Herzlich willkommen in der Erlebnisscheune – das steht seit kurzem am Familienzentrum Furtmühle zwischen Großstadelhofen und Kirnbach. Mit der Eröffnung der Erlebnisscheune und dem festen fünfköpfigen erlebnispädagogischen Team unter der Leitung des Diplom-Sozialpädagogen Christopher Koch weitet das ländliche Familienzentrum seine Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus. Sonnja Legler leitet nach wie vor die Naturerlebnistage und ist Koordinatorin der Ferienprogramme.

In einer kleinen Feierstunde stellte das Furtmühle-Team die neue Erlebnisscheune vor, die der gemeinnützige Verein mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Software AG-Stiftung umsetzen konnte. Die Erlebnisscheune behält ihren ursprünglichen Charakter und rustikalen Look, bietet Platz zum Bogenschießen, zur Aufbewahrung der Klettermaterialien zum Baumklettern und einen trockenen Rückzugsort bei Regen. Vor der Scheune wurde der Platz erweitert. Ein großes Outdoorzelt für Aktivitäten und eine Outdoorküche werden noch folgen.

Das macht Kindern Spaß: In einen Laubhaufen zu springen, zu toben und das raschelnde Herbstlaub fliegen zu lassen.
Das macht Kindern Spaß: In einen Laubhaufen zu springen, zu toben und das raschelnde Herbstlaub fliegen zu lassen. Bild: Familienzentrum Furtmühle

Natur spüren

Rund 70 Familien schicken ihre Kinder bereits regelmäßig zu den Naturerlebnisprogrammen des Familienzentrums. Die Herbsttage auf der Furtmühle in der ersten Novemberwoche waren innerhalb weniger Tage ausgebucht. Auch Jugendliche spüren einen Bedarf an Naturerlebnissen, stellte das Team fest und erweitert sein Angebot mit Bogenschießen, Baumklettern und einem Wildwassertag mit Bachüberquerung auf Jugendliche und Erwachsene. Aufgrund der Corona-Einschränkungen sei das Bedürfnis gestiegen, mit einfachen Mitteln in der Natur etwas zu erleben, erläutert Sonnja Legler. „Wir haben unsere ganzen Kompetenzen im Team zusammenge-
tragen“, schildert sie.

Naturpädagogik

Auch im ländlichen Raum gibt es Kinder, die noch nie in einem richtigen Wald waren, mit Matsch und der Natur und Brennnesseln in Kontakt waren, weil sie in der Stadt keine Möglichkeit dazu haben, erzählt Sonnja Legler. Die Erlebnisscheune am Familienzentrum soll kein Vergnügungspark sein, betont sie. Die Teilnehmer sollen hier Erfahrungen in der Natur sammeln, verbunden mit Naturpädagogik die Natur kennenlernen, begreifen und eine langanhaltende Bindung zu diesem Lebensraum knüpfen.

„Wir merken, wie viel Kraft das den Kindern und Jugendlichen gibt“, erzählt Sonnja Legler. Schon der Wissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt wusste: „Die Natur muss gefühlt werden.“ Deshalb wählte das Team diese Aussage als Motto für die Erlebnisscheune. Jeweils von Donnerstag bis Samstag können Erlebnispädagogische Angebote gebucht werden, zum Beispiel ein „Tiertag“ für Schulen und Kindergärten, der „Fellnasentag“ für einen Ausflug, um Ängste vor Hunden abzubauen, Kräuterkochevents für Erwachsene oder gar Junggesellenabschiede mit Klettern und Seilbrückenbau sind denkbar.

Der „Naturheldentag“, ein inklusives Angebot für junge Menschen mit Assistenzbedarf, soll künftig noch mehr Einrichtungen in der Region angeboten werden. Im Heimbereich der Furtmühle leben acht JuKis zwischen elf und 18 Jahren, bis sie wieder Fuß fassen können.