Die Segelbedingungen auf der Ostsee beim ausrichtenden Akademischen Segel Verein Warnemünde waren mit Abstand die härtesten und anspruchsvollsten in diesem Jahr. Bei durchschnittlich 20 Knoten Wind und eineinhalb Meter hohen Wellen kämpften die Teams phasenweise, als wären sie auf der offenen Ostsee unterwegs. Nicht nur die Boote und Segel mussten regelmäßig repariert werden, auch die Hände und Gesichter der Seglerinnen und Segler waren bei der Siegerehrung gezeichnet von drei Tagen purer Anstrengung.

„Die Bedingungen waren echt hart“, sagte Michael Zittlau, Steuermann des Segel- und Motorboot Clubs Überlingen (SMCÜ), nach dem Spieltag. „Wir sind jetzt erst mal richtig platt und freuen uns auf die Erholung.“ Das Wochenende sei „reine Arbeit“ gewesen. „Kein Start und kein Rennen war entspannt“, so Michael Zittlau. „Wir hatten jedes Mal Action, aggressive Gegner und jede Menge knappe Rennen.“ Es musste um jeden einzelnen Platz hart gekämpft werden.

Klassenerhalt für SMCÜ

Am Ende sprang für den SMCÜ ein achter Platz heraus. Vor dem letzten Rennen lag die Crew sogar noch auf Rang sechs. Doch ein fünfter Platz im insgesamt 16. Rennen am Wochenende schob die Mannschaft noch zwei Plätze nach hinten. „Wir sind dennoch zufrieden“, sagte Michael Zittlau. Kein Wunder, denn mit diesem Platz ist der SMCÜ nun Elfter in der Bundesliga-Tabelle. Auf die gefährliche Abstiegszone sind es aber bereits elf Punkte. Damit sollte dies vor dem abschließenden Spieltag keine Gefahr mehr sein.

„Kein Start und kein Rennen war entspannt. Wir hatten jedes Mal Action, aggressive Gegner und jede Menge knappe Rennen.“
Michael Zittlau

Ganz im Gegensatz für den Bodensee Yacht Club Überlingen (BYCÜ). Die Crew um Steuermann Konstantin Steidle erlebte ein Wellenbad der Gefühle. Es gab immer wieder Lichtblicke mit einem Laufsieg und zwei zweiten Plätzen. Aber vier sechste Plätze sorgten schließlich dafür, dass der BYCÜ am Ende auf einem abgeschlagenen 15. Platz landete. „Es war für uns ein schwieriges Wochenende“, resümierte Konstantin Steidle. „WIr haben leider nie so richtig in die Regatta gefunden.“ Natürlich war die Crew enttäuscht, denn nun steckt sie mitten im Abstiegskampf. Auf das rettende Ufer fehlen bereits sechs Zähler.

WYC auf Platz drei

Dritter in Warnemünde wurde der Württembergische Yacht Club (WYC) aus Friedrichshafen. Nach Platz zwei zum Auftakt in Überlingen die zweitbeste Platzierung. Nach dem Ausrutscher in Berlin am vierten Spieltag, als der WYC überraschend 17. und Vorletzter wurde, zeigte sich das Team um Steuermann Simon Diesch bestens erholt und liegt nun in der Gesamttabelle auf Rang fünf.

Letzter Spieltag in Berlin

Das große Bundesliga-Finale vom 21. bis 23. Oktober findet beim Verein Seglerhaus am Wannsee statt. Der noch amtierende deutsche Meister wird sehr wahrscheinlich den Staffelstab an das Team von ONEKiel abgeben müssen. Die Kieler zeigen bislang eine fast makellose Bilanz in der 1. Deutschen Segel Bundesliga. In Warnemünde gab es bereits den dritten Sieg an bislang fünf Spieltagen. Fast hätte es ONEKiel sogar geschafft, bereits am vergangenen Wochenende den Titel feiern zu können. Hier machte allerdings der Wassersportverein Hemelingen einen Strich durch die Rechnung, denn der Gesamt-Zweitplatzierte wurde im letzten Rennen doch noch Sechster. Damit war der Abstand nicht groß genug. Die 16 Punkte Differenz sind aber nur noch rein rechnerisch aufzuholen.