Anna und Gregor Galas leben in Leibertingen-Kreenheinstetten und wollten bei den ergreifenden Bildern von Flüchtlingen aus der Ukraine nicht mehr nur zusehen, sondern handeln. Gemeinsam mit der befreundeten Familie Makos aus Inzigkofen starteten sie deshalb eine Sammlung von Hilfsgütern. Diese werden gepackt und dann mit einem Lkw in Richtung Polen transportiert, wo sie für ukrainische Flüchtlinge bestimmt sind.

Die Bereitschaft für Spenden sei wirklich groß, berichtet Gregor Galas. In zwei Zimmern und im Keller stapeln sich bereits zahlreiche Kartons und Taschen. „Wir haben Probleme, die ganzen Spenden zu lagern, bevor wir sie verladen können“, erklärt er. Bisher mussten eben Privaträume und Garagen dafür herhalten. Neben Kinderwagen und Spielzeug werden Matratzen, Kissen, Decken, Babywindeln, Hygieneartikel, und Lebensmittelkonserven gebracht. Das ist aber noch lange nicht alles, denn ein voll beladener Anhänger stand ebenso schon bereit zur Abholung. Darauf waren Betten, viele Stühle und Tische. Auch in Inzigkofen hat sich bereits eine Garage voll Hilfsgüter angesammelt.

Der erste Lastzug

Und dann kam der Lastzug: Alle Hilfsgüter, die gesammelt wurden, konnten aufgeladen werden. Der Pole Krzysztof Drozd hat sich bereiterklärt, den Lkw ohne Bezahlung in die Nähe von Breslau zu fahren. Dabei wurden bereits im Vorfeld Kontakte in die Region geknüpft und alles organisiert. „Etwa 700 Kilometer sind es bis zur polnischen Grenze“, erklärt Krzysztof Drozd. „Insgesamt sind es knapp 1000 Kilometer.“ Beruflich fährt er für die Firma Solid System Transporte in ganz Europa, er kennt sich also aus.

Große Hilfsbereitschaft in Kreenheinstetten: Gregor Galas (Dritter von links) und seine Frau Anna (Vierte von links) haben eine Hilfsaktion initiiert. Der Pole Krzysztof Drozd (Mitte mit Warnweste) hat bereits einen Lkw mit Hilfsgütern ins polnische Breslau gefahren. Weitere Hilfstransporte sind bereits geplant.
Große Hilfsbereitschaft in Kreenheinstetten: Gregor Galas (Dritter von links) und seine Frau Anna (Vierte von links) haben eine Hilfsaktion initiiert. Der Pole Krzysztof Drozd (Mitte mit Warnweste) hat bereits einen Lkw mit Hilfsgütern ins polnische Breslau gefahren. Weitere Hilfstransporte sind bereits geplant.

Persönliche Beziehungen

Gregor Galas hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Polen. Beruflich organisiert er mit der Firma Emons weltweit Transporte für meist polnische Subunternehmen. Ein neuer Mitarbeiter der Firma ist Ukrainer und deshalb persönlich besonders vom Krieg betroffen. Für diesen jungen Mitarbeiter wird übrigens noch eine Wohnung gesucht. „Wir freuen uns, dass wir in der Pfarrscheuer in Kreenheinstetten unsere Hilfsgüter lagern können“. so Gregor Galas.

Sigrid und Manfred Stumpf engagieren sich ebenfalls bei der Sammelaktion. „Wir haben die Werbetrommel gerührt und waren recht erfolgreich“, berichtet Sigrid Stumpf. „Meine Kolleginnen haben extra in verschiedenen Geschäften Windeln, Damenhygieneartikel und andere Dinge eingekauft.“ Es gab sogar Geldspenden. Mit dem Geld wurden ebenfalls Hilfsgüter eingekauft. „Eine Spenderin aus dem Ort gab mir einfach so 250 Euro zum Einkaufen“, erzählt Gregor Galas.

Sammlung geht weiter

Mittlerweile sind die ersten beiden Transporte vor Ort abgeladen. Spenden kamen aus Kreenheinstetten und den umliegenden Ortschaften. Betten wurden sogar aus Ulm gebracht und weitere Spenden kamen aus Sigmaringen, Ravensburg, Deggenhausertal und Laupheim. Die Fahrt nach Polen verlief reibungslos. Die Freude über die Hilfe war riesig und der Bedarf an Hilfsgütern wird wohl noch länger sehr groß bleiben.

Gregor Galas, seine Frau Anna und das ganze Team lehnt sich jetzt aber keinesfalls zurück. Es werden weitere Fahrten geplant. Deshalb wird fleißig weitergesammelt. Besonders benötigt werden haltbare Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel. Angesichts der derzeitigen Kraftstoffkosten nimmt das Hilfsteam aber auch sehr gerne Geldspenden entgegen, denn eine Fahrt nach Polen kostet alleine etwa 600 Euro.