Das alte Schulgebäude mitten in Frickingen ist seit einigen Wochen nicht nur Heimat mehrerer Storchenpaare und Schülerinnen und Schüler. Im Obergeschoss befindet sich nämlich das neu initiierte Frickinger Kleiderstüble. Noch bis zu den Sommerferien ist es alle zwei Wochen am Freitagnachmittag geöffnet und bietet allen, die etwas benötigen, kostenlose Kleidung, Schuhe und Spielzeug, solange der Vorrat reicht.

Die Initialzündung

Die Idee dazu hatten Birgit Hagg, Leiterin des Kinderhauses in Altheim, sowie Hannah Monkos, die den Familientreff Frickingen leitet. „Wir hatten vergangene Weihnachten zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum, an dem Kinder einen Wunsch anbringen konnten“, erzählt Birgit Hagg. „Als ich den Wunsch gelesen habe, dass sich ein Kind einen Schneeanzug wünscht, konnte ich es kaum glauben.“ Sie wunderte sich, dass es in Frickingen tatsächlich Familien gibt, die sich so etwas nicht leisten können. Und dann gibt es andere Familien, die haben gute Schneeanzüge, die sie nicht mehr brauchen. „Das einzige, was fehlte, war ein Ort, an dem diese beiden Gruppen zusammengebracht werden können“, so die Kinderhaus-Leiterin.

Als sie ihre Idee Hannah Monkos vom Familientreff erzählte, sagte diese, dass sie so eine ähnliche Idee bereits vor einiger Zeit hatte. Gemeinsam machten sie sich Gedanken, wie sie ihren Plan umsetzen können. „Wir haben dann irgendwann Bürgermeister Jürgen Stukle gefragt, ob er eine Idee hat“, erzählt Hannah Monkos. „Er fand die Idee super und sagte, dass im alten Schulgebäude ein ehemaliges Klassenzimmer frei sei.“ Und damit gab es einen Platz, an dem die angedachte Kleiderbörse initiiert werden konnte.

Nachhaltiges Projekt

„Es ist ein tolles nachhaltiges Projekt, das wir unbedingt unterstützen wollten“, sagt Jürgen Stukle. „Nach kurzer Absprache mit der Schulleitung war sehr schnell klar, dass wir den Raum zur Verfügung stellen können.“

In der Frickinger Kleiderkiste in der Grundschule gibt es noch einige Sommer-Kleidungsstücke für Kinder und Jugendliche.
In der Frickinger Kleiderkiste in der Grundschule gibt es noch einige Sommer-Kleidungsstücke für Kinder und Jugendliche. Bild: Jäckle, Reiner

Viele Helfer melden sich

Nach einem Aufruf im Gemeindeblatt haben sich sogar auf Anhieb zahlreiche Freiwillige gemeldet, die bei der Annahme, der Kontrolle und der Verteilung der Artikel helfen. „Unser Ziel war es von Beginn an, dass Leute, die bedürftig sind, in der Kleiderkiste etwas holen können und nichts dafür zahlen müssen“, betont Birgit Hagg. „Und ganz wichtig ist, dass niemand seine Bedürftigkeit vorweisen muss.“ Den Grund liefert Hannah Monkos auf dem Fuß: „Gerade in Corona-Zeiten haben wir gemerkt, dass es durchaus Familien gibt, die auch kurzzeitig in finanzielle Nöte geraten können“, so die Familientreff-Leiterin. „Und die sollen sich bei uns bedienen können.“

Viele Kleider- und Sachspenden

Die Idee der beiden kam dermaßen gut an, dass sich nicht nur zahlreiche Freiwillige zum Helfen gemeldet haben, sondern auch viele Familien sogar aus Heiligenberg, Salem, Markdorf und Hagnau sehr gut erhaltene Sachen vorbeigebracht haben, dass es bereits am ersten Öffnungstag eine breite Auswahl gab. „Mittlerweile nehmen wir keine Sommerkleidung mehr an“, betont Birgit Hagg. „Nun hoffen wir, dass wir bis zu den Sommerferien die Sommerkollektion soweit verteilt haben, dass wir zum neuen Schuljahr mit Herbst- und Winterkleidung beginnen können.“

Nächste Abgabe im September

Die nächste Abgabemöglichkeit ist also am Mittwoch, 14. September, zwischen 16 und 18 Uhr direkt im Kleiderstüble in der Grundschule in Frickingen. In den Sommerferien hat das Kleiderstüble geschlossen und öffnet nach den Sommerferien dann wieder am Freitag, 16. September, von 15 bis 18 Uhr. „Bislang ist geplant, dass wir auch dann alle zwei Wochen wieder geöffnet haben“, so Hannah Monkos. „Die Abgabe von Kleidern, Schuhen und Spielzeug ist dann wieder an allen Öffnungszeiten möglich.“