Die Yachten liegen bereit. Im Interboot-Hafen in Friedrichshafen wartet Skipperin Helena auf die sechs Seewoche-Gewinnerinnen und -Gewinner, auf die ein Erlebnis wartet, das sie nicht mehr so schnell vergessen werden. Eigentlich steht eine Regatta auf dem Programm gegen andere Boote, unter anderem der von der Frankfurter Allgemeine Zeitung oder dem Community-Boot mit Facebook-Fans der Interboot. Allerdings macht das Wetter dem Wettkampf einen Strich durch die Rechnung.

Bis zu 33 Knoten Wind

Aufgrund von starkem Wind von bis zu 33 Knoten können die eigentlich geplanten Wettfahrten mit den anderen Yachten aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. Geschäftsführer Harald Thierer und Eventleiterin Antonia Apfelbeck vom Veranstaltungspartner Match Center Germany betonen: „Am Ende gilt immer: Safety First!“. Und für Segelneulinge sind der Wind und die teilweise mehr als einen Meter hohen Wellen doch zu viel. Die ganz kurze Enttäuschung ist bei den Teilnehmern aber schnell verflogen, denn die Crews starten trotzdem zu einem Törn. Es geht aber eher gegen die eigene Überwindung als gegen andere Yachten.

Auf der Match-Race-Yacht der Seewoche-Crew ging es während des Interboot Medien Cups bei bis zu 33 Knoten Wind mächtig zur Sache (von links): Linn Klaas, Skipperin Helena und Tom Conrad.
Auf der Match-Race-Yacht der Seewoche-Crew ging es während des Interboot Medien Cups bei bis zu 33 Knoten Wind mächtig zur Sache (von links): Linn Klaas, Skipperin Helena und Tom Conrad. Bild: Manuela Klaas

Die Seewoche-Crew mit Helen Lukas aus Markdorf, Karsten Reutter aus Überlingen und Manuela, Erik, Linn Klaas und Tom Conrad aus Daisendorf werden von Skipperin Helena fachmännisch eingewiesen. „Sie hat das super gemacht“, erinnert sich Helen Lukas. Die Rollen und Aufgaben auf der Match-Race-Yacht werden aufgeteilt. Und dann heißt es „Leinen los“. Die Markdorferin betont dabei: „Sicher war es von Vorteil, dass wir alle schon mal auf einem Segelboot waren. Ich habe mich jedenfalls trotz der teilweise heftigen Schräglagen der Yacht in keiner Sekunde unsicher gefühlt.“

Eindrucksvolle Bedingungen

„Wir waren ein echtes Team auf dem See“, sagt Manuela Klaas. „Die Stimmung war super, auch wenn es teilweise richtig zur Sache ging.“ Segel hissen und wieder einholen, verschieden Manöver fahren und alles auf einem Boot, auf dem die sechs Seewoche-Leserinnen und -Leser noch nie waren. „Die Bedingungen waren wirklich eindrucksvoll“, erinnert sich Karsten Reutter. „Vier bis fünf Mal kam eine komplette Dusche von vorne über das ganze Schiff. Das Wasser kam buchstäblich waagrecht von vorne.“

„Es war ein richtig gutes Teamwork an Bord.“
Helen Lukas

Auf der wilden Fahrt über den Bodensee werden die Positionen und Aufgaben auf dem Schiff immer wieder getauscht. „Skipperin Helena hat jede Situation ganz cool gemeistert und uns vor allem von Anfang an sehr viel zugetraut“, berichtet Erik Klaas. „Sie hat uns auf der einen Seite sehr viel alleine machen lassen, war auf der anderen Seite aber allzeit bereit, um bei Problemen eingreifen zu können.“

Nasse Angelegenheit

Die Seewoche-Crew funktioniert nahezu perfekt auf dem See. Unter anderem deshalb ist der Spaßfaktor bei der Mannschaft auch so groß. „Es war ein richtig gutes Teamwork an Bord“, erinnert sich Helen Lukas. „Für mich war dieses Erlebnis ein absolutes Highlight.“ Schließlich ging es dann wieder zurück in Richtung Interboot-Hafen nach Friedrichshafen.

„Am Ende, als wir unter Motor in den Hafen gefahren sind, wurde es dann noch einmal richtig nass“, berichtet Erik Klaas. Deshalb kämpfen alle auf der Seewoche-Yacht mit der Kälte, aber weniger mit der Angst. „Wir waren zwar alle komplett nass danach, aber das gehört doch zum Segelsport dazu“, kommentiert Helen Lukas die Situation schmunzelnd.

Ehrenurkunde und Präsent

Nach dem unvergesslichen und einzigartigen Segeltörn erhielten die Teilnehmer eine Ehrenurkunde und ein kleines Präsent. Das größte Geschenk allerdings war die Teilnahme selbst. „Skipperin Helena und die Organisation von der Interboot waren echt prima“, so Karsten Reutter. „Es war eine echt schöne Sache. Wann kommt man schon mal bei solchen Bedingungen und mit so einer Yacht auf den See.“