Die Nachricht, dass der Museumsdirektor des Pfahlbaumuseums in Unteruhldingen, Professor Gunter Schöbel, das Bundesverdienstkreuz bekommt, ist schon länger bekannt. Am Montag war es dann endlich soweit. Zur Verleihung kam aus Stuttgart die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Nicole Razavi, die bei der Übergabe die Laudatio hielt. Gastgeber im Welterbesaal war die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen mit Bürgermeister Dominik Männle.

Die Ministerin aus Stuttgart betonte in ihrer Laudatio, dass das Pfahlbaumuseum eine Erfolgsgeschichte sei – und vor allem die Erfolgsgeschichte von Gunter Schöbel. Auch die Aufnahme in das Unesco Weltkulturerbe sei ohne seine Arbeit kaum vorstellbar gewesen. Die aber wohl größte Errungenschaft des Museumsdirektors sei die wissenschaftliche und pädagogische Grundhaltung, die er in Unteruhldingen etabliert habe, betonte Nicole Razavi, die Gunter Schöbel als archäologischen und museologischen Tausendsassa sowie überaus aktiver und begabter Netzwerker nannte. Sicherlich mit einer kleiner Portion Neid sagte sie zum neuen Träger des Bundesverdienstkreuzes: „Sie haben sich nicht nur einen wunderschönen Beruf herausgesucht, sondern auch noch ein Platz dafür, der schöner nicht sein kann.“

Man kann über Gunter Schöbel sagen, was man will. Ein Mann in seiner Position kann nicht nur Freunde haben. Aber eines kann man ihm nicht absprechen: Er ist ein Mann mit Visionen, der für die Umsetzung kämpft. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass Unteruhldingen mindestens europa-, wenn nicht sogar weltweit bekannt ist. Und er ist ein Museumsdirektor, der auch mal andere und neue Wege geht, um ein Ziel zu erreichen: Die pädagogische Vermittlung von Archäologie – und zwar mit allen Sinnen.