Lichterglanz und Weihnachtsmusik, Glühweinduft und Karussell: Viele hatten sich bereits auf den Überlinger Weihnachtsmarkt auf der Hofstatt gefreut. Doch die aktuelle Corona-Lage zwang den Veranstalter zur Absage. Für die Betreiber Andreas Dold und Oliver Bleser besonders ärgerlich, denn die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren. Selbst an die kritische Lage und an einen Einlass unter 2Gplus-Bedingungen wurde bereits gedacht. Dennoch wurde die Reißleine gezogen.

Am Eingang steht eine Hütte vom Weihnachtsmarkt. Dort zeigt man den QR-Code der Online-Registrierung vor und kann dann sofort zum Testen gehen.
Am Eingang steht eine Hütte vom Weihnachtsmarkt. Dort zeigt man den QR-Code der Online-Registrierung vor und kann dann sofort zum Testen gehen. Bild: Jäckle, Reiner

Der Weg zur Teststation

„Die Entscheidung ist auf der einen Seite nachvollziehbar, für alle Standbetreiber und für uns auf der anderen Seite aber echt bitter gewesen“, erinnert sich Andreas Dold an die Absage. „Wir waren danach erst einmal bedient, überlegten dann aber, was wir alternativ machen können.“ Und da kam die Idee: Durch die Änderung der Corona-Verordnung müssen sich wieder viel mehr Leute testen lassen. Selbst viele Arbeitnehmer benötigen täglich einen Test, um zur Arbeit gehen zu können. Da die Bürger wieder kostenlose Tests angeboten bekommen, lag es auf der Hand, statt des Weihnachtsmarktes eine Teststation auf die Beine zu stellen.

Andreas Dold nimmt bei Seewoche-Redakteur Reiner Jäckle (rechts) einen Abstrich. Danach kann er die Teststation sofort verlassen. Das Testergebnis kommt eine Viertelstunde später digital zum Probanden. Bilder: Reiner Jäckle
Andreas Dold nimmt bei Seewoche-Redakteur Reiner Jäckle (rechts) einen Abstrich. Danach kann er die Teststation sofort verlassen. Das Testergebnis kommt eine Viertelstunde später digital zum Probanden. Bilder: Reiner Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

„Wir sind auf die Stadt zugegangen, die sofort zugesagt hat“, erzählt Oliver Bleser. „Da kam auch schnell die Idee, unsere Teststation auf der Zimmerwiese aufzubauen, weil die Erreichbarkeit gut ist und es dort genügend Parkplätze gibt. Und der Weihnachtsmarkt ist irgendwie auch dabei, denn als Anmeldestation steht eine Holzhütte, die sonst auf der Hofstatt gestanden hätte.

Bereits mit Tests beschäftigt

„Wir haben uns mit dem Test-Thema schon in der Vorbereitung auf den Weihnachtsmarkt auseinandergesetzt und Kontakt zu Huber Health Care aufgenommen“, sagt Andreas Dold. „Das System ist komplett digitalisiert, optimiert, effizient und vor allem sicher.“ Lediglich eine einmalige Registrierung auf der Internetseite der Betreiber (siehe Infokasten) ist notwendig. Danach kann man ohne Voranmeldung einfach mit dem erstellten QR-Code zum Testen kommen.

Andreas Dold zeigt, wie die Testkassette in das System eingelegt wird, das anschließend Auswertung, Versendung und Entsorgung automatisch übernimmt.
Andreas Dold zeigt, wie die Testkassette in das System eingelegt wird, das anschließend Auswertung, Versendung und Entsorgung automatisch übernimmt. Bild: Jäckle, Reiner

„Man kommt vorbei, zeigt den QR-Code an der Registrierung, lässt sich testen und kann sofort wieder gehen“, erklärt Andreas Dold. „Die Ergebnisse gibt es dann eine Viertelstunde später per E-Mail oder auf eine App zugeschickt.“ Wer das Ganze lieber auf Papier möchte, bekommt dies auch ausgedruckt, muss dann aber 15 Minuten warten.

Testergebnis kommt digital

„Die Testergebnisse werden direkt auf die App geschickt, in der auch die digitalen Impfnachwiese registriert werden können, so dass alles zusammen an einem Ort abrufbar ist“, erklärt Andreas Dold. „Es ist aber auch möglich, dass die Testergebnisse in der bereits von vielen genutzten App ‚CovPass‘ eingepflegt werden.“ Ein weiterer Vorteil sei, dass bei der Auswertung nicht mehr mit Stoppuhren gearbeitet wird, sondern mit einem Testscanner. „Dadurch können wir mehr als 100 Tests in der Stunde auswerten“, so Andreas Dold. „Sowohl die Auswertung der Testkassetten, als auch die Datenübertragung und Entsorgung der Tests laufen komplett automatisiert.“

Hier kommt die Testkassette in die Rotation des Systems von Huber Health Care. Die Auswertung, Entsorgung und Information des Probanden erfolgt automatisiert.
Hier kommt die Testkassette in die Rotation des Systems von Huber Health Care. Die Auswertung, Entsorgung und Information des Probanden erfolgt automatisiert. Bild: Jäckle, Reiner

Die Teststation in Überlingen hat sogar eine EU-Zertifizierung. Damit erhalten die Probanden ein Testergebnis mit EU-Testzertifikat. Außerdem werden ab 17. Dezember sogar kostenpflichtige PCR-Tests angeboten. Die Teststation auf der Zimmerwiese in Überlingen hat täglich, auch an Wochenenden, von 6 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Im Internet kann man sogar einen Termin buchen, dies ist aber nicht zwingend erforderlich.

Weitere Teststationen

Andreas Dold engagiert sich mit den Teststationen nicht nur in Überlingen. In Markdorf und Friedrichshafen betreibt er zudem Drive-In-Stationen. Auch dort arbeitet er mit dem System von Huber Health Care. An diesen beiden Stationen ist allerdings eine Vorab-Anmeldung über die Internetseite erforderlich.

„Meine Teststation“ auf der Zimmerwiese

Die Corona-Teststation auf der Zimmerwiese in Überlingen hat täglich, auch wochenends, von 6 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Voraussetzung ist eine einmalige Online-Registrierung mit Hinterlegen der persönlichen Daten. Am Ende wird ein QR-Code generiert, mit dem man jederzeit zur Teststation kommen kann. Danach wird ein Abstrich in der Nase genommen und man kann sofort wieder gehen. Ein Termin ist nicht notwendig, aber möglich. Weitere Informationen und die Registrierung gibt es im Internet unter:

www.meine-teststation.de