckle
Der weiße Spargel sprießt durch die Erdwälle. Seit Karfreitag gibt es das Gemüse auch am Mökinghof in Seefelden am Bodensee. Bilder: Reiner Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

Diesbezüglich habe sich allerdings einiges geändert, so Wilfried Möking, der seinen Spargel bis nach Vorarlberg liefert. „Im vergangenen Jahr haben wir gerade noch etwa 50 Gastronomiebetriebe beliefert“, erklärt er. „Diesbezüglich hatten wir einmal mehr als 200.“ Allerdings seien sie in Corona-Zeiten regelrecht weggebrochen. Deshalb hat sich der Landwirt verstärkt um Abnehmer im Lebensmittel-Einzelhandel bemüht.

Dass der Spargel pünktlich zu Ostern gestochen werden konnte, hat Wilfried Möking einigermaßen überrascht. „Es war zwar richtig warm, was der Spargel mag, aber nachts hat es eben auch regelmäßig gefroren“, erklärt er. „Und das mag er gar nicht.“ Das war auch der Grund, warum der allererste Spargel selbst unter der Folie sehr viele weiche und abgefrorene Spargelspitzen hatte. Mittlerweile gebe es aber genügend von dem weißen Gemüse. Auf dem Hofgut Möking gibt es aber nicht nur die weiße Sorte. Ebenfalls erhältlich sind grüner und lila Spargel.

Wilfried Möking zeigt in seinem Hofladen die verschiedenen Spargelarten, die er hat. Bild: Reiner Jäckle
Wilfried Möking zeigt in seinem Hofladen die verschiedenen Spargelarten, die er hat. Bild: Reiner Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

Spargelfest vom 20. bis 22. Mai

Ganz besonders freut sich Wilfried Möking auf das Wochenende vom 20. bis 22. Mai. Dann nämlich kann er nach zweijähriger Zwangspause wieder das beliebte Spargelfest stattfinden lassen. „Selbst die Musiker brennen schon auf den Termin“, berichtet er. „Da wird bei uns in der Besenwirtschaft wieder jede Menge los sein.“ Vor allem für das etwa 20-köpfige Team auf dem Hofgut stehen dann drei arbeitsintensive Tage an. „Wir haben einen richtig guten Stamm an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, freut sich der Inhaber. „Allerdings suchen wir immer noch Aushilfskräfte für die Saison.“

Gestiegene Kosten

In einem Punkt macht sich Wilfried Möking aber bereits jetzt schon so seine Gedanken. Denn die gestiegenen Energie- und Personalkosten kann er mittlerweile kaum noch ausgleichen. „Aktuell gehe ich davon aus, dass dieser eklatante Anstieg der Kosten wohl etwa einen Euro pro Kilo Spargel ausmachen wird“, sagt er. „Durch diesen Preisanstieg wird der Spargel leider immer mehr zu einem Luxusgemüse, das sich nicht mehr alle leisten können.“ Diesbezüglich sei er schon jetzt gespannt, wie sich dadurch der Absatz in diesem Jahr entwickeln wird.