Es war eine riesige Rettungsaktion, als am 30. Oktober im vergangenen Jahr ein Legehennen-Betrieb seine Tiere, die er in Bodenhaltung hielt, ausgestallt hatte. Etwa 14 Monate lang sahen die Hühner kein Tageslicht und hatten nur eine Aufgabe: Eierlegen. Im Stall waren insgesamt 4000 Tiere untergebracht. Eine 40-köpfige Helfer-Crew des Vereins „Rettet das Huhn“ haben innerhalb von drei Stunden 2200 Hennen aus dem Stall geholt und gerettet. Auf die restlichen Tiere wartete die Schlachtbank.

Mason Parker hat hier ein weißes Huhn, das er am 30. Oktober bei der Rettungsaktion rausgesucht hat.
Mason Parker hat hier ein weißes Huhn, das er am 30. Oktober bei der Rettungsaktion rausgesucht hat. Bild: privat

Aktion in der Seewoche gesehen

Die Seewoche berichtete im Vorfeld über diese Rettungsaktion und suchte Paten für die geretteten Tiere. Der Zuspruch war enorm, denn bei der Übergabe-Aktion in Überlingen warteten sehr viele, die sich gemeldet hatten. Mit dabei war auch Julia Parker mit ihren Kindern Mila und Mason. „Ich hatte damals einen Tag zuvor mit meinen Kindern die Seewoche gelesen und diese Aktion entdeckt“, erinnert sich die Mutter. „Da wir eh schon zwölf Hühner und einen Hahn haben, haben wir uns ganz kurzfristig dazu entschieden, vier Hühner zu nehmen.“

Mila Parker mit einem der geretten Hühner.
Mila Parker mit einem der geretten Hühner. Bild: privat

Die Kinder durften in den Lieferwagen und sich die Tiere heraussuchen, um ihre Hühnerschar zu erweitern. „Wir haben mit den Hühnern den Papa zuhause überrascht, der gar nicht da war“, erinnert sich Julia Parker. „Er hat sich auch gefreut und unterstützt mich mit meiner verrückten Liebe für die Hühner.“

Gefieder schnell nachgewachsen

Die Hühner sahen damals teilweise enorm gezeichnet aus. Nahezu jedes Tier hatte durch die Bodenhaltung kaum noch Schwanzfedern und einen teilweise nackten Rücken. „Mittlerweile sind die Hühner von den anderen nicht mehr zu unterscheiden“, berichtet Julia Parker. „Das Gefieder ist innerhalb von zwei Monaten fast komplett nachgewachsen.“ Natürlich legen die Hühner nach wie vor fast täglich ein Ei.

Das war am 30. Oktober: Julia Parker (links) mit ihren Kindern Mila (Mitte) und Mason, als sie die Hühner abgeholt haben.
Das war am 30. Oktober: Julia Parker (links) mit ihren Kindern Mila (Mitte) und Mason, als sie die Hühner abgeholt haben. Bild: Jäckle, Reiner

„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass am Tag nach der Rettungsaktion die Sonne schien“, sagt Julia Parker. „Die vier Neuankömmlinge saßen damals den ganzen Tag in der Sonne und haben ganz offensichtlich die neue Freiheit genossen.“ Sie haben das neue Gehege erkundet, sind zum ersten Mal in ihrem Leben auf Rasen gelaufen und haben zum ersten Mal in der Erde gescharrt. „Sie haben sich superschnell in die Herde integriert“, erzählt die zweifache Mutter. „Es war echt schön zu sehen, wie gut und vor allem wie schnell sie sich entwickelt und akklimatisiert haben.“

Gute Entwicklung

Auch die Kinder Mila und Mason haben viel Spaß mit der Hühnerschar und vor allem mit den geretteten Tieren. Und die vier haben sich zu eigenen Individuen entwickelt. „Die eine weiße Henne ist manchmal eine echte Zicke“, berichtet Julia Parker schmunzelnd. „Dafür sind die braunen an manchen Tagen richtig zutraulich.“ So war es auch kein Problem, ein kleines Fotoshooting mit den geretteten Hühnern zu machen. Für die Seewoche haben also nicht nur die Kinder und Julia Parker ihr Sonntagslächeln aufgesetzt.