Frau Ammon, um was geht es in ihrem ersten Song „Frei sein“?

Der Name ist Programm. Wer träumt nicht davon, frei zu sein, seinen Interessen nachgehen zu können und das zu tun, was er möchte? Das passt natürlich auch perfekt auf die aktuelle Situation.

Wegen der Corona-Situation?

Genau. Ich bin im März 2020 kurz vor dem ersten Lockdown nach Deutschland gekommen. Eigentlich habe ich hier noch keine richtige Freiheit genießen können.

Alice Ammon hat sich mit dem Lied „Frei sein“ einen Traum erfüllt.
Alice Ammon hat sich mit dem Lied „Frei sein“ einen Traum erfüllt. Bild: Jäckle, Reiner

Gibt es in diesem Lied noch mehr Autobiografisches?

Es ist tatsächlich ein Text, mit dem ich ein bisschen die eigene Vergangenheit verarbeite. Ich war länger schwer krank und lag öfter in Kliniken. Es war eine harte Zeit für mich, die ich nur durch eine Operation überlebte. Jetzt geht es mir aber wieder gut und ich bin frei. Ich kann das machen, was mir Spaß macht – und das ist singen.

„Frei sein“ ist Ihr erster eigener Song. Singen Sie schon länger?

Musik begleitet mich schon das ganze Leben. Aber richtig gesungen habe ich eigentlich noch nie. In der Schulzeit war ich in einem Chor. Heute singe ich regelmäßig Lieder mit. Aber ich habe noch nie ein Lied geschrieben und auch noch nie öffentlich gesungen. Aber ich hatte immer den Traum vom eigenen Song.

Das Cover des Songs wurde von Magdalena Lipp gezeichnet.
Das Cover des Songs wurde von Magdalena Lipp gezeichnet. Bild: Magdalena Lipp

Das heißt, Sie haben sich einen Lebenstraum erfüllt?

Das kann man absolut so sagen. Wobei mir da mein Freund auf die Sprünge geholfen hat.

Wie meinen Sie das?

Er hat mir vergangenes Jahr zum Geburtstag eine Studioaufnahme bei Michael Schäuble von Stage Dive Records geschenkt. Ich habe damals ein Song von Maroon5 aufgenommen. Wir haben uns auf Anhieb extrem gut verstanden. Es war wie in einer Wohnzimmer-Atmosphäre. Als ich ihm von meinem Traum vom eigenen Song erzählte, ermutigte er mich, das doch einfach umzusetzen.

Und dann haben Sie einfach einen Song geschrieben?

Sozusagen, wobei mir Michael Schäuble wahnsinnig geholfen hat. Die Idee des Refrains und der Text kommen von mir. Ich habe ihm per WhatsApp eine gesungene Melodie geschickt und er hat sofort ein Instrumental erstellt, auf das ich dann gesungen habe.

Dann waren Sie nochmal im Studio?

Genau. Wir haben etwa sechs Stunden eingesungen. Eine knappe Woche später war der Song schon fertig. Dann musste noch ein Cover her, das eine Freundin von mir gemalt hat, und ein Musikvideo. So haben wir es geschafft, am 11. November „Frei sein“ zu veröffentlichen.

Video: Alice Ammon

Sie haben das Lied unter dem Künstlernamen „Srila“ veröffentlicht. Was bedeutet er?

Es ist die Abkürzung meines zweiten Vornamens Srilatha.

Wo wurde das Musikvideo gedreht?

Ich habe das Video über das Internet produzieren lassen, weil die Zeit so knapp war. Deshalb bin ich selbst auch nicht zu sehen.

Wir war es für Sie, am 11. November das eigene Lied zu veröffentlichen?

Es war ein tolles Gefühl. Wir haben bis dahin kaum etwas nach außen dringen lassen, obwohl meine Freunde und Kollegen immer wieder gefragt haben. Ich war froh, dass das Lied endlich draußen war. Es war fast schon eine Befreiung.

Wie war die Resonanz?

Durchweg positiv. Ganz besonders hat mich eine längere Nachricht von meiner Oma gefreut, die gesagt hat, dass ihr das Lied gefällt.

Sie singen auf Deutsch. Warum?

Ich wollte tatsächlich zuerst auf Englisch singen. Aber Deutsch ist meine Muttersprache. Da kann ich mir viel besser ausdrücken, die Gefühle besser formulieren und es ist einfach authentischer.

Alice Ammon alias Srila aus Überlingen hat mit „Frei sein“ ein Lied herausgebracht, das auch in Überlingen produziert wurde.
Alice Ammon alias Srila aus Überlingen hat mit „Frei sein“ ein Lied herausgebracht, das auch in Überlingen produziert wurde. Bild: Jäckle, Reiner

„Frei sein“ hört sich wie ein Popsong an, hat aber auch Elektro-Einflüsse. Wie beschreiben Sie den Stil?

Für mich ist es moderner Deutsch-Pop. Wenn es einen eigenen Stil hat, dann freut mich das (lacht).

Wie geht es jetzt mit Srila weiter?

Ich bin mit Michael Schäuble bereits an einem neuen Lied, das kommendes Frühjahr erscheinen soll. Vielleicht gibt es irgendwann mal ein Album.

Träumen Sie von einer Musikkarriere?

Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Aber ich bin Realist. Es gehört viel mehr als nur ein eigenes Lied dazu, um in der Musikbranche erfolgreich zu sein. Es ist und bleibt jetzt erst einmal ein Hobby. Außerdem habe ich einen Job, der mich richtig Spaß macht. Wenn es musikalisch mehr werden sollte, kann ich immer noch schauen.

Die Fragen stellte Reiner Jäckle